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Alte Residenz

Die Alte Residenz am Residenzplatz.
Alte Residenz in Salzburg mit den Fiakern am Platz.
Alte Residenz, Haupteingang, das Prunkportal mit Wappen der Erbauer.
Das Eingangtor in den Hof der Alten Residenz.
Innenhof und Atrium mit dem Eingang zur Alten Residenz.
Türgitter beim Aufgang in die Residenzgalerie.
Die Prunkstiege.
Deckenfresko in den Prunkräumen

Die Alte Residenz ist eine der beiden historischen fürsterzbischöfliche Residenzen in der Altstadt der Stadt Salzburg. Sie gehört zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Alte Residenz ein quadratischer Gebäudekomplex zwischen dem Residenzplatz im Osten, dem Alten Markt im Norden und dem Domplatz im Süden. Im Nordwesten grenzt er an den Toskanatrakt, im Westen an die Dietrichsruh und im Südwesten an Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau (mit eigenem Zugang ins Kircheninnere). Vom Residenzplatz führt ein Portal in den Hof der Alten Residenz an dessen Westennde sich ein Herkulesbrunnen und der Stiegenaufgang zu den Räumen befinden. Neben dem Herkulesbrunnen führt eine Türe zur ehemaligen Salzburger Hoffischerei. Ein weiters Portal verbinden die Residenz mit dem Domplatz.

Geschichte

Ihre Baugeschichte beginnt mit Erzbischof Konrad I. von Abenberg und wird um 1120 erstmals der Bau eines Bischofshofes urkundlich erwähnt. Dieser war ein unregelmäßiges Viereck, mit vielen Erkern, Vorsprüngen und kleineren Anbauten, insbesondere der Kapelle zum heiligen Johannes. Der Gebäudekomplex stand nahe bei der Domkirche (Konradinischer Dom) oder hing mit diesem zusammen. Der Hauptzugang zu diesem Bischofshof lag beim sogenannten Rinderholz am Alten Markt. Im 15. Jahrhundert wurde der mittelalterliche Bischofshof erneuert und sowohl auf der Süd- wie auf der Nordseite mit schönen Zimmern versehen. Über den alten Salzmarkt und die Käsgasse im Westen oder über ein kleines Tor des Bischofshofes gelangte man zum weitläufigen Frauenhof im Süden. [1] [2]

Unter Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau beginnt der Neubau der bischöflichen Residenz. 1596 wird die Hofkapelle im Osten abgebrochen. 1597 wird das Rinderholz im Norden abgetragen und der alte Bischofshof etwa um die Hälfte verkleinert. 1598 vernichtet ein Brand den romanischen Konradinischen Dom. Das Zentrum von Salzburg ist plötzlich eine Großbaustelle und es wird eine grundlegende Neuplanung für die wichtigsten kirchlichen und weltlichen Repräsentationsbauten notwendig. Um 1600 verlegt Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau seinen Wohnsitz in die Neue Residenz, die ursprünglich ab 1588 für Familienangehörige des Fürsterzbischofs errichtet worden war. Dadurch entsteht der Begriff Alte Residenz. Während der Dom abgebrochen wird, wird ab 1600 in der Alten Residenz der neue Trakt im Süden mit dem Prunkräume der Alten Residenz#Carabinierisaal errichtet.

Die Residenz erhält auch eine Zufahrt von Süden über den Domplatz. 1605 wird die Residenz nach Westen durch die Dietrichsruh erweitert.[3] 1606 folgt das Hofbogengebäude als neuer Bezugspunkt.

1614 wird der Trakt im Norden, zum Alten Markt hin, unter Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems neu errichtet. Ebenso wird das Atrium im Innenhof mit dem Herkulesbrunnen fertiggestellt. 1664 renoviert Guidobald Graf von Thun und Hohenstein die Residenz im Osten von Grund auf, erhöht und baut das dort befindliche Tor als Hauptzugang vom Residenzplatz aus. 1689 wird unter Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein der Trakt über dem Atrium aufgestockt. 1710 erhält die Residenz unter Fürsterzbischof Franz Anton Graf Harrach eine neue Fassade und das Prunkportal am Residenzplatz wird errichtet.

