Johann Brauneis

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Johann Brauneis

Johann Brauneis (* 14. August 1982 in Hallein) ist Kindergartenpädagoge und Sänger der Jazz-Swing-Companie Sieber Sound Formation und der Rockband Saloons.

Vorgestellt

In Salzburgs Kinderbetreuungseinrichtungen sind 2616 Personen beschäftigt, davon sind magere 131 männlich - Hausmeister und Hilfspersonal mitgerechnet. Einem wie Johann Brauneis, der als ausgebildeter Kindergartenpädagoge tätig ist, kommt da Seltenheitswert zu.

Seit 2004 arbeitet der Halleiner bei "Koko" in der Innsbrucker Bundesstraße in Salzburg. Im 15-köpfigen Team ist er der einzige Mann. Und "es kommt schon vor", sagt Brauneis, "dass ein Kind Papa zu mir sagt, wenn es schnell was braucht und nicht nachdenkt".

Grundsätzlich mache er seine Arbeit aber nicht viel anders als seine Kolleginnen, betont er. Nur textiles Gestalten, "das war schon in der Schule nicht meins, und das mache ich jetzt auch eher selten." Dafür begeistert er die Kinder mit anderen Dingen: Zur Fußballeuropameisterschaft stellte er Tore auf, machte eine Fußballbastelei und tauschte mit den Buben Panini-Pickerl aus. In seinem Gruppenraum gibt es eine große Bauecke - mit viel Lego, Bausteinen und Geomag. "Die gefällt aber nicht nur den Buben. Auch manche Mädchen konstruieren gerne."

Dass er als Kindergartenpädagoge in einem weiblich besetzten Beruf eine Minderheit ist, macht dem leidenschaftlichen Sänger - "die Kinder hören gerne Jazz" - nichts aus. "Ich habe mich schon in der Schule daran gewöhnt, mit Frauen zu arbeiten." Obwohl: "Etwas männliche Verstärkung wäre schon schön. Kinder sollten in Kindergarten und Volksschule beide Geschlechter als Vorbild haben." Seine Eltern hätten ihn von Anfang an in seiner Berufswahl unterstützt. "Ich wollte immer etwas Soziales machen."

Nicht zufrieden ist Brauneis, den die Kinder ganz einfach "Joe" nennen, mit dem Image seines Berufsstandes. "Viele meinen, man spielt den ganzen Tag nur mit den Kindern. Dass wir auf die Schule vorbereiten und sprachlich fördern, das ist vielen nicht bewusst." Und leider: Bescheiden ist auch die Entlohnung. "Miete, Auto, Familie - das ginge sich mit meinem Gehalt allein nicht aus."

Und was sagen die Eltern? Was halten die davon, dass der Betreuer ihres Kindes ein Mann ist? "Da gibt es viele positive Reaktionen", sagt Brauneis. Auch wenn mancher Blick verrate, "dass sie mich - gerade am Beginn des Kindergartenjahres - oft nicht zuordnen können. Da glauben viele, ich sei ein Zivildiener".

O-Ton

  • Kinder sollten beide Geschlechter als Vorbild haben.

Quellen