Großglockner Hochalpenstraße und whatsalp

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Der Großglockner - Natur-Schauspiel–Kulisse, 24 min. mit weiteren Statements zur Großglockner Hochalpenstraße von Prof. Dr. Eberhard Stüber (Ehrenpräsident Österr. Naturschutzbund), Prof. Dr. Roman Türk (Präsident Österr. Naturschutzbund) und Dir. Dr. Norbert Winding (Haus der Natur)
Treffen der "Whatslap-Gruppe" auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe vor dem Hintergrund des Großglockners, v.l. Gerhard Stürzlinger, Harry Spiess, Claudia Cappel (alle Whatsalp), Hannes Augustin (Salzburger Naturschutzbund), Johannes Hörl (Vorstand Großglockner Hochalpenstraßen AG) und Dominik Siegrist (Whatsalp)
v.l. Gerhard Stürzlinger, Harry Spiess, Hannes Augustin (Salzburger Naturschutzbund), Johannes Hörl (Vorstand Großglockner Hochalpenstraßen AG) und Dominik Siegrist (Whatsalp)

Dieser Artikel berichtet über die Großglockner Hochalpenstraße und whatsalp.

„whatsalp“-Zwischenstopp und mediales „Gipfeltreffen“ auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe im Sinne der Nachhaltigkeit

Am 3. Juni 2017 brach die Gruppe „whatsalp“ zu ihrer viermonatigen Alpenüberquerung von Wien nach Nizza auf. „whatsalp“ macht im Rahmen ihres Weitwanderprojektes auf die Entwicklung der Alpen als schutzbedürftiger Lebensraum aufmerksam. 2017 folgt man weitgehend derselben Route wie 1992 bei ihrer ersten Alpenwanderung. Im Rahmen eines Gipfeltreffens am 4. Juli 2017 auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe diskutierten Vertreter der Großglockner Hochalpenstraßen AGund des Naturschutzbundes mit den Alpenwanderern von „whatsalp“ erneut die Zukunft der Alpen.

Dr. Johannes Hörl, Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG), und Dr. Hannes Augustin, Landesgeschäftsführer des Naturschutzbundes Salzburg, begrüßten am 4. Juli 2017 die „whatsalp“-Alpenwanderer Gerhard Stürzlinger, Harry Spiess und Dominik Siegrist auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Seit über einem Monat ist die Wandergruppe zu Fuß über die Alpen unterwegs, mit dem Ziel, den aktuellen Zustand und den Wandel der Alpenregionen zu dokumentieren.

Wiederholung aus dem Jahr 1992

Das Gipfeltreffen auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe war eine Art „Revival“, da diese Gruppe schon vor 25 Jahren Ziele und Visionen diskutiert hatte, erläuterte Johannes Hörl. „Wir sind stolz, dass im Verlauf der vergangenen Jahre durch zahlreiche Maßnahmen eine sehr gute Auflösung des Spannungsfeldes von Natur und Technik gelungen ist. So wurde z. B. die Kooperation mit dem Nationalpark Hohe Tauern insbesondere in den letzten Jahren zur Erfolgsgeschichte. Die Ergebnisse von aktuellen Studien des ÖAMTC oder der TU Wien, begleitet durch das Umweltbundesamt, belegen, dass die Emissionen, unter anderem von Kohlenstoff und Stickstoff, in den Hohen Tauern im Verlauf der letzten 25 Jahre um 70 bis 90 % (!) reduziert werden konnten. Das ist vor allem auf den technischen Fortschritt aber auch auf Maßnahmen im Unternehmen zurückzuführen.

