Grau-Erle

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Grau-Erle
Grau-Erlenwald mit Findling im Ferleitental
Grau-Erlen am Speicher Klammsee
Von Gespinstmotten befallener Stamm einer Grau-Erle

Die Grau-Erle, auch Weiß-Erle genannt, ist ein Laubbaum, der zur Gattung der Erlen in der Familie der Birkengewächse zählt.

Verbreitungsgebiet

Die Grau-Erle findet sich von Nord-, über Mittel- und Osteuropa bis zum Kaukasus, während sie in Westeuropa fehlt. Unterarten kommen in Nordamerika und in Asien vor. Die Grau-Erle wächst in Mitteleuropa vor allem im süddeutschen Raum und in Österreich.

Sie weist meist krumme Stämme mit geringem Durchmesser auf. Ihr Holz wird daher hauptsächlich als Brennholz verwendet. Der Baum wird jedoch oft zur Aufforstung von Hängen, aufgelassenen Schottergruben und Abraumhalden gepflanzt, da die Grauerle durch ihre leicht verrottbaren Blätter und durch Symbiose mit dem Bakterium Frankia alni den Stickstoff der Luft binden kann und somit zur Verbesserung des Bodens beiträgt.

Die Grau-Erle ist somit ein bodenverbessernder Pionierbaum, der auch Bachufer und sickernasse Rutschhänge sichert. Sind Bodenbefestigung und Humusanreicherung möglich, entwickeln sich Hangerlenwälder später zu anspruchsvolleren Waldtypen – beispielsweise mit Eschen und Bergahornbäumen weiter.

Während die Bedeutung von Grau-Erlenwäldern aus Sicht der Holzwirtschaft gering ist, nimmt die Grau-Erle als bodenverbessernder Pionierbaum ökologisch einen höheren Rang ein.

Verbreitung in Salzburg

Grau-Erlenbestände finden sich an den Ufern vieler Salzburger Bäche und Flüsse. In allen Tälern der Hohen Tauern kommt die Baumart sowohl entlang der Bäche als auch an den Hängen vor. Erst in Lagen über 1 400 m ü. A. wird sie von der strauchförmigen Grünerle abgelöst.

Beschreibung

Die Grau-Erle ist eine der sommergrünen Laubbaumarten, die eine Höhe von maximal 25, meist aber nur von zehn bis 15 Metern erreicht. Ihr Stammdurchmesser bleibt unter 40 Zentimeter. Der Baum ist entweder ein- oder mehrstämmig, meist reich verzweigt und bildet eine dichte Krone. Er kann aber auch strauchförmig wachsen. An bestimmten Standorten bleiben die Stämme kurz und entwickeln sich krumm und drehwüchsig. Die Rinde erscheint hellgrau, sie ist glatt und es bildet sich keine Borke.

Das Holz der Grau-Erle ist rötlichweiß, rötlichgelb bis hellrötlichbraun, das Kern- und Splintholz ist gleichfarbig. An frischen Schnittflächen erscheint das Holz durch die Oxydation auffällig orangerot.

Die Wurzeln der Grau-Erle weisen ein Herzwurzelsystem mit starken Horizontalwurzeln auf, die zwei bis drei Meter weit wachsen, während die in die Tiefe gehenden Wurzeln nur ca. 90 cm erreichen.

Die wechselständig angeordneten Blätter sitzen auf zwei bis drei Zentimeter langen Blattstielen. Die Blätter wachsen eiförmig bis elliptisch, weisen einen doppelt gezähnten Blattrand auf und besitzen im Unterschied zur Schwarz-Erle mit fünf bis acht Paaren acht bis zwölf Nervenpaare. Die Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite graugrün, Größe und Blattform variieren.

Die Grau-Erlenblüten sind eingeschlechtlich und als kätzchenförmigen Blütenstände ausgebildet, deren Anlage sich bereits im Herbst des Vorjahres entwickelt. Blütezeit ist von Februar bis März, die Samen bilden sich ca. zwei Monate nach der Bestäubung.

Vermehrung, Wachstum, Standortansprüche

Die Vermehrung an natürlichen Standorten erfolgt mittels der Samen, die durch die Einwirkung von Wind oder Wasser aus den Zapfen fallen und so verbreitet werden. Grau-Erlen sind schnellwüchsig und erreichen in zehn bis 15 Jahren ihre Höhe. Die Bäume werden selten älter als 50 Jahre.

Die Grau-Erle wächst vorwiegend in Höhen von 500 bis 1.400 Metern, im Osten ihres Verbreitungsgebietes steht sie auch in tieferen Lagen, im Appennin und in Graubünden erreicht sie auch Lagen bis zu 1.850 Metern.

Grau-Erlen sind frostbeständig, vertragen eine Vielfalt von Klimabedingungen, wie auch zeitlich begrenzte Überschwemmungen. Sie bevorzugen neutrale oder leicht basische, kalkhaltige und nährstoffreiche Böden.

Weitere Bilder

 Bilder allgemein zur Grau-Erle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Grau-Erle"
  • Helmut Hartl, Thomas Peer, Pflanzen, Wissenschaftliche Schriften, Nationalpark Hohe Tauern, Nationalparkrat 2005, Universitätsverlag Carinthia
  • Schautafel am Speicher Klammsee im Kaprunertal