Little Flower

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in Little Flower
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Schals aus Little Flower erhält man für eine Spende bei Mag.a Claudia Vilanek
Schals aus Little Flower
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Little Flower ist ein Projekt im Norden Indiens, das für die Leprakranken in Nordbihar, der ärmsten Gegend von ganz Indien, einzige Anlaufstelle für medizinische Betreuung, Arbeitsbeschaffung, Bildung und Zufluchtstätte ist. Im Dorf Sunderpur werden Lepraerkrankte ambulant und stationär betreut, da diese Krankheit in Indien nach wie vor auftritt und die Erkrankten zu Ausgestoßenen der indischen Gesellschaft macht.

In der Stadt Salzburg unterstützt Mag.a Claudia Vilanek seit ihrer Jugend dieses Projekt durch zahlreiche Spendenaktionen. Ihre neueste Aktion sind Schalparties.

Geschichte

Der Gründer von Little Flower ist Bruder Christdas, ein indisches katholischer Priester, der im von Mutter Theresa 1963 gegründeten Orden "Missionare der Nächstenliebe" (Missionaries of Charity) in Kalkutta, Indien, tätig war. Bis 1981 gab es mehr oder weniger nur eine einzige große Lepra-Station für Kranke in Indien, Titagarh, die von Mutter Theresa in Kalkutta eingerichtet worden war. Bruder Christdas wusste, dass im nördlichen indischen Bundesstaat Bihar (104 Millionen Einwohnern, Stand 2011) nahe der Grenze zu Nepal, besonders viele Lepra-Kranke gibt. Gleichzeitig zählte dieser Bundesstaat zu den ärmsten und auch korruptesten Bundesstaaten Indiens.

Namensgebung des Projekts

Bruder Christdas beschloss 1981, sich nach Bihar zu begeben, um in dem kleinen Ort Sunderpur ein Projekt zu gründen, das den Lepra-Erkrankten helfen sollte. Little Flower sollte das Projekt heißen. Wie eine kleine Blume (Little Flower) sollte es in Sunderpur zunächst Wurzeln schlagen, dann aber durch ihren Samen sich vermehren. Will heißen: aus einer Anlaufstelle für Lepra-Kranke sollten sich viele Hilfsaktionen und -orte später entwickeln (was bis 2011 auch schon zum Teil passiert war).

1983 war die damals gerade 18-Jährige gebürtige Tirolerin, die mittlerweile in der Stadt Salzburg lebt, Mag.a Claudia Vilanek, gerade in Indien und half in den Einrichtungen von Mutter Theresa mit. Bei ihrem einzigen Besuch in Titagarh lernte sie Bruder Christdas. In frühmorgendlichen philosophischen Diskussionen mit ihm, die aufgrund der Hitze bereits um fünf Uhr Früh am Anfang des Arbeitstages stattfanden, erlebte sie die ersten Visionen und Träume, die Aufbruchstimmung in all dem ärmlichen Leben in Lehmhütten, mit.

Das Projekt fasziniert sie in seinem Ansatz der ganzheitlichen Heilung, die nicht nur durch medizinische Maßnahmen erreichbar wird, sondern einen umfassenden Integrations- und Bildungsprozess der Menschen verlangt.

Bruder Christdas begann den Aufbau der ersten Lehmhütten und erster medizinischer Versorgung mit Hilfe der kanadischen Lepra-Hilfsorganisation Jules and Paul-Émile Léger Foundation, die ebenfalls 1981 von Paul-Émile Kardinal Léger PSS, CC, GOQ (* 1904, † 1991, römisch-katholischer Kardinal und von 1950 bis 1967 Erzbischof von Montreal) gegründet worden war. Die Léger Foundation unterstützt bis heute das Projekt neben Mag.a Claudia Vilanek als Hauptspender.

"Lepra gilt als schmutzige Krankheit, umso sauberer müssen wir uns zeigen", Bruder Christdas

Durch die Spenden konnte Bruder Christdas zusammen mit Angehörigen der Kranken die ersten Lehmhütten durch Hütten aus Ziegeln ersetzen. Der Boden blieb im Eigentum des Vereins Little Flower, doch das (kleine) Haus aus Ziegeln darauf gehörte der jeweiligen Familien. Ebenso ist es mit den kleinen Feldern und der einen oder zwei Kühe, die sich die Familien mittlerweile halten, um sich besser versorgen oder sich etwas nebenbei verdienen zu können.

Immer sieht man Menschen kehren und Straßen säubern. Bruder Christdas hat seit 1981 über eintausend Bäume gepflanzt, die nun bereits Schatten spenden. Little Flower zeigt sich den indischen, hygienischen Umständen als sauberes Dorf.