Die Großglockner Hochalpenstraße hat im Verhältnis zu der Zeit der Ostöffnung Anfang der 1990er Jahre heute auch um etwa 400 000 weniger Besucher (von etwa 1,25 Mio. jährlich wurde auf 850 000 Besucher reduziert) ist aber aufgrund entsprechender Vertriebsmaßnahmen dennoch ein äußerst erfolgreiches und gesundes Unternehmen. „Die gesamte Jahresfrequenz an Fahrzeugen auf der Großglockner Hochalpenstraße entspricht z. B. einer Dreigagesfrequenz am Lieferinger Tunnel (Salzburger Stadtautobahn). Wichtig ist die Besucherlenkung entlang der Straße selbst mittels entsprechenden Ausstellungen, Lehrwege und Infostellen, damit ein unkontrolliertes Ausschwärmen in der hochalpinen Landschaft des Nationalparks vermieden wird“, so der technische Direktor der GROHAG, Ing. Thomas Noel. Darüber hinaus werden im Technik- und Anlagenbereich Maßnahmen der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz umgesetzt; so wurden alle wesentlichen Hochbauten thermisch saniert und es entsteht am Besucherzentrum auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe eine 700 m² Photovoltaik-Anlage, womit der gesamte Eigenstromverbrauch für den Betrieb vor Ort aus nachhaltiger Energiequelle bezogen werden kann. Ebenso wird die Stromversorgung des Mittertörltunnels über eine PV-Anlage gewährleistet.

Großglockner Hochalpenstraße am Weg zum Welterbe schafft Bewusstsein für Natur im Hochgebirge

In den letzten Jahrzehnten wurde die identitätsstiftende Rolle der Großglockner Hochalpenstraße für die Republik Österreich besonders deutlich: die Straße samt ihren wesentlichen Hochbauten steht mittlerweile unter Denkmalschutz und soll auf Antrag der Republik Österreich in den nächsten Jahren UNESCO-Welterbe werden. Sie gilt als nationales Monument und auch als Vorzeigemodell. Immerhin gehen hier Europas bekannteste und gleichzeitig schönste Panoramastraße und der Nationalpark Hohe Tauern eine einzigartige Symbiose ein. Die Großglockner Hochalpenstraße verschafft jährlich fast etwa 850 000 Menschen aus aller Welt Zugang zu einem sensiblen alpinen Naturraum und damit Bewusstsein für dessen Kostbarkeit und Schutz.“, so Hörl.

Maßnahmen zur Förderung eines ökologischen Bewusstseins

Die GROHAG hat – seit 1992 - zahlreiche Strategien entwickelt und entsprechende nachhaltige Maßnahmen umgesetzt und damit die Großglockner Hochalpenstraße zum international anerkannten Benchmark für einen touristischen Infrastrukturbetrieb in einem sensiblen Umfeld gemacht:

Themen, die Anfang der 1990er Jahre nur für wenige Menschen wichtig waren wurden aufgegriffen, diskutiert und umgesetzt, so bildet sich das geistige Zentrum für Ökologisierung schwerpunktmäßig in einem Bildungsauftrag für fast alle Bereiche der Großglockner Hochalpenstraße ab, den die Gesellschaft in vielschichtiger Hinsicht erfüllt:

- ein Besucherzentrum mit Nationalpark-Infostelle, - fünf Natur-Themenspielplätze, - zehn Museen und Ausstellungen, - 15 Lehrwege, Service- und Nationalpark-Infos, - Einführung des Nachtfahrverbotes in Absprache mit Jägerschaft und Grundeigentümern, - nachhaltige Forschungsförderung via Glockner-Ökofonds mit etwa 40 umgesetzten Forschungsprojekten, - zwei Forschungsstationen, wobei die „Prof. Dr. Eberhard Stüber Forschungsstation für hochalpine Studien im Nationalpark Hohe Tauern“ internationalen Ruf genießt, - kostenlos geführte Nationalpark-Ranger-Touren auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, - die Einführung eines Nationalpark -Busses mit geprüften Nationalpark-Rangern, - zahlreiche Maßnahmen zur Förderung der Bewusstseinsbildung für alternative Antriebe (Ausbau der E-Lade-Infrastruktur, Einsatz von E-Fahrzeugen im Betrieb, E-Fahrzeug-Sondertarife, Kooperationen und Events im Bereich E-Mobilität udgl)

