Plattform Neumarkt für Menschen

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Gründungsversammlung am 22. September 2015
Die in Neumarkt am Wallersee wohnende Asylwerberin Tinatin Gvaramia (2. v. r.) aus Georgien und Asylwerber Payam Shayan (links) aus Pakistan bestanden im November 2015 ihre Deutschprüfungen. Otto Wimmer (rechts, Plattform Neumarkt für Menschen) hatte Tinatin Gvaramia als Sprachlehrer zur A1-Prüfung begleitet. Silvia Bermandinger (Bildmitte, Plattform Neumarkt für Menschen) bereitete als Sprachlehrerin Payam Shayan zur B1-Prüfung vor, der mit Edith Krackowizer (2. v. l., Plattform Neumarkt für Menschen) eine Mentorin hat.
Die Plattformen Köstendorf und Plattform Neumarkt für Menschen erhalten 160 kg Reis als Spende von Andrea Schlehuber, Geschäftsführerin EZA Fairer Handel.
Bürgermeister Adi Rieger besucht ein Treffen der Mitgliedern der Plattform und spricht ihnen den Dank der Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee aus, von links: Gabriele Poscharnig, Ing. Rudolf Schwarz, Mag.a Elfriede Wessenmayr, Hubert Kreiseder, Agnes Schwarz, Hilde Lugstein, Ing. Siegfried Uebelhör, Edith Krackowizer und DI Adi Rieger;

Die Plattform Neumarkt für Menschen in der Flachgauer Stadt Neumarkt am Wallersee ist eine unabhängige Plattform, die freiwillige und ehrenamtliche Betreuungsdienste für Asylwerber und Personen mit Migrationshintergrund anbietet.

Allgemeines

Diese Plattform hat sich nach Beginn der [Flüchtlingsbewegung 2015|Flüchtlingsbewegung]] im Herbst 2015 aus dem Begegnungscafé im Museum in der Fronfeste entwickelt. An die 30 Personen hatten sich in fünf Arbeitsgruppen organisiert, die von einem Kernteam koordiniert wurden. Weitere Personen aus Neumarkt und Umgebung förderten die gemeinsamen Anliegen und unterstützten sich gegenseitig. Nach einigen Jahren wurde das Team kleiner, bestand aber auch noch im Jahr 2020.

Die Plattform arbeitet völlig selbstständig und unabhängig und wird von der Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee, der Stadtpfarre Neumarkt, dem Diakoniewerk Salzburg, der Caritas, dem Freiwilligencenter Salzburg, dem Museum in der Fronfeste Neumarkt, der Katholischen Jugend, von Akzente Salzburg und dem Salzburger Bildungswerk unterstützt.

Die Arbeitsgruppen

  • Das 'Team Meinungsbildung' kümmert sich um den Öffentlichkeitsauftritte der Plattform.
  • Das 'Team Sprache' ist für alle Themen rund um das Erlernen der deutschen Sprache zuständig.
  • Das 'Team Grundbedürfnisse' kümmert sich um Sachspenden und deren Verteilung an die Asylbewerber.
  • Das 'Team Freizeit, Kultur und Kinder' kümmert sich um das „Begegnungscafe“, die Durchführung von multikulturellen Veranstaltungen, plant und macht Ausflüge mit den Asylbewerber und macht Kinderbetreuung wenn erforderlich.
  • Das 'Team Alltagsbegleitung und Flexible' sucht Personen die Asylbewerber und Asylberechtigte bei Behördenthemen, Wohnungssuche und Arbeitssuche begleiten.

Ereignisse

Neben vielen praktischen Dingen berichtete die Plattform auf ihrer Homepage aber auch über die Menschen selbst:

  • Der TSV esbo Neumarkt spielte gegen FC Dorbirn 0:2 ... Neumarkter Asylwerber waren auf Einladung des TSV unter den Zuschauern beim Spiel dabei.
  • In Neumarkt am Wallersee wohnende Asylwerber werden als Schülerlotsen bei Zebrastreifen eingesetzt.
  • Hassan Ali aus Syrien, der in Neumarkt am Wallersee Deutschkurse besucht hatte, hat Pflegeberuf-Diplom an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege in Salzburg erhalten.
  • Karin, Helena und Eva waren mit einigen der Asylbewerber bei den Wasserspielen in Hellbrunn.
  • Aziz, der Syrer, aus Leidenschaft Fußballtrainer der Zwölfjährigen in Neumarkt am Wallersee[1].

