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Schwarz-Erle

Schwarz-Erle im Einzelstand im Naturschutzgebiet Zeller See

Die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) - wegen der durch Oxidation erfolgenden Rotfärbung ihres frisch geschnittenen Holzes auch Rot-Erle genannt - ist ein mittelgroßer Laubbaum, der zur Gattung der Erlen in der Familie der Birkengewächse zählt und wie kein anderer Baum auf nassen Standorten gedeiht.

Inhaltsverzeichnis

Erscheinungsform und Eigenschaften

Sie ist ein sommergrüner Laubbaum, der bis zu 30 Meter – selten bis zu 40 Meter – hoch wachsen kann. Der Stamm weist einen geraden Wuchs auf und reicht bis zur Spitze des Baumes. Die Kronenform ist unterschiedlich, ähnelt aber oft einer Pyramide. Die Schwarz-Erle ist an ihren zäpfchenartigen Fruchtständen, die während der Winterzeit am Baum verbleiben, ihre vorne abgerundeten bis eingekerbten Blätter, die kahlen Triebe und die schwarzbraune zerrissene Borke der älteren Bäume zu erkennen. Sie wächst rasch, wird maximal 120 Jahre alt und hat als Jungbaum ein hohes Lichtbedürfnis.

Die Schwarz-Erle ist ein Pionierbaum und damit auf den meisten Standorten der Konkurrenz anderer Arten auf Dauer nicht gewachsen. Auf nassen Standorten ist sie hingegen allen anderen Baumarten überlegen und gilt daher als Moor- und Sumpfgehölz. Im Naturschutzgebiet Zeller See kommt die Schwarz-Erle auch in Gebüschform vor.

Verbreitung

Die Schwarz-Erle säumt als Baum oder in Form von Schwarz-Erlengebüsch Fluss-, Bach- und Seeufer. Sie bildet im Reinbestand auf Torfgrund mit hoch anstehendem Grundwasser und daher dauernd nassen Böden Bruchwälder, die als sog. Erlenbruch als die am stärksten gefährdeten Waldgesellschaften Europas gelten. Schwarz-Erlen kommen in ganz Europa vor, ausgenommen in Island und im Norden der skandinavischen Länder.

Holzeigenschaften

Das Holz der Schwarz-Erle ist eine Splintholzart und daher im Kern und im Splint farblich gleich. Es ist leicht bearbeitbar und gut zu färben und zu beizen. Es wird daher für Imitate von Edelhölzern eingesetzt und als Modellholz, Schnitzholz und Zigarrenkistenholz verwendet. Aus dem Holz der Schwarz-Erle werden auch Bilderrahmen und Profilleisten hergestellt.

Schwarz-Erlenholz ist unter Wasser sehr beständig und wurde daher bereits in der Jungsteinzeit für Pfahlbauten eingesetzt. Aber auch die Stadt Venedig wurde auf Eichen- und Erlenholz errichtet. Durch die Verdrängung des Holzes aus dem Wasserbau verliert das Schwarz-Erlenholz aber zunehmend an Bedeutung.

Gefährdung

Die Schwarz-Erle und andere Erlenarten wie die Grau-Erle sind durch das sog. Erlensterben, das seit Ende des 20. Jahrhunderts auftritt und durch einen Pilz verursacht wird, in ihrem Bestand gefährdet.

Bemerkenswertes

Schwarz-Erlen sind durch ihre Symbiose mit bestimmten Pilzen stickstoffbindend und bodenverbessernd und daher Bestandteil landwirtschaftlicher Mischkulturen, beispielsweise zusammen mit Hirse. Schwarz-Erlen werden auch zur Befestigung von Bach- und Flussufern gepflanzt.

Literarisch kommt sie bereits in der Antike vor. Sie galt aufgrund ihres Standortes Moor und weil sie beim Fällen „blutet“ (sauerstoffbedingte Rotfärbung), im Volksglauben als unheimlich. Der Erlkönig entstand bei der Übersetzung ins Deutsche jedoch aus Elfenkönig und hatte daher ursprünglich nichts mit Erlen zu tun.

Erlen waren aber namengebend für Orte und für Familiennamen. Im Land Salzburg leiten sich die Familiennamen Erlacher (Erlach = Erlengebüsch), Erlbacher (ein von Erlen begleiteter Bach) und Erlmoser (ein Moor mit Erlenbestand) von Erlen ab. An Orten, die sich auf Erlen beziehen, sind im Bundesland Salzburg Erlach, Erlbach, Erlberg, Erlbruck, Erlfeld und Erlhof zu nennen.

Weitere Bilder

 Allgemeine Bilder über die Schwarz-Erle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen