Preiselbeere

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Preiselbeeren auf Torfmoos in den Pinzgauer Grasbergen
Preiselbeeren, Pinzgauer Grasberge
Preiselbeeren auf Torfmoos

Die Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), auch Preißelbeere, im Pinzgau mundartlich “Granggn“ genannt, zählt als Pflanzenart zur Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium).

Allgemeines

Sie wächst in Eurasien und in Nordamerika und ist weit verbreitet. Viele volkstümliche Namen wie Granggn, Bickelbeere, Breinsschnetzen, Budlergreifeln, rote Bulgrafen, Duttenbeere, Fuchsbeere, Grandeelbeere, Graubeere, Gruse, Gichtbeinchen, Kadelbeere, Kastenbeere, Klosterbeere, Kluderbeere, Speckbeere, Sprießelbeere, Steinbeere, Sauerbeere und rote Welpen u.a. belegen ihre weite Verbreitung und die Wertschätzung ihrer Früchte.

Beschreibung und Standort

Die Pflanze