Weiß-Germer

Aus Salzburgwiki
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Weiß-Germer, Jack-Hochalm
Blüten des Weißen Germer

Der Weiß-Germer (Veratrum album), auch Weißer Germer genannt, ist eine Pflanze, die auf vielen Salzburger Almen heimisch ist und zu den Giftpflanzen im Bundesland Salzburg und zu den Pflanzen im Nationalpark Hohe Tauern zählt.

Beschreibung

Der Weiß-Germer zählt zu den Liliengewächsen, kommt in den Hohen Tauern vor und zählt zu den Pflanzen im Nationalpark Hohe Tauern. Er erreicht Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimetern. Zahlreiche Blüten in endständiger Rispe sind innen weißlich bis hellgelb, außen meist grünlich. Die Blätter sind wechselständig und auf ihrer Unterseite flaumig.

Häufig findet man die Pflanze an Stellen mit Rinderdung (auf sog. Lägerfluren), da sie stickstoffliebend ist. Der Weiß-Germer kommt bis in Höhen von 2 000 m ü. A. vor. Er blüht erst nach mehreren Jahren und hat im Schwarzen Germer einen nahen Verwandten, dessen Blüten braunrot bis schwarz sind. Dieser wächst in den Südalpen vom Tessin ostwärts und ist eher selten, während der Weiße Germer in den Alpen häufig vorkommt.

Bemerkenswertes

Sie ist eine Giftpflanze und wurde im Altertum für die Herstellung von Pfeilgiften eingesetzt. Erfahrenes Weidevieh rührt sie daher nicht an, aber es kommt immer wieder einmal vor, dass Kälber, Schafe oder Ziegen an Vergiftungen durch diese Pflanze eingehen. In der Almwirtschaft ist der Weiße Germer daher wenig beliebt und man versucht ihn durch Ausreißen oder Ausgraben der Wurzeln zu bekämpfen.

Früher wurde die Pflanze auch zu Heilzwecken verwendet und diente als Mittel gegen Ausschläge, Krätzen oder Flechten. Auch gegen Parasiten bei Mensch und Tier verwendete man den Weißen Germer.

Bilder

 Weiß-Germer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

  • Michael Jungmeier und Judith Drapela: Almen im Nationalpark Hohe Tauern. Wissenschaftliche Schriften, S. 80. Nationalpark Hohe Tauern. Universitätsverlag Carinthia, 2004, Nationalparkrat.
  • Bruno P. Kremer: Was blüht in den Alpen?, S. 96 und 97, Kosmos-Naturführer