Francois Duclercq

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François Duclercq (* 191x; † September 2008) war französischer Kriegsgefangener in Leogang.

Leben

Nach dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Frankreich kämpfte François Duclercq als Soldat in der französischen Armee. Nach seiner Gefangennahme durch die Deutsche Wehrmacht war er als Zwangsarbeiter sowohl im Rohmagnesitbergbau Inschlagalpe als auch am Leoganger Vorderrainhof bei Familie Scheiber als Landarbeiter eingesetzt. Der Arbeitsplatz am Vorderraingut rettete ihm womöglich das Leben. Dort verfügte er über eine menschenwürdige Unterbringung und Verpflegung und wurde entgegen den geltenden Vorschriften ungeachtet seiner Herkunft und seines Status in die Bauernfamilie integriert und wie ein Mensch behandelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte François Duclercq nach Frankreich zurück und war Finanzbeamter in Amiens. Er blieb aber Zeit seines Lebens mit seiner früheren Dienstgeberfamilie in Kontakt. Er erreichte auch die Bestrafung jenes Wachmannes, der das Leben zweier französischer Kriegsgefangener, die in Leogang auf verbrecherische Weise zu Tode gekommen waren, auf dem Gewissen hatte. François Duclercq starb mit 95 Jahren während eines Urlaubes in der Bretagne; seine Asche wurde auf seinen eigenen Wunsch in Leogang beigesetzt.

Duclercqs Leben und das Schicksal seiner französischen Landsleute sind Ausgangspunkt für die Theaterproduktion „Im Dorf“, die von der Wiener Theatergruppe „ortszeit“ im Jahr 2012 in Leogang unter Regisseurin Ursula Reisenberger zur Aufführung gelangte.

Mehr darüber

Quellen