Leben im Dorf

Eine Glocke ruft die arbeitsfähigen Bewohner täglich zu den jahreszeitlich angepassten Arbeitszeiten in die Spinnerei, Weberei oder den landwirtschaftlichen Betrieb. 167 Personen, überwiegend Frauen, arbeiten in der Spinnerei im Hof und in Weberei im Gebäude an Webstühlen, deren klack, klack der Webschiffchen weithin im Land zu hören sind. Mittlerweile besuchen mehr als 300 Kinder die Schule im Dorf. Einige Kinder aus der Umgebung leben sogar in einem Internat in Little Flower. 2011 lebten rund eintausend Personen (Kranke und Angehörige) im Dorf.

Produkte der Bewohner von Little Flower

Neben der Seidenproduktion und vielen anderen Arbeitsbeschaffungsprogrammen sowie 50 000 Leprapatienten, die bisher in Behandlung (ein Großteil stationär über drei bis fünf Jahre) sind bzw. geheilt wurden, liegt ein Schwerpunkt des Projekts auf Ausbildungen für die nächste Generation und Integration in die Gesellschaft. Das größte Projekt zur Arbeitsbeschaffung ist neben einem landwirtschaftlichen Betrieb das Spinnen und Weben von Seide.

Ein Designer aus Neu Delhi begleitet das Projekt und unterstützt in der Qualitätskontrolle und in der ständigen Verbesserung der Ware und des Designs. Die Organisation Mesh in Neu Delhi hilft bei der Gesamtabwicklung und beim Versand.

In Salzburg kann man bei Mag.a Claudia Vilanek Schals in zahlreichen Farben gegen eine Spende (ab € 25.-- je Schal) bekommen. Auch bietet Mag.a Vilanek Schalparties an, um weitere Unterstützer für Little Flower zu finden.

Unternehmer Bruder Christdas

Der bereits über 60-Jährige Bruder Christdas ist im Herzen Unternehmer. Das beeindruckt Mag.a Claudia Vilanek besonders. Er hat über Jahre alle alle Einkünfte aus dem landwirtschaftlichen Betrieb von Little Flower auf einem Konto, anfangs noch für europäische Verhältnisse ausgezeichnet verzinst, zur Seite gelegt. Sein Plan war und ist es, nur mit den Zinsen des Kapitals die Gehälter aller etwa 400 Beschäftigten in Little Flower dauerhaft gesichert bezahlen zu können, um so spendenunabhängiger zu werden. Die Tatsache, dass aber in Indien der Zinssatz nun auch auf die Hälfte gefallen ist, verzögert nun diese Möglichkeit um einige Jahre (voraussichtlich auf 2012). Das Kapital selbst sollte dann nur in Notfällen im Dorf verwendet werden.

Bruder Christdas hatte mit dem Tod von Kardinal Léger nicht nur einen Freund und Gönner der ersten Stunde Little Flowers verloren (es war das erste Projekt der Léger Foundation überhaupt), sondern sieht in einem Personalwechsel in der Organisation in den letzten Jahren auch andere Strategien der Organisation. Diese hat bereits ihre Unterstützung auf die Hälfte reduziert.

Er selbst wohnt nach wie vor unter denselben Verhältnissen wie alle anderen Bewohner von Little Flower, in einem etwa drei mal drei Meter großem Raum, wo sein Bett steht sowie einem etwa gleichgroßen Raum, der als sein Büro fungiert, ausgestattet mit einem Schreibtisch und einem Regal.

Trotz dieser Sorgen von Bruder Christdas und Little Flower ist er immer fröhlichen Herzens und strahlt einen nicht umzubringenden Humor eines Lebenskünstlers aus, der diesen Projektleiters auszeichnet. Und wenn Mag.a Vilanek das Dorf besucht, kommt ihr Fröhlichkeit und Buntheit entgegen. Die Buntheit der Initiative, die Fröhlichkeit von Menschen, die ihr Leben wieder in die Hand genommen haben, auch wenn ihre Hände manchmal nur noch Stumpen sind.

Bruder Christdas ist tot

Am Mittwoch, den 27. August 2011, erreichte Mag.a Vilanek die traurige Nachricht, dass Bruder Christdas fünf Monate vor dem 30. Geburtstag von „Little Flower“, verstorben war. Nahezu 30 Jahre, nachdem er sich entschieden hatte, in diesem Gott verlassenen Landstrich mit den Lepra kranken Menschen zu leben und mit ihnen ein Modell der Zuversicht zu entwerfen, hatte er am 27. Juli in den frühen Morgenstunden verabschiedet. Er war mit Herz- und Atembeschwerden ins Duncon Hospital eingeliefert worden, wenige Tage später kam ein Nierenversagen dazu, und am 27. Juli um 4:30 tat er mit 75 Jahren seinen letzten Atemzug.