Rückblick Oktober 2019

Auch nach Schließung von Asylquartieren: Solidarische “Plattform Neumarkt für Menschen” macht weiter

Ein Beitrag von der Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee vom 30. Oktober 2019:

Die Flüchtlingskrise brachte in der Flachgauer Stadtgemeinde eine Welle der Menschlichkeit hervor
Bürgermeister Adi Rieger stolz
Ohne das Engagement dieser Bürger hätten wir es nicht geschafft
Einzelbetreuung sowie Deutsch-Unterricht für Menschen mit Migrationshintergrund wird fortgesetzt

(30.10.2019, Neumarkt/Salzburg) - Mit Ende Oktober 2019 wird in Neumarkt am Wallersee eines der letzten Flüchtlingsquartiere, die im Rahmen der großen Migrationsströme im Herbst 2015 eingerichtet worden sind, geschlossen. Neben natürlichen Ressentiments und berechtigten Ängsten ist während der Krise in der Stadtgemeinde im Salzburger Flachgau auch eine Welle der Hilfsbereitschaft entstanden. “Ohne diese immense Solidarität und das Engagement zahlreicher Bürger, die sich in der ‘Plattform Neumarkt für Menschen´ zusammengeschlossen haben, hätten wir all das kaum bewältigen können”, sagt Bürgermeister Adi Rieger. Die Vereinigung unterstützt auch in Zukunft Menschen mit Migrationshintergrund.

Engagierte Neumarkter Bürgerinnen und Bürger haben sich vor vier Jahren am Höhepunkt der Flüchtlingswelle auf Initiative von Ingrid Weydemann zusammengefunden und die “Plattform Neumarkt für Menschen” gegründet. “Ziel der Plattform war es, für den damals überforderten Staat einzuspringen und das Thema Flüchtlingsbetreuung als Unterstützung für die Gemeinde Neumarkt zu organisieren”, sagt Plattform-Sprecher Siegfried Uebelhör. Dabei hatte die Organisation zwei klare Ziele: Den Flüchtlingen Menschlichkeit, Hilfe und Toleranz zu vermitteln, aber auch die Belastung durch Flüchtlinge für die Stadtgemeinde möglichst klein zu halten.

Rund 30 Personen arbeiten ausnahmslos ehrenamtlich

Die Plattform arbeitet selbstständig und wird von Partnern - Unternehmen und verschiedenen Organisationen aus der Region - unterstützt”, freut sich Neumarkts Bürgermeister Adi Rieger über das tatkräftige Engagement seiner Bürger. “An die 30 Personen haben sich in sechs Arbeitsgruppen organisiert, die von einem Kernteam koordiniert werden. Alle, die sich hier engagieren, arbeiten ausnahmslos ehrenamtlich. Die Mitgliederinnen und Mitglieder der Plattform waren den Menschen in einem für sie fremden und manchmal auch unfreundlichen neuen Lebensraum eine wichtige Halt- und Ansprechstelle.

Rund 8 800 freiwillige Stunden an Betreuungsarbeit geleistet

In den letzten vier Jahren hat die Plattform rund 8 800 freiwillige und ehrenamtliche Stunden an Betreuungsarbeit geleistet. Deutschkurse, Alltagsbewältigung, Freizeitbetreuung, ein Begegnungscafé und vieles mehr wurde für die Schutzsuchenden organisiert. Die Menschen wurden aber auch zur freiwilligen Mitarbeit im öffentlichen Interesse herangeführt. Reinigungsaktionen, Betreuung von öffentlichen Grünflächen, Mitarbeit bei der Essensausgabe im Kindergarten, sowie der Verkehrslotsendienst an den Zebrastreifen sind hier zu erwähnen.

Ab November nur mehr ein Quartier mit kleiner Belegung

Die Asylwerber wurden der Stadtgemeinde Neumarkt vom Land zugeteilt. Im Schnitt wurden in den Jahren 2016 bis 2018 jährlich rund 90 Personen betreut. In Summe werden es an die 300 Asylbewerberinnen und Asylbewerber gewesen sein, die in insgesamt drei Quartieren in Neumarkt untergebracht waren und von der Plattform unterstützt wurden. Ab November wird nur mehr ein Quartier mit kleiner Belegung bestehen, neue Asylsuchende werden nicht mehr zugeteilt. Das ist für die Mitglieder der Plattform jedoch kein Grund, ihre Tätigkeit einzustellen. “Zurzeit machen wir Einzelbetreuung sowie Einzelunterricht in Deutsch und Nachhilfe für Menschen mit Migrationshintergrund, die eine Schule besuchen”, so Siegfried Uebelhör.[2]

Beiträge im Salzburgwiki über die Plattform und ihre Aktivitäten

Beiträge im Web über die Plattform und ihre Aktivitäten

  • Der Krampus, der Nikolaus und die Asylwerber[5]
  • Zwei Asylwerber bestanden erfolgreich ihre Deutschprüfungen[6]

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise