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Greiskraut

Hain-Greiskraut (Senecio nemorensis)
Klebriges Greiskraut (Senecio viscosus): Fruchtstand im Detail und Pappus
Frühlings-Greiskraut (Senecio leucanthemifolius subsp. vernalis)
Schmalblättriges Greiskraut (Senecio inaequidens)
Fuchs-Greiskraut (Senecio fuchsii)
Wald-Greiskraut (Senecio sylvaticus), blühend und fruchtend

Die Greiskräuter sind eine Gattung innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Inhaltsverzeichnis

Name

„Greiskraut“, häufig auch sekundär zu „Kreuzkraut“ oder auch „Greisenkraut“ verändert, ist eine (Art von) Übersetzung des lateinischen Namens „Senecio“, und dieser gehört zu lateinisch senex, „alt“, auch „der Greis“. (Davon kommen natürlich auch unser Senior [„Älterer“] und das spanische „Señor“ [„Herr“]), aber auch „senil“ [„vergreist“].) Die Pflanze wird also als „Greis“ bezeichnet, weil die Samen mittels kleiner Flugapparate verbreitet werden, und diese Flugapparate sind nichts anderes als Haarschöpfe aus weißen Pappushaaren: Weiße Haare – das stellt die Verbindung zum „senex“ her, zum weißhaarigen Greis.

Verbreitung

Die Greiskräuter sind in mehr als tausend Arten fast weltweit verbreitet und bilden damit unter den Blütenpflanzen eine der artenreichsten Gattungen. Allein in Mitteleuropa sind mindestens 30 Arten heimisch.

Arten

Beispiele für Greiskraut-Arten und -Unterarten sind

  • das Gämswurz-Greiskraut oder die Gämswurz (Senecio doronicum), eine kalkliebende Pflanze, die auf steinigen Rasen, felsigen Hängen und in der sogenannten Krummholzzone in Höhenlagen von 1200 bis 2500 Metern vorkommt und in Österreich in sämtlichen alpinen Regionen verbreitet ist;
  • das Schmalblättrige Greiskraut (Senecio inaequidens), eine ursprünglich in Südafrika beheimatete Art, die in vielen Teilen der Welt eine invasive Pflanze ist und in Mitteleuropa bereits zu den häufigsten Greiskraut-Arten gehört;
  • das Frühlings-Greiskraut (Senecio leucanthemifolius subsp. vernalis), das auf sommerwarmen, mäßig trockenen, nährstoffreichen, meist kalkarmen, wenig humosen lockeren Lehm- oder Sandböden gedeiht;
  • das Fuchs-Greiskraut (Senecio ovatus, Syn.: S. fuchsii), das z. B. in schattigen Berg- und Schluchtwäldern, an Waldrändern und in Lichtungen massenhaft auftritt und auch im Nationalpark Hohe Tauern heimisch ist;
  • das Hain-Greiskraut (Senecio nemorensis), das in geeigneten Lebensräumen beispielsweise in Laub- und Mischwäldern weit verbreitet ist;
  • das Wald-Greiskraut (Senecio sylvaticus), das hauptsächlich Kahlschläge, aber auch lichte Laub- und Mischwälder sowie Waldränder besiedelt und bis in Höhenlagen von 1800 m vorkommt;
  • das Klebrige Greiskraut oder Kleb-Greiskraut (Senecio viscosus L.), ein in Österreich überall häufiges „Unkraut“;
  • das Gewöhnliche oder Gemeine Greiskraut (Senecio vulgaris L.), eine häufig vorkommende typische Ruderalpflanze.

Seit 2006 werden weltweit etwa 45 Arten nicht mehr zur Gattung Senecio, sondern zur Gattung Jacobaea gerechnet, darunter die folgenden:

  • Eberrauten-Greiskraut (Jacobaea abrotanifolia (L.) MOENCH, Syn.: Senecio abrotanifolius L.);
  • Alpen-Greiskraut oder Herz-Greiskraut (Jacobaea alpina (L.) MOENCH, Syn.: Solidago alpina L. u.a.);
  • Wasser-Greiskraut (Jacobaea aquatica (HILL) G.GAERTN. & AL., Syn.: Senecio aquaticus HILL, Senecio pratensis RICHT.);
  • Raukenblättriges Greiskraut (Jacobaea erucifolia (L.) G.GAERTN. & AL., Syn.: Senecio erucifolius L., Senecio autumnalis (CARIOT) GAND., Senecio erucifolius var. autumnalis CARIOT);
  • Graues Greiskraut oder Grau-Greiskraut (Jacobaea incana (L.) VELDKAMP, Syn.:Senecio incanus L.), mit Unterarten wie dem Krainer Grau-Greiskraut oder Krainer Greiskraut (Jacobaea incana subsp. carniolica (WILLD.) B.NORD. & GREUTER, Syn.: Senecio carniolicus WILLD., Senecio incanus subsp. carniolicus (WILLD.) BRAUN-BLANQ.), einer typischen Gebirgspflanze des subalpinen bis alpinen Bereichs, die kalkarme Silikatrasen bevorzugt;
  • Sumpf-Greiskraut (Jacobaea paludosa (L.) G.GAERTN. & AL., Syn.: Senecio paludosus L., Senecio bohemicus TAUSCH, Senecio riparius WALLR.) mit mehreren Unterarten, das u.a. gelegentlich im Alpenvorland vorkommt;
  • Jakobs-Greiskraut oder Jakobskraut (Jacobaea vulgaris GAERTN., Syn.: Senecio jacobaea L., Senecio flosculosus JORD., Senecio foliosus DC., Senecio jacobaeoides WILLK., Senecio nemorosus JORD.) mit mehreren Unterarten und in Salzburg nur sehr lokaler Verbreitung.

Die Pflanzen gehören zur Familie der Korbblütler, Tribus Greiskrautförmige (Senecioneae), und sind zum Beispiel mit Huflattich und Pestwurz verwandt.

Nahrungspflanze und Giftigkeit

Für die Greiskräuter sind die giftigen Pyrrolizidin-Alkaloide typisch, die zum großen Teil leberschädigend und krebsauslösend sind. Vergiftungen sind auch über Honig und Kuhmilch möglich. Das Vieh meidet Greiskräuter auf der Weide, jedoch nicht im Heu.

Bestimmte Greiskräuter dienen den Raupen bestimmter Schmetterlingsarten als Nahrung.

Bildergalerie

Quellen