Professor Dr. Eberhard Stüber (Ehrenpräsident des Österreichischen Naturschutzbundes), berät die Verantwortlichen der GROHAG seit mehreren Jahren und aus diesem Austausch konnten zahlreiche landschaftsästhetische und naturschutzfachliche Maßnahmen initiiert werden. So etwa hat die GROHAG neben den infrastrukturellen Maßnahmen 2016 einen großen Teil ihrer Blumenwiesen in die Naturschutzbund-Kampagne NATUR VERBINDET eingebracht, ein durchgängiges Müll-Trennsystem oder die „Ökologische Mahd“ (samt Unkrautvertilgung via Heißdampfgerät und einem biologisch abbaubaren Unkrautvertilger) entlang der Großglockner Hochalpenstraße eingeführt.

Prof. Stüber: „Die Glocknerstraße und der Nationalpark Hohe Tauern haben eine enorme Bedeutung für die Umwelterziehung. Die Belastung durch den Autoverkehr ist jetzt minimal, das bestätigen Untersuchungen. Es gibt keinen Nachtverkehr, es gibt die Wintersperre und es gibt keinen Schlechtwetterverkehr. Der Verkehr findet nur an schönen Tagen statt, ist minimal und die Auswirkungen sind praktisch nicht nachweisbar.

Blühende Straßenränder als Lebensraum und Nahrungsquelle – „Ökologische Mahd“

Die GROHAG mäht bewusst einen Großteil der Böschungen entlang der Straßen im Sommer so spät wie möglich Mitte bis Ende August. Denn einerseits befinden sich diese Wiesen überwiegend in hochrangigen Schutzgebieten und andererseits um diese Pracht so lange wie möglich zu erhalten. Dieser „ökologische Mahd“-Zeitplan wurde mit dem wissenschaftlichen Berater der GROHAG, Prof. Eberhard Stüber gemeinsam festgelegt. Prof. Stüber erklärte dazu: „Die „ökologische Mahd“ an der Großglockner Hochalpenstraße unterstreicht die Bemühungen einer naturschonenden Bewirtschaftung zur Erhaltung einer möglichst großen Artenvielfalt. Wir können dadurch den Anblick von tausenden Orchideen genießen. Nur an Stellen, wo es aus Sicherheitsgründen erforderlich ist oder die Substanz der Infrastruktur gefährdet wäre, werden Teilflächen – auch möglichst spät – ca. Ende Juli gemäht.

Naturschutzbund-Geschäftsführer Hannes Augustin freut sich besonders über die aktuelle Kooperation mit der GROHAG im Rahmen der "Aktion Natur verbindet", wonach mehrere Flächen in den Straßenkehren und entlang der Straße nun weniger oft gemäht und somit der Blütenreichtum gefördert wird und stellte fest: „Die reduzierte Pflege bedeutet weniger Arbeitsaufwand, ist wunderschön fürs Auge der Besucher und dient zudem auch den tierischen Blüten-Besuchern, von Wildbienen bis zu Schmetterlingen, als Nahrungsquelle.

whatsalp-Gruppe anerkennt die Bemühungen der GROHAG

Die whatsalp-Gruppe anerkennt die Bemühungen der GROHAG im Bereich Naturschutz und die der Republik Österreich für die Aufnahme der eindrucksvollen Großglockner Hochalpenstraße in die UNESCO-Welterbe-Liste. Die whatsalp-Wanderer sind bereits gespannt, wie es auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe im Jahr 2042, nach weiteren 25 Jahren, aussehen wird.

whatsalp wird u. a. mitgetragen von 'CIPRA International' und 'Alpen-Initiative'. Die kommenden whatsalp-Themen-Stopps sind in Sillian (Freitag, 7. Juli 2017, „Alemagna“) und Brixen (Dienstag, 11. Juli, „Alpenstadt 2018“). Ankunft in Nizza ist am 29. September.[1]

Quelle

  • Presseaussendung GROHAG vom 4. Juli 2017

Fußnoten

  1. Detail-Informationen, Blog und Videoblog auf www.whatsalp.org