Halleiner Weihnachtsspiel

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Probenbild 2011
Probenbild 2011
Halleiner Weihnachtsspiel, Plakat 2012

Das Halleiner Weihnachtsspiel ist ein alle zwei Jahre in der Stadt Hallein in den ersten Dezemberwochen stattfindendes und alle vier Jahre neu gestaltetes Schauspiel mit Musik zur Weihnachtsthematik rund um die Geburt Jesu, allerdings seit 2011 mit zeitgenössischem Bezug abseits der traditionellen Hirtenromantik anderer alpenländischen Weihnachtsspiele.

Geschichte

Hallein verfügt über eine lange Tradition von Weihnachtsspielen. Und das hat seinen Grund. Während der Winterzeit ruhte weitgehend die Arbeit in der Saline und im Bergwerk. Auch die Zulieferer, wie etwa die Küffer (Hersteller der Salzfässer) und die vielen Menschen, die mit der Verarbeitung des Salzes und seinem Transport beschäftigt waren, hatten dann kaum etwas zu tun. In dieser Zeit schnitzte man Krippenfiguren, drechselte Holzfigürchen - die Halleiner Puppen - und stellte die begehrten blauen Halleiner Strümpfe her. In dieser Zeit spielte man auch immer wieder Geschichten rund um die Geburt Christi, die man in Wirtshäusern aufführte. Max Mell bearbeitete eines dieser alpenländischen Volksschauspiele und gab ihm den Namen "Halleiner Weihnachtsspiel".

1919, in den Anfängen der Salzburger Festspiele, war die Inszenierung des Halleiner Weihnachtsspiels von Max Mell in der Franziskanerkirche in der Altstadt von Salzburg als zweites Stück neben dem "Jedermann" vorgesehen gewesen[1].

Von 1953 bis 2003 wurde das Stück in Hallein von Linde Moldan organisiert. Dann schlief es ein, bis 2011 der Kulturverein Hallein unter der Leitung von Friedrich Bahner das Stück neu aufgriff. Die schon lange gehegte Idee von Kurt Schwaiger, Carl Orffs "Weihnachtsspiel" unter seiner Regie durch das ELtheater Hallein und mit Musikern aus der Region aufzuführen, konnte im Advent 2011 umgesetzt werden. Die musikalische Konzeption und die Leitung der aufwendigen Produktion wurden von Wolfgang Guttmann übernommen.

Die dramaturgische und musikalische Aufbereitung des Werks erfolgte so, dass es den vom Publikum erwarteten traditionellen Gepflogenheiten eines Weihnachtsspiels einerseits gerecht wird, andererseits (der Musik und dem Libretto Orffs folgend) neue, der Zeit entsprechenden Elemente enthält. Alle fünf Veranstaltungen im Ziegelstadl Hallein im Advent 2011 waren ausverkauft.

Mit der Wahl von Carl Orffs Werk "A Stern kummt auf" war damit der zeitgenössische Umgang mit dem Weihnachtsthema hergestellt. In den Folgejahren konnte der junge Salzburger Komponist Jakob Gruchmann gewonnen werden, die musikalische Leitung zu übernehmen und dafür auch kompositorische Erweiterungen zu schaffen.

Chronologie zum zeitgenössischen Halleiner Weihnachtsspiel seit 2011

  • 2011/12: Ludus de nato Infante mirificus. Text von Carl Orff, Musik von Carl Orff und Wilhelm Keller, musikalische Leitung: Wolfgang Guttmann, Regie: Manuela Widmer;
  • 2014/16: A Stern kummt auf. Text von Gunild Keetman, Musik von Jakob Gruchmann und Carl Orff, Musikalische Leitung: Jakob Gruchmann, Regie: Manuela Widmer;
  • 2018: F. X. Gruber. Dem Schicksal zum Trotz. Text von Andrea Sobieszek, Musik von Gerhard Hafner und Jakob Gruchmann, musikalische Leitung: Gerhard Hafner, Regie: Christa Hassfurther;

Halleiner Weihnachtsspiel 2011

Neuinszenierung 2011

Es war 2011 ein Wagnis, mit einem textlich und musikalisch völlig neuen Spiel die Türen zu öffnen, um damit dem weihnachtlichen Geschehen Halleins eine zukunftsweisende Prägung zu verleihen. Die Idee von Kurt Schwaiger, Carl Orffs „Weihnachtsspiel“ unter seiner Regie durch das ELtheater Hallein und mit Musikerinnen und Musikern aus der Region aufzuführen, wurde aber erfreulicher Weise ein viel umjubelter Erfolg. Wolfgang Guttmann übernahm in bewährter Weise die Umsetzung und Leitung der von ihm erarbeiteten musikalischen Konzeption. Damit wurde wieder die schon oftmals vom Kulturforum Hallein genützte Gegebenheit bestätigt, welch großes Kapital an vielseitigen und qualitätsvollen Kulturschaffenden in unserem Lebensraum zur Verfügung steht. Diesem Bonus gilt es auch in Zukunft größte Beachtung zu schenken. Nur so wird es weiterhin möglich sein, das Interesse am kulturellen Geschehen in aktiver und passiver Form zu wecken, zu erhalten und zu fördern.

Das Kulturforum Hallein setzte sich auch besonders für eine adäquate „Neubelebung“ dieser adventlichen Aktivität ein. Schließlich wurde auch die Stadträtin für kulturelle Angelegenheiten, Dr. Eveline Sampl-Schiestl, mit diesem Ansinnen befasst. Ihrem Engagement sowie den Förderern und Sponsoren ist es zu verdanken, dass der notwendige finanzielle Rahmen für dieses Projekt gesichert werden konnte.

