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Brutvogel

Juvenile Weidenmeise, außerhalb der Bruthöhle, Erlberg, oberhalb Naturschutzgebiet Zeller See
Das Alpenschneehuhn, hier in den Glemmtaler Alpen, ist in Salzburg gegenwärtig nicht gefährdet
Kiebitz-Jungvogel im NSG ZS

Ein Brutvogel eines Gebietes ist eine Vogelart, die dort brütet, im Gegensatz zu Gastvögeln (Wintergäste, Übersommerer) und Durchzüglern[1]. Im Bundesland Salzburg erfreuen Brutvögel nicht nur mit ihrem Aussehen und ihrem Gesang, sie sind auch wichtige Bioindikatoren. Ihr Bestandsrückgang verweist auf die Bedrohung der Biodiversität (Vielfalt der Arten, Vielfalt innerhalb der Arten, Vielfalt der Ökosysteme) und damit auf die Gefährdung des Lebens im Allgemeinen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Aktuell gelten im Bundesland Salzburg 187 Arten als Brutvögel oder mögliche Brutvögel. Davon sind neun Arten ausgestorben bzw. verschollen, vier Arten konnten mit Hilfe des Menschen – Wiederansiedelungsprojekte (Bartgeier), Jagdeinstellung (Graureiher) – wieder heimisch werden. 16 Arten sind seit 1877 in das Bundesland eingewandert oder wurden vom Menschen wiederangesiedelt. Bei 29 Arten konnten zwischen 1877 und 2009 Bruten nur vereinzelt nachgewiesen, bzw. vermutet werden und vier Arten gelten als Gefangenschafts-Flüchtlinge. (Anmerkung: Die europaweit durchgeführte Vogelberingung und die Meldung von Ringfunden dienen der fachspezifischen Datensammlung und dem Artenschutz.)

Vogellebensräume

Aus ornithologischer Sicht kann das Bundesland Salzburg in vier Zonen unterteilt werden. Jede dieser vier Großlandschaften bietet der Vogelwelt jeweils eigene Lebensraum-Bedingungen.

Gefährdete, vom Aussterben bedrohte oder bereits ausgestorbene Arten

Von den 187 Brutvogelarten des Bundeslandes ist gegenwärtig etwa ein Viertel stark gefährdet, vom Aussterben bedroht oder schon ausgestorben. Nur 43 heimische Brutvogelarten - wie Kleiber oder Schneefink - gelten gegenwärtig als nicht gefährdet. Besonders bedroht sind Vogelarten, die in Feuchtgebieten, an Gewässern und in extensiv genutzten Landschaften nisten. Hier sind es die Faktoren Entwässerung und das immer frühere und immer häufigere Mähen der Wiesen, die diesen Brutvögeln den Lebensraum nehmen. Die kleinräumigen und verinselten Schutzgebiete wie das Naturschutzgebiet Zeller See sind zudem großem Nutzerdruck ausgesetzt. Andererseits scheint sich der Klimawandel auf die Vogelpopulation auszuwirken. So konnten Ornithologen vom Haus der Natur im Jahr 2014 im Lungau erstmals einen Brutnachweis für den Wiedehopf erbringen.

In Salzburg vom Aussterben bedrohte Brutvögel

In Salzburg bereits ausgestorbene Brutvögel

Ringmeldung

Es macht Sinn, beim Beobachten von Vögeln oder bei der Auffindung von toten Vögeln auch einen Blick auf eine eventuelle Beringung zu werfen. Ringfunde können jederzeit nach Radolfzell[2] gemeldet werden und sind ein aktiver Beitrag zur wissenschaftlichen Erfassung und zum Schutz der Vögel Europas. Wer einen Ringfund meldet, erhält nachfolgend einen Lebenslauf des betreffenden Vogels, was sehr interessant sein kann.


Bildergalerie

Quellen

Einzelnachweise