Claudia Vilanek

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Claudia Vilanek bei der Verleihung des ProCaritate-Verdienstzeichens des Landes Salzburg in der Residenz Salzburg am 22. Oktober 2012
Mag.a Claudia Vilanek
Mag.a[1] Claudia Vilanek (* 1964 in Innsbruck) ist Psychologin, Kommunikationstrainerin und Coach. Seit ihrer Jugend ist sie im Einsatz für das Projekt Little Flower.

Leben

Nach dem Besuch des Akademischen Gymnasiums in Innsbruck und der Matura unternahm sie 1983 ihre erste Indien-Reise. Es folgte das Studium der Psychologie an der Universität Salzburg. Immer wieder flog sie nach Indien und arbeitete ab 1985 monateweise im Lepraprojekt Little Flower nahe der Grenze zu Nepal. Zurück in Österreich unterstützt sie das Projekt Little Flower mit Spenden aus Österreich (wird im Juni 2011 noch ergänzt).

Claudia Vilanek im O-Ton

„Die Adresse in meiner Tasche war die von Mutter Teresa in Kalkutta, die Motivation meiner Reise wohl, ein Stück meine Grenzen auszuleuchten und das Leben zu erforschen im Kontakt mit Menschen, denen all jenes fehlte, was mir so selbstverständlich war im Umfeld meiner Herkunft: Sicherheit, Sattheit, das Umgebensein von schönen, angenehmen Dingen. - Ich wollte wissen, was übrig bleibt, und nur das konnte es ja sein, was Leben wirklich ausmacht - was bleibt den Menschen in den Straßen Kalkuttas als Motivation, um weiterzuleben? Was also macht Leben letztlich aus?

Die Antwort ist einfach: über allem steht die Sehnsucht, in Beziehung zu sein. Das wurde mir in den Monaten, die ich dann in Sunderpur an der Grenze zwischen Indien und Nepal verbrachte, sehr klar: in dieser kleinen Gemeinschaft entstellter Menschen fand ich Kraft und Lebensfreude trotz der Grausamkeit dieser Krankheit, weil die Menschen sich hier in einer Gemeinschaft einander zugewandt erlebten und die Erfahrung teilten, dass ihnen durch die Unterstützung von Bruder Christdas die Chance auf ein Leben jenseits von Demütigung und Diskriminierung möglich war.

Zurückgekehrt von diesem halben Jahr im Lepradorf Little Flower begann ich mein Psychologiestudium in Salzburg. Gleichzeitig versuchte ich einen Weg zu finden, diese Erfahrungen in mein Leben hier in Österreich zu integrieren - es war keine leichte Zeit für mich. Im Aufbau eines Vereins in Österreich, um Little Flower finanziell zu unterstützen durch Vorträge, Rundbriefe, Interviews, Artikel, weitere Reisen ins Projekt fand ich einen Weg, weiter mit den Menschen in Kontakt zu bleiben und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten. Auch heute geht es noch darum, ihren Weg in die finanzielle Unabhängigkeit über die Produktion von Wildseide zu unterstützen.

Hilfsprojekte in Little Flower

Wenn ich an Sunderpur/Little Flower denke, so sind die ersten Bilder niemals Bilder des Grauens, obwohl es genug davon gibt in diesem Dorf. Nein, es sind Bilder der Hoffnung und Zuversicht, wie viel möglich wird, wenn eine Handvoll Menschen sich nicht mehr als Opfer fühlen sondern aufbrechen, um Gestalter ihres Lebens, und sei es noch so ein Häuflein Leben nur, zu werden und der Kraft einer Vision folgen.

In meinem heutigen Beruf als Wirtschaftstrainerin und -coach denke ich oft an diese Menschen, weil sie mir das deutlichste und berührendste Beispiel sind, wie viel zu bewegen ist, wenn sich Menschen auf den Weg machen!

Mein Sohn Lukas, damals 10 Jahre alt, hat sich intensiv mit dem Leben im Dorf auseinandergesetzt und sich sein Leben in Sunderpur als Leprakranker vorgestellt: “Weißt du, was ich tun würde, wenn ich hier leben würde? Ich würde mir eine Rickshaw kaufen und jeden Tag die Leute zwischen Raxaul und Nepal hin und herbringen. Und wenn ich achtzehn bin, dann komm ich für ein halbes Jahr hierher, um hier zu arbeiten! Und dann, wenn ich zurückkomme, schreib ich allen Menschen, dass sie spenden sollen für Little Flower. Und du gibst mir die Adressen und sagst mir dann, wie du das immer gemacht hast!“

In der Buntheit meines Lebens neben heranwachsenden Kindern und Beruf bleibt es mir wichtig, die Menschen von Little Flower, die mich so wesentlich geprägt haben, all die Fragen, all das Suchen auf stunden- und tagelangen Reisen durch das weite Land Indiens, weiterzudenken, den Kindern weiterzugeben und nie aufzuhören, das Leben in seiner Fülle und Verschiedenartigkeit zu belauschen!“

Nora Reiter

Hauptartikel: Nora Reiter

Die Impulsgeberin des Benefizkonzertes im Februar 2009 im Salzburger Republic, die 21jährige Nora Reiter, verunglückte tödlich bei einem Absturz am 18. Juli in eine Schlucht in die Salza im Gesäuse Steiermark. Zwei Mal hatte sie seit 2005 Little Flower persönlich besucht. O-Ton Nora Reiter: Das kann man niemanden erklären, der nicht dort war, was da mit einem passiert und wie viel es im Leben relativiert, wie beschenkt man wird durch diese Erfahrung.

Auszeichnungen

  • 1985: »Eduard-Wallnöfer-Preis für die mutigste Initiative zum Wohle unseres Landes Tirol«
  • 1988: »Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte«
  • 5. Oktober 2012: »Goldenes Verdienstzeichen für Verdienste um die Republik Österreich«
  • 22. Oktober 2012: »Pro Caritate Verdienstzeichen des Landes Salzburg«
  • 15. August 2017: »Verdienstkreuz des Landes Tirol«

Kontakt

Mag.a Claudia Vilanek
Siegfried-Marcus-Straße 9
5020 Salzburg
E-Mail: office@claudia-vilanek.at

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  • Mag.a Claudia Vilanek selbst
  • Aussendungen von Mag.a Claudia Vilanek
  • Interview am 21. Juni 2011 mit Benutzer:Peter Krackowizer
  • Korrekturen von Mag.a Claudia Vilanek (Aug. 2017)

Fußnoten

  1. Bis 2006 war "Magister" (männlich) bzw. (seit 1993) "Magistra" (weiblich) der übliche akademische Grad für die meisten Studien auf Master-Niveau. "Mag." ist die gesetzliche (§55 Universitätsgesetz 2002) Abkürzung sowohl für "Magister" als auch für "Magistra", wohingegen aber auch (aus gleichstellungspolitischen Motiven) die Abkürzung "Mag.a" für "Magistra" propagiert und verwendet wird.