Lachmöwe

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Lachmöwe im Prachtkleid auf dem Zeller See
Lachmöwen im Schlichtkleid (1. und 3. Vogel von links) und zwei weibliche Vögel im Kleid des ersten Jahres am Ufer des Zeller Sees
Lachmöwenschwarm im Vogelschutzgebiet Weidmoos

Die Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus) ist ein Wasservogel aus der Familie der Möwen (Laridae), die zur großen und vielgestaltigen Ordnung der Watvögel, Möwenvögel, Alkenvögel gehört.

Beschreibung und Verhalten

Der stehende Vogel weist eine vergleichsweise geringe Größe auf. Erwachsene Tiere messen 35 bis 39 cm. Im Flug ist die Lachmöwe von anderen häufig vorkommenden Möwenarten durch ihren weißen Vorderflügelkeil zu unterscheiden. Im Prachtkleid weist die Lachmöwe eine dunkel-schokoladenbraune (Typ: Zartbitterschokolade) Kopffärbung auf, Schnabel und Beine sind matt dunkelrot. Im Schlichtkleid fällt der breite dunkle Ohrfleck auf, Schnabel und Beine sind in dieser Phase rot oder braunrot, die Schnabelspitze ist dunkel. Lachmöwen nisten in riesigen Kolonien an verschilften Seen und in Sumpfgebieten an Küsten und im Binnenland. Sie sind auch in Städten und auf Feldern anzutreffen, wo sie von der Landwirtschaft profitieren. Man kann sie dabei beobachten, wie sie in großen Schwärmen − oft zusammen mit Sturmmöwen − Pflügen folgen, um Regenwürmer aufzupicken. Sie ernähren sich auch von Fluginsekten wie fliegenden Ameisen u.a.

Nachgewiesene Vorkommen in Salzburg

Lachmöwen halten sich ganzjährig auch im Bundesland Salzburg auf. Sie zählen zu den Brutvögeln am Wallersee und seit 2009 ist im Natur- und Europaschutzgebiet Weidmoos ein massiver Zuwachs der Lachmöwenpopulation zu bemerken. Im Sommer 2011 zählten Ornithologen die Population der Lachmöwen im Weidmoos mit Hilfe einer Flugdrohne. Es wurde 2 300 Brutpaare gezählt. Die Lachmöwe taucht u.a. im Winter auch an der Salzach im Stadtgebiet von Salzburg auf und kann auch am Ufer des Zeller Sees beobachtet werden.

Was ihre Gefährdung betrifft, scheint sie in der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel des Bundeslandes Salzburg als „nicht eingestuft“ auf. Als Empfehlungen zum Schutz der Lachmöwen werden Gebietsschutz, Beobachtung der Bestände und Überdenken der Bejagungsstrategie vermerkt.

Lachmöwen als Störfaktor in der Landwirtschaft

Manche Bauern im Flachgau empfinden die nunmehr erreichte Lachmöwenpopulation im Vogelschutzgebiet Weidmoos als zu groß, da die vielen auf Äckern und Wiesen einfliegenden Tiere ihrer Meinung nach einerseits den Ernteertrag vermindern und andererseits mit ihrem Kot das Grünfutter verschmutzen. Einige Landwirte fordern daher eine gezielte Bejagung der Art, um das Vorkommen zu verkleinern.

Ringmeldung

Es macht Sinn, beim Beobachten von Vögeln oder bei der Auffindung von toten Vögeln auch einen Blick auf eine eventuelle Beringung zu werfen. Ringfunde können jederzeit nach Radolfzell[1] gemeldet werden und sind ein aktiver Beitrag zur wissenschaftlichen Erfassung und zum Schutz der Vögel Europas. Wer einen Ringfund meldet, erhält nachfolgend einen Lebenslauf des betreffenden Vogels, was sehr interessant sein kann.

Quellen

Einzelnachweis