Diese Baugeschichte ist an Hand der am Gebäude angebrachten Wappen noch heute ersichtlich.

Vom 29. April 1803 bis 18. Oktober 1805 wird ein der Residenz angebauter Gebäudekomplex Wohnsitz von Kurfürst Ferdinand (Großherzog von Toskana) bewohnt, der später so benannte Toskanatrakt. Er war zwischen 1868 und 1908 Wohnsitz der Verwandten der Linie Habsburg-Toskana. Auch Kaiserin-Witwe Karoline Auguste von Bayern wohnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lange Zeit im Toskanatrakt.

In den 2010er-Jahren müssen die Dachstühle repariert werden. Auf den Dachböden, die als Lager genutzt werden, kommt es bei den Decken zu Senkungen, die Risse im Mauerwerk zur Folge hatten. Diese Schäden dürften auf Bombardierungen des Salzburger Doms im Zweiten Weltkrieg zurückzuführen sein. Damals trafen viele Splitter das Residenzgebäude. Bei der nach Kriegsende erfolgten Ersetzung des Graben- durch ein Satteldach seien die alten Dachbalken nicht systemgerecht wieder eingesetzt worden. Die Kosten für die gesamte Sanierung werden auf 1,5 Mio. Euro geschätzt.

2019 werden der Innenhof der Alten Residenz und der Herkulesbrunnen restauriert.[4][5]

Innenhöfe

Die Alte Residenz selbst besitzt einen großen Hof mit Zugang von Residenz- und Domplatz. Im nördlich angebauten Toskanatrakt gibt es den Toskanahof sowie die Dietrichsruh und einen kleinen Hof im südlich angrenzenden Wallistrakt.

Räume und Ausstattung

Hauptartikel Prunkräume der Residenz

Die Residenz besteht aus über 180 Räumen und Sälen (inklusive ihren angrenzenden Gebäuden), darunter 15 Prunkräume. Bekannt sind hier der große Prunkräume der Alten Residenz#Carabinierisaal mit einem großen Deckengemälde von Johann Michael Rottmayr. Daran anschließend befinden sich die Fürstenräume (Rittersaal, Konferenzzimmer, Arbeitszimmer, Schatullenkabinett, Schlafzimmer, Hauskapelle und Gesellschaftszimmer). Diese wurden unter Leitung von Johann Lucas von Hildebrandt neu gestaltet und von Rottmayr und Martino Altomonte mit Gemälden versehen. Das Originalinventar wurde leider im 19. Jahrhundert von verschiedenen Fremdherrschern - Franzosen, Bayern, dem kurzzeitigen Kurfürsten Ferdinand und den Habsburgern. geplündert.

In den Prunkräumen hat auch Wolfgang Amadé Mozart vor dem Fürsterzbischof musiziert. Hier hat er im Jahr 1775 sein Violinkonzert in A-Dur (KV 219) uraufgeführt. Die Salzburger Residenz zählt zu den wertvollsten Profanbauten der Salzburger Altstadt. Die Prunkräume werden alljährlich von rund 50 000 Personen besucht.

Im zweiten Stock befindet sich heute die Residenzgalerie, in der die erhaltenen Gemälde der Gemäldesammlung der Fürsterzbischöfe aufbewahrt und gezeigt werden. Seit Mai 2014 kann man von der Alten Residenz ausgehend das Museum DomQuartier begehen.

Nicht in der Residenz, sondern in angrenzenden Gebäuden befinden sich die Landkartengalerie und die Sala Terrena.

