Passheiligtum Hochtor

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in der Ausstellung
in der Ausstellung
Bronzefuß einer Jupiterfigur
archäologische Grabungsarbeiten 2011 beim Hochtor.

Die Ausstellung Passheiligtum Hochtor ist eine Ausstellung an der Großglockner Hochalpenstraße in Kärnten an der Südseite des Hochtor-Tunnels.

Allgemeines

Die Ausstellung "Passheiligtum Hochtor" ist eine Zeitreise durch die Jahrtausende, in der der Glocknerübergang die kürzeste Handelsroute zwischen Deutschland im Norden und dem Welthandelszentrum Venedig im Süden darstellte Sie erzählt auch von der Suche nach dem Rohstoff Bergkristall und von den Goldbergwerken entlang der Straße. Vor knapp 500 Jahren brachten rund 3 500 Bergleute aus der Region fast zehn Prozent der damaligen weltweiten Goldproduktion zu Tage.

Wie hat das römische Passheiligtum am Hochtor wirklich ausgesehen? Den Besuchern wird ein realer Eindruck vom Aussehen des keltisch-römischen Passheiligtums gegeben. Anhand wissenschaftlicher und vergleichender Studien der Bein- und Armfragmente von nahezu 30 Bronzestatuetten schloss man auf das Aussehen der Götterstatuetten.

Funde

Oberhalb des Hochtor-Tunnels wurde ein römisch-keltisches Heiligtum ausgegraben, das, höher als der griechische Olymp, Europas höchst gelegenes Heiligtum darstellt. Bei den Bauarbeiten für die Großglockner Hochalpenstraße wurde 1933 eine bronzene Römerstatue des Herkules ausgegraben. Bei Grabungsarbeiten zwischen 1992 und 1995 fanden Archäologen 199 keltische und römische Geldstücke aus der Zeit zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert nach Christus. 2011 entdeckte man einen 5,5 Zentimeter langen Bronzefuss, der zu einer rund 50 Zentimeter großen Jupiterfigur gehört. Beinahe zum selben Zeitpunkt wurden keltische Kleinsilbermünzen sowie Fragmente von Statuetten und Eisenbarren, die einst alte Handelsware war, entdeckt[1].

Ausstellungsstücke

Mittelalterliche Stoffe und Schuhe, Goldgräberwerkzeuge und die Reste eines Goldgräbers samt Münzen und Beifunde, der um 1792 in einer Gletscherspalte ums Leben kam, geben Eindrücke aus der Zeit der Schatzgräber. Eine acht Meter lange Sklavenkette erinnert an den Menschenhandel über den Pass, um Venedig mit Galeerenruderern zu versorgen.

Gestaltung

Gestaltung und wissenschaftliche Aufbereitung der Ausstellung erfolgte durch Univ.-Doz. Dr. Paul Gleirscher (Landesmuseum Kärnten) und Dr. Georg Kandutsch (Arriach).

Hintergrundinformation

Der Planer der Großglockner Hochalpenstraße Franz Wallack erwähnte immer wieder, dass seine Trasse auf weiten Teilen dem römischen Handelsweg folgt. Mit dem Fund einer bronzenen Römerstatuette des Herkules an der Südseite des Hochtortunnels (anlässlich der Bauarbeiten 1933) erhielt diese Annahme einen konkreten Beweis.

Nach jahrelangen wissenschaftlichen Disputen um die Echtheit dieses Fundes wurden (1992m³1995) umfangreiche Grabungen im Bereich des Überganges vorgenommen. Die Funde enthielten auch über 200 keltische und römische Münzen, die als Opfergaben am Passheiligtum gespendet wurden und den Beweis für die Existenz eines Passheiligtums lieferten. Sie erzählen von der Dankbarkeit der Menschen, die unter vielen Gefahren dieses Hochgebirge überwanden.

Quellen

Einzelnachweis

  1. Salzburger Woche, Ausgabe Pinzgauer Nachrichten, 1. September 2011
Sonderausstellungen der Großglockner Hochalpenstraße
Dauerausstellungen der Großglockner Hochalpenstraße