Katholisch-politischer Volksverein

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Der Katholisch-politische Volksverein bestand von 1870 bis ca. 1906/1907. Er war eine Wurzel und Vorgänger der Christlichsozialen Partei und damit der Salzburger ÖVP.

Beschreibung

Der Katholisch-politischer Volksverein Salzburg (Kronland Salzburg, Erzdiözese Salzburg) wurde im Frühjahr 1870 im Gasthof Sigl in Seeham ins Leben gerufen. Der Verein war eine politische Gesinnungsgemeinschaft und Wander-Versammlung für katholisch und deutschnational gesinnte Wahlmänner und deren Wähler. Am 7. Juli 1870 wurde die konstituierende Sitzung abgehalten.[1][2][3][4]

Am 9. Dezember 1870 richtete der Katholisch-politischer Volksverein Salzburg drei unterschiedliche Petitionen an den Reichsrat, den Salzburger Gemeinderat und an den Papst.[5]

Am 27. Juli 1871 richtete der Katholisch-politischer Volksverein Salzburg an das k.u.k. Ministerium für Inneres eine Petitionen zur Reform des Wahlrechtes, damit — nach dem Grundsatz der Gleichheit der Staatsbürger vor dem Gesetz — nicht nur die Großgrundbesitzer Sitz und Stimme, sondern auch die Stimmen der einfache Landbevölkerung in der Landtagswahlordnung berücksichtigt werden.[6]

Am 24. Juni 1880 hielt der katholisch-politischer Volksverein von Salzburg seine X. Generalversammlung im festlich geschmückten Marmorsaal von Schloss Mirabell ab. Für das abgelaufene Vereinsjahr wurde berichtet, dass während dieses Zeitraumes 31 Ausschusssitzungen, zwei Lokalversammlungen und eine Wanderversammlung gehalten wurden. Der Verein zählte 851 Mitglieder.[7]

1873 wurden elf Vereinsversammlungen, und zwar die 22. Generalversammlung und die Stefani-Versammlung und neun Wanderversammlungen, nämlich in Thalgau, Adnet, Wagrain, Altenmarkt, Faistenau, Oberndorf, Abtenau, Eugendorf und Koppl abgehalten wurden. Ferner fanden 49 Ausschusssitzungen statt.[8]

Obmänner und Obmann-Stellvertreter

  • Professor Grander, 1870 (provisorisch)
  • Friedrich Jentsch, 1871–?, Gemeinderat, Schneidermeister und Hausbesitzer[9]

Ausschuss-Mitglieder

  • Ferdinand Hahner, Schriftführer, 1870–ca. 1900, Redakteur der Salzburger Chronik[11]
  • Michael Rosenkranz, Vereinskassier
  • Danner, 1899
  • Daniel Etter, 1906
  • Johann Hotter, 1899, Redakteur der Salzburger Chronik
  • Mathias Mittermüller, 1899, Buchhändler
  • Dr. Karl Rechbauer, 1899, Reichsratsabgeordneter, Präsident des Reichsrates
  • Matthias Wolfgruber, 1906

Weitere Mitglieder

Quellen

  1. ANNO, Salzburger Chronik, 4. April 1870, Seite 4
  2. ANNO, Salzburger Chronik, 8. Juni 1870, Seite 7
  3. ANNO, Salzburger Chronik, 8. Juli 1870, Seite 2
  4. ANNO, Salzburger Chronik, 10. Juli 1905, Seite 2
  5. ANNO, Beilage Nr. 143 zur Salzburger Chronik, 9. Dezember 1870 (16 Seiten)
  6. ANNO, Beilage Nr. 89 zur Salzburger Chronik, 27. Juli 1871 (2 Seiten)
  7. ANNO, Salzburger Chronik, 6. Juli 1880, Seite 2
  8. ANNO, Salzburger Chronik, 21. April 1893, Seite 3
  9. ANNO, Salzburger Chronik, 25. August 1899, Seite 2, Friedrich Jentsch, Nachruf
  10. ANNO, Österreichische Zeitschrift für Verwaltung, 22. September 1898
  11. ANNO, Salzburger Chronik, 14. Januar 1907, Seite 4, Ferdinand Hahner, Nachruf
  12. ANNO, Salzburger Chronik, 23. Februar 1907, Seite 3, Michael Ortandl, Nachruf
  13. ANNO, Salzburger Chronik, 9. Mai 1908, Seite 7, Alois Unterladstätter, Nachruf
Zeitfolge