Bildergalerien

Allgemeine Bilder der Residenz

Wappen

Am Eingang am Residenzplatz befindet sich ein Wappen von Fürsterzbischof Franz Anton Fürst Harrach um 1710 mit folgender Inschrift:

lateinische Inschrift: FRANCISCUS ANTONIUS ARCHIEP(ISCOPU)S ET PRINCEPS SALISBURG(ENSIS) S(ANCTAE) S(EDIS) A(POSTOLICAE) L(EGATUS) DE HARRACH HOC PALATIUM INTUS ET FORIS ORNATIUS COMMODIUSQUE REDEGIT ANNO D(OMI)NI MDCCX
deutsche Übersetzung: Franz Anton Erzbischof und Fürst von Salzburg, des Heiligen Apostolischen Stuhls Legat, von Harrach, hat diesen Palast innen und außen in einen schmuckreicheren und angenehmeren Zustand gebracht im Jahre des Herrn 1710

Wappen von Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg und Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein im Innenhof über dem Atrium beim Eingang zur Alten Residenz, um ca. 1689, mit folgender Inschrift:

lateinische Inschrift: HOC PALATIUM SPLENDIDIUS REDDIDERUNT & COMMODIUS
deutsche Übersetzung: diesen Palast in einen hervorragenderen und angenehmeren Zustand gebracht haben

Gedenktafeln

Gedenktafel von Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg im Innenhof über dem Atrium beim Eingang zur Alten Residenz um 1689, mit folgender Inschrift:

lateinische Inschrift: MAXIMILIAN. GANDOLPH EX COMIT(IBUS) DE KUNBURG D(EI) G(RATIA) ARCHIEP(ISCOP)US ET P(RI)N(CE)PS SALISB(URGENSIS) S(ANCTAE) SEDIS APOST(OLICAE) LEGAT(US) &c M.DC.LXX
deutsche Übersetzung: Maximilian Gandolph aus dem Grafengeschlecht von Kuenburg, von Gottes Gnaden, Erzbischof und Fürst von Salzburg, des Heiligen Apostolischen Stuhls Legat, etc. 1670

Gedenktafel von Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein im Innenhof über dem Atrium beim Eingang zur Alten Residenz um 1689, mit folgender Inschrift:

lateinische Inschrift: IOANNES ERNESTUS EX COMIT(IBUS) DE THUN D(EI) G(RATIA) ARCHIEP(ISCOP)US ET P(RI)N(CE)PS SALISB(URGENSIS) S. SEDIS APOST(OLICAE) LEGAT(US). &c. M.DC.LXXXIX
deutsche Übersetzung: Johann Ernst aus dem Grafengeschlecht von Thun und Hohenstein, von Gottes Gnaden, Erzbischof und Fürst von Salzburg, des Heiligen Apostolischen Stuhls Legat, etc. 1689

Gedenktafel von Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein, eine Steinplatte rechts oben in der Toreinfahrt zur Alten Residenz um 1664, mit folgender Inschrift:

lateinische Inschrift: IST(IUS) HANC PALATII FRONTEM LATERAQVE, LATE RVINAM MINITANTIA, NOVIS E QVADRATO LAPIDE FVNDAMENTIS, ALTE SVFFVLSIT ET STABILIVIT GVIDOBALDVS ARCHIEP(ISCOP)VS ET PRINCEPS A(NN)o D(OMINI) MDCLXIIII
deutsche Übersetzung: Diese Seite dieses Palastes, die Vorderseite und Flügel, die weithin einzustürzen drohend waren, mit neuen Fundamenten aus Quadersteinen, hinauf stützend gestärkt und befestigt durch Guidobald, Erzbischof und Fürst, im Jahre des Herrn 1664

Bilder

  Alte Residenz – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. books.google.at Lorenz Hübner: Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte, Erster Band (Topographie), Salzburg 1792, Seite 149 ff]
  2. www.ubs.sbg.ac.at Setznagel aus: Braun/Hogenberg: Civitates orbis terrarum/Salzburg_1575 "Ansicht von Salzburg", Markus Secznagel zugeschrieben, kolorierter Kupferstich; um 1575, unsigniertes Blatt, aus den "Civitates orbis terrarum" von Georg Braun und Franz Hogenberg, Köln, Universitätsbibliothek Salzburg, Grafiksammlung, G 228 II
  3. Wie Salzburg zu seinem Gesicht kam
  4. Salzburger Landeskorrespondenz vom 05.08.2019
  5. salzburg.orf.at/Residenz-Sanierung schreitet voran