Hochwasser 1899

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hochwasser 1899
Hochwasser 1899

Beim Hochwasser 1899 in der Stadt Salzburg gab es eine der größten Wassermengen der jüngeren Zeit; sie floss mit 2 300 – 2 500 m³/s durch die Stadt.

Das Hochwasser

Am 14. September 1899 erreichte das Hochwasser seine größten Ausmaße. Die Salzach südlich der Stadt Salzburg war damals noch nicht reguliert. So ergossen sich die Wassermassen nach Nonntal. Die am härtesten bedrohten Menschen wurden von der Feuerwehr und anderen Hilfskräften mit Booten delogiert.

Um 9 Uhr traf die Meldung ein, dass in Hallein alle drei Holzbrücken weggerissen wurden. Eine Dreiviertelstunde später trieben die wilden Fluten der Salzach die Trümmer daher und passierten diese - ohne Schaden anzurichten - die Karolinenbrücke und Staatsbrücke. Um 10 Uhr 45 wurde auch die Bahnbrücke in Kaltenhausen zerstört und trafen ihre Trümmer etwa eine Stunde später in Salzburg ein. Der Oberbau, auf welchem die Geleise sichtbar waren, sowie weitere Fragmente der Bahnbrücke, Langbäume und Balken, krachten mit großer Wucht gegen den rechten Pfeiler der Staatsbrücke und wurden in Stücke geschlagen.

Der Regen hielt den ganzen Tag über an und nahm gegen Mitternacht an Heftigkeit noch zu. Um 3 Uhr morgens war die Schwarzstraße auf ihrer ganzen Länge vom Café Bazar bis zum Bahndamm hinunter überflutet. Die Wassermassen waren auch in die Altstadt eingedrungen und hatten dort Klampferergasse, Kranzlmarkt, Teile des Alten Markt, den Hagenauerplatz und die Getreidegasse überschwemmt. Das Wasser drang überall in die Keller und Gewölbe ein und richtete empfindliche Schäden an.

Höchstbedrohlich war zu vorgerückter Abendstunde die Situation an der Imbergstraße. Vom Franz-Josef-Park bis zum Giselakai floss der wilde Strom über die Ufer hinweg, sodass die zahlreichen Villen am Giselaka sich zwischen zwei reißende Flüßen befanden. Versuche, mit Schiffen dorthin vorzudringen, schlugen fehl und waren die eingeschlossenen Bewohner höchstens gefährdet.

Auch im Nonntal, das Hochwasser hatte einen Pegel von etwa 4 Meter über dem Normalstand erreichte, nahm die Überschwemmung kollossale Dimensionen an und reichte nun bis in den ersten Stock. Der Architekt der Erhardkirche, Giovanni Gaspare Zuccalli, hatte gewußt, dass Nonntal regelmäßig von Hochwasser heimgesucht wurde. Daher setzte er vor die Kirche eine Stiege, die zu dem erheblich erhöhten Portal hinauf führt. Dieses blieb 1899 gerade noch fünf Zentimeter über der Wasserlinie. Zur Hilfe und Rettung der vom Hochwasser bedrängten Menschen wurden nun auch die Rettungsmannschaft und sogar Soldaten eingesetzt.

Eine Hochwassermarke am Haus Nonntaler Hauptstraße Nr. 18 zeigt noch heute 2,57 Meter über dem Boden an, um sechs Zentimeter mehr als die Marke des Hochwassers von 1786 gleich nebenan.

Bildergalerie

Quellen