Im Dezember 2010 hatte sich Mag.a Vilanek das letzte Mal von ihm verabschiedet, durchaus im Bewusstsein, einen alten und müden Mann zurück zu lassen, trotzdem, immer noch voll Humor und Energie, wenn sie in intensiven Diskussionen über “Little Flower“ Stunden und Tage verbrachten, sie sein Ende und sein Erbe diskutiert hatten.

Spendendaten

Von 1983 bis 2009

Seit 1983 konnte sie insgesamt eine Summe von rund 720.000 Euro an Little Flower überweisen.

Unterstützung 2009

Rund € 81.700.-- an Spendengelder konnte Mag.a Vilanek 2009 in Österreich sammeln. Die Kosten für den Betrieb von Little Flower betragen im Monat rund € 15.000.--, wobei die Hälfte von einer kanadischen Hilfsorganisation kommt. So betrachten kann Mag. Vilanek mit ihren Spendengeldern das Dorf fast ein Jahr finanzieren. Die interessanteste Hilfsaktion dieses Jahres startete das Sportgymnasium Stams in Tirol. Eine Marathon-Veranstaltung brachte € 6.000.-- an Spendengeldern.

Unterstützung 2010

2010 waren es 65.000 Euro.

Unterstützung 2013

Das Ergebnis der Spendentätigkeit 2013 lag bei Euro 189.000 und war damit das weit höchste, das je in einem Jahr in Österreich gesammelt wurde.

Das war das Jahr 2013

Im wesentlichen haben sich Mag.a Vilanek und ihre Mitstreiter vier Projekten gewidmet:

- der Aktion "140 Krankenhausbetten für Little Flower" im Gesamtwert von 40.000€
- dem Bauprojekt Panapane in Zusammenarbeit mit der Kunstuni Linz/Architektur
- dem Werben um Patenschaften für die Kinder in Little Flower
- der Schalproduktion in der Weberei, und den Schals, die in Österreich als Träger der Botschaft Little Flowers viel Freude bereiten

Die Krankenhausbetten konnten zur Gänze finanziert werden, das Bauprojekt ist gut im Gange und der Bauleiter, Franz Landl aus Linz steuert nun bis Mitte März 2014 dort die Geschicke, bis zum Sommer, können nach Meinung der österreichischen Unterstützer, einen erfolgreichen Abschluss finden. Die Patenschaften für die Kinder in Little Flower konnten auf in Summe 73 zu je 30€ aufgestockt werden. Die Schalproduktion konnte wesentlich ausgebaut, an Menge nahezu verdoppelt, die Schalgalerie findet mehr und mehr Interessenten und die Schals sind Spender von Freude und Genuss.

Lebenskosten

Im Monat braucht das Projekt ca. 8.000 Euro, um 400 Menschen zu versorgen, ihre Gehälter zu zahlen, 120 Mal drei Mahlzeiten für die stationären Patienten zu kochen, 150 Mal drei Mahlzeiten für die Internatskinder, die Gehälter zu bezahlen, Medikamente usw. Weitere wissenswerte Details über das Leben und dessen Finanzierung kann man in den Rundbriefen auf der Homepage von Little Flower nachlesen[1]

Lepra

Mehr zur Krankheit kann man im Wikipedia[2]] nachlesen. Darüber hinaus informiert der Salzburgwiki-Artikel Lepra nicht nur über die Krankheit im geschichtlichen Rückblick im Land Salzburg, sondern gibt einen kurzen Einblick in diese nicht leicht zu bekommende und durchaus heilbare Krankheit. Bruder Christdas meinte zur Krankheit selbst: "Wenn du Lepra unbedingt haben willst, ich muss dich enttäuschen, sie ist sehr schwer zu bekommen".

Spendenkonto

Empfängername: Verein Lepradorf Bruder Christdas 5020 Salzburg
Bank: Bawag P.S.K.
Überweisungen in Österreich:
Kontonummer: 56310 748 736
Bankleitzahl: 14 000
Überweisungen aus einem EU-Land:
IBAN: AT80 14 000 56310 748 736
BIC: BAWAATWW

Seit 15. November 2012 sind Spenden an Little Flower beim österreichischen Finanzamt absetzbar[3]

Videolink

  • im Facebook gibt es ein 28minütiges, sehr eindrucksvolles und berührendes Video in englischer Sprache über "Little Flower"

Bildergalerie

Weblinks

Quellen

Fußnoten