Kumpfmühle

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kumpfmühle
Karte

Die Kumpfmühle ist ein unter Denkmalschutz stehendes historisches Gebäude im Kaiviertel in der in der Altstadt von Salzburg.

Lage

Die Kumpfmühle ist das heutige Haus Pfeifergasse Nr. 11.

Geschichte

Als 1147 durch den damaligen Dompropst Hermann und Abt Balderich von St. Peter der Almbach vom Geiselweiher zur Stadt geleitet und der Mönchsberg durchbrochen worden war, wurde der rechte Zweigkanal von der damaligen Domstiftmühle über den Domhof (Kapitelplatz) durch das alte Kaiviertel zu der heute noch bestehenden Mündung in die Salzach (Sebastian-Stief-Gasse/Rudolfskai) geleitet.

Um 1150 entstand die heute noch bestehende Kumpfmühle. Der seitliche Ausgang wurde wie ein Tor ausgestaltet und hieß das Obere Tränktor (später: Kumpfmühltor), das sowohl für den Zweck der Viehtränke, als auch für die Schifffahrt diente. Die Anlage und Errichtung der damaligen Mühle muss man sich einfach vorstellen. Das Wasser hatte ein Stock hohes Gefälle und die Radanlage war jedenfalls oberschlächtig und wurde durch ein höher gelegenes Gerinne betrieben.

Die Mühle wurde 1307 Eigentum des Domkapitels, da es urkundlich heißt: 1307 schenkte Dompropst Friedrich von Mitterkirchen, Bischof von Seckau, das Haws und die angebaute mile dem Domkapitel zu seinem Selgerät in die Oblag (fromme Stiftung). Der Name Kumpfmühle, der schon zu dieser Zeit gebräuchlich war, rührt - nicht, wie Lorenz Hübner schreibt, von einem ehemaligen Besitzer „Kumpf" her - sondern von dem Gerinne des unterschlächtigen Wasserrades, welches „der Kumpf" hieß und den Vorteil hatte, dass durch das gekröpfte Gerinne sehr wenig totes Wasser verloren ging. Daher gab es damals an vielen Orten Kumpfmühlen.

1421 gibt das Domkapitel dem Ludwig Ritz von Spritzenstein die Kumpfmühle zu Erbrecht, 1837 verkauft ein Nachkomme Ritz dem Bischof Hieronymus Meitting sein Erbrecht auf der Kumpfmühle samt dem Mühlhause und dem kleinen Häuslein in der Pfeifergasse, die mit einem Ort an das Rapplbad und dem anderen an das Tränktor und an die Stadtmauer daselbst stoßen. Der Bischof von Chiemsee zahlt das Burgrecht an das Domkapitel. 1768 verkauft der Bischof von Chiemsee Franz Karl Eusebius von Waldburg-Friedberg und Trauchburg die Mühle mit Einwilligung des Domkapitels an Josef Wintersteller um 3270 Gulden, der zum Domkapitel erbrechtlich und grundbar wurde. 1794 wird die Mühle in Stockwerkseigentum aufgeteilt:

a) die Kumpfmühle bestehend zu oberer Erde aus der Wohnung samt Boden, 1. Stock Kuchl, dem Durchgang zur Mühle, Backhaus, Holzlage, 2. Stock gegen den Chiemsee herüber 3 Zimmer und Küche, dem Getreidekasten im vierten Stock und nebenstehenden Stall zum Rentamt erbrechtlich und grundbar kauft Sebastian Würz um 5000 Gulden.
b) Eine Wohnung im 1. Stock, zwei Wohnungen im 2. Stock und Unterdach zum Rentamts grundherrlich, tax- und anleitbar unterworfen, kauft 1794 Emilie Tragwöger um 941 Gulden.

1808 werden beide Teile wieder miteinander vereinigt. 1825 kauft die Mühle Josef Rieder, Müller, um 8833 Gulden, 1849 ist die Witwe Anna Rieder in Besitz, die Paul Priester heiratet, 1871 ist wieder die Witwe in Besitz, 1882 kauft Josef Günther, Besitzer der Zinsmühle in Mülln, die Mühle, 1885 Michael Kierner, 1890 Heinrich Enghuber, der eine Wollspinnerei einrichtet, 1902 Georg Kindlinger, 1919 Heinrich und Rudolf Hermannseder.

Gebäude

Das Haus ist noch ziemlich in seiner ursprünglichen Gestalt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts erhalten, besteht aus einem Haupthause und einem angebauten Stöckl. Das Haus ist über den Erdgeschoß vier Stock hoch. Es hat an der Außenseite ein stark verwittertes Freskenbild hl. Johannes Nepomuk und in der Hohlkehle unter dem Dach einen um die ganze Hauslänge reichenden Spruch, der von links nach rechts gelesen lautet:

"15 Auf Gott und Unßer liebe Frau (Medaillon) Sötz ich mein Hoffnung und Vertrau 08 "
"Gott behiedt dißes Haus und all die Gehen Ein und auß"
(Um das Eck) "Gott behiets von Feuer und Wässer Nodt" (Gaupe) " und auch von dem gächen Todt -"
"Mein Deßtemendt solt ßein mein End" - "Jesus Maria (Medaillon) und Joseph"

Neben der Haustür steht die alte eiserne Hausbank und in der Gaffe sieht man noch da ­hölzerne, die Gaffe überquerende, aus 1805 stammende historische Gerinne.

Quelle