Dieses Halleiner Weihnachtsspiel, ein Kunstwerk aus Musik, Sprache und Bewegung, ist dazu prädestiniert, dem kulturellen Image neue und der vorweihnachtlichen Atmosphäre der Stadt besonders qualitätsvolle Akzente zu verleihen.

Originalfassung von Carl Orff

Ludus de nato Infante mirificus

Das Oster-(Comoedia de Christi Resurrectione) und Weihnachtsspiel (Ludus de nato Infante mirificus) wurden von Orff 1970 in Analogie zu den einander zugeordneten Bildern eines Zweiflügelaltars als Diptychon zusammengefasst.

In seinem Weihnachtsspiel ist Carl Orff einerseits stark der alpenländischen Krippenspieltradition verpflichtet, sprengt aber andererseits den Rahmen einer oft seichten, biederen Hirtenromantik und macht das Weihnachtsgeschehen als ein weltveränderndes, kosmisches Ereignis sichtbar.

Mitten zwischen die guten Mächte (verkörpert durch die unsichtbaren Engel) und die Mächte des Bösen (verkörpert durch die Hexen) ist der Mensch eingespannt. Er begegnet uns in der vertrauten Gestalt des Hirten und hat sich, von der Botschaft angerührt, zwischen Glaube und Unglaube zu entscheiden. Die dialogischen Szenen der Hirten werden von musikalischen Szenen umrahmt.

Der Träger des Geschehens ist vorwiegend die regionale Sprache, die bildhaft und hintergründig ohne heimattümelnde Marotten die tiefen Dimensionen des Weihnachtsgeschehens erlebbar macht.

Dieses Weihnachtsspiel ist ein Sprachkunstwerk, das besonders durch die ausgefeilte musikalische Begleitung einen besinnlichen Rahmen erfährt.

Das dramaturgische Prinzip der Spiegelung in Gegen- oder Nebenfiguren konkretisiert sich gleich zu Beginn im wörtlichen Sinn: Die Hexen verfolgen das Geschehen im Zauberspiegel. Diese, Abkömmlinge der alpenländischen Perchten, sprechen die einheimische Sprache der Landschaft, deren Ausgeburten sie sind. Den Wetterzauber aber entfesseln sie in lateinischer Beschwörung, die liturgisch-hymnische Sphäre ins Dämonische pervertierend.

Die Uraufführung fand am 11. Dezember 1960 im Württembergischen Staatstheater Stuttgart statt.

Inszenierung in Hallein

"Der Stern kummt auf, kummt auf bei der Nacht …" Mit diesen Worten beginnt Carl Orffs „Wundersames Spiel von der Geburt des Kindes“. Ein wahrlich wundersames Spiel, in dem Gutes und Böses, die Geburt und der Tod, Göttliches und Menschliches aufeinanderprallen.

Maria und Joseph machen sich auf den Weg. Es ist ein steiniger Weg bei Kälte und Eis. Die Mächte des Bösen setzen alles daran, die blutjunge Frau und den Mann von ihrem Weg abzubringen und die Geburt des Kindes zu verhindern.

Zentraler Teil des Spiels ist die Traumgeschichte der Hirten, eine in die Begriffswelt einfacher Leute übertragene Erzählung des Weihnachtsgeschehens, von der Reise nach Bethlehem bis zur Ankunft der drei Könige.

In Versen von großer Bildkraft erzählen die Hirten in altertümlicher Sprache von der Geburt des Kindes in einem Stall und „erwecken mit ihren bildhaften Worten die Himmelsvisionen an den Kuppeln barocker Kirchen“.

Wie das Spiel endet, sei noch nicht verraten. Nur so viel: Auch Kinder im Schnee kreuzen den Weg des Paares und die Hirten haben so ihre Zweifel an der Friedfertigkeit der Menschen.

Die Texte der Hirten sind in lokaler Mundart gehalten, bei der Musik hat Prof. Wolfgang Guttmann neben Werken von Carl Orff auch Weihnachts-Liedsätze aus dem Orff-Schulwerk sowie Musik von Franz Burkhart und Cesar Bresgen mit ergänzenden Kompositionen von Wilhelm Keller verwendet.

Halleiner Weihnachtsspiel 2012

Mitwirkende

ELtheater Hallein
Instrumentalsolisten des Halleiner Weihnachtsspiels
Bläser der Bergknappenmusikkapelle Bad Dürrnberg
Vokalensemble der Universität Mozarteum Salzburg
Kinderchor der Volksschule Hallein-Burgfried

Idee und Regie: Kurt Schwaiger

Musikalische Konzeption und Leitung: Wolfgang Guttmann

Finanzierung

2011

Die Inszenierung des neuen Halleiner Weihnachtsspiels 2011 wurde finanziert vom Kulturforum Hallein, der Stadtgemeinde Hallein, dem Tourismusverband Hallein - Bad Dürrnberg, dem Amateurtheaterverband Salzburg, der Schatzkammer Land Salzburg sowie von Immobilien Pilz aus Hallein.

2012

Stadtgemeinde Hallein, Tourismusverband Hallein - Bad Dürrnberg, Kulturforum Hallein, Amateurtheaterverband Salzburg, Immobilien Pilz Hallein, Dr. med. Jörg Stein und Schatzkammer Land Salzburg.

Spielort

Ziegelstadl Hallein

Kartenverkauf

Tourismusverband Hallein - Bad Dürrnberg
Mauttorpromenade 6
5400 Hallein – Pernerinsel
Telefon: (0 62 45) 8 53 94

Information

Kulturforum Hallein
Telefon: (0 62 45) 8 08 82
E-Mail: info@forum-hallein.at
Weblink: forum-hallein.at www. forum-hallein.at

Quellen

Einzelnachweise