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Ameisen

Ameisen beim Blattläuse-Melken
Ameisenhügel
Ameisenhügel bei Vitz am Berg

Die Ameisen (Formicidae) gehören zu den Insekten (einer Klasse der Gliederfüßer), genauer (wie die Wespen und Bienen) zur Ordnung der Hautflügler (Diptera).

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Ameisen besitzen einen Panzer aus Chitin, einem sehr harten Stoff. Sie haben wie die anderen Insekten sechs Beine und einen Körper, der in drei Abschnitte gegliedert ist: in Kopf, Brust und dem Hinterleib.

Allgemeines

Ein Ameisenvolk besteht aus bis zu zwei Millionen unfruchtbarer und flügelloser Arbeiterinnen und vielen Königinnen. Im Frühjahr gehören auch noch geflügelte Männchen zum Ameisenvolk. Die Königinnen sind als Jungtiere mit Flügeln ausgestattet. Sie werden auf dem Hochzeitsflug befruchtet, danach werfen sie ihre Flügel ab und beginnen mit der Eiablage. Die Männchen sterben nach dem Hochzeitsflug.

Die Arbeiterinnen verrichten alle Tätigkeiten im Staat wie den Bau, die Reparatur und die Reinigung des Nestes, die Temperaturregulation, die Nahrungsbeschaffung sowie die Fütterung und Pflege der Larven. Als Nahrung dienen vor allem Insekten und deren Larven. Lebende Beute wird oft von mehreren Ameisen überwältigt. Die Ameisen beißen mit ihren Oberkiefern tiefe Wunden, in die sie ätzende Ameisensäure, die sich in Giftdrüsen in ihrem Hinterleib befindet, spritzen. Der Transport der Beute erfolgt über die mit Duftmarken gekennzeichneten Ameisenstraßen.

Die Ameisen leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung unserer Wälder vor Kahlfraß durch Schädlinge. Ein Ameisenvolk kann pro Tag bis zu 100.000 Schadinsekten, wie die Larven von Kiefernspannern (Bupalus piniaria), vertilgen.

Waldameisen

Die Waldameisen werden wie viele Bienen, Wespen und Hummeln und die Termiten den staatenbildenden Insekten zugerechnet. Ihre Nester sind bis zu zwei Meter hohe Hügel, die sie aus Fichten- und Kiefernnadeln sowie anderen Pflanzenteilen errichten. Ein Ameisenhügel beseht im Inneren aus zahlreichen Gängen und Kammern, die auch tief in den Boden reichen. Die Eingänge werden abends und bei kaltem oder regnerischem Wetter verschlossen.

Von Zeit zu Zeit verlassen einige Königinnen mit einem Teil der Arbeiterinnen das Nest, um an einer anderen Stelle mit dem Bau eines neuen Ameisenhügels zu beginnen.

Die Nester sind nach den Bestimmungen der Salzburger Pflanzen- und Tierartenschutzverordnung 2017 landesweit geschützt.

Ameisen und Blattläuse

Ameisen verzehren gerne den zuckerhaltigen Saft, den Honigtau, der von den Blattläusen ausgeschieden wird. Indem die Ameisen den Hinterleib der Blattläuse mit ihren Fühlern betrillern, regen sie sie zur Abgabe von Honigtau an. Man sagt, die Ameisen „melken“ die Blattläuse. Ameisen bekämpfen als Gegenleistung die Feinde der Blattläuse.

Ameisen als Schädlingsbekämpfer

Johann Niedermüller, Vordersturmerbauer in der Flachgauer Gemeinde St. Georgen bei Salzburg, meint, es wäre sinnvoller, anstatt Schädlinge zu bekämpfen Nützlinge zu vermehren. Er ist einer der sieben Ameisenheger in Salzburg und seine Bemühungen gelten der Vermehrung der Kleinen roten (auch: Kahlrückigen) Waldameise (Formica polyctena). Dabei betreut er rund 175 Ameisenhaufen, 31 davon befinden sich in seinem eigenen Wald, den er ebenfalls nach allen Regeln der richtigen Waldhaltung instand hält.

Der Grund für diese intensive Forschung der Landwirtschaftskammer war der starke Befall durch die Kleine Fichtenblattwespe (Pristiphora abietina) im Jahr 1989. Im Zuge von Beobachtungen konnte man feststellen, dass ein mittelstarkes Ameisenvolk bis zu 15 000 Fichtenblattwespen in zehn Stunden Arbeitszeit erbeuten kann.

Weiterführend

Für Informationen zu Ameisen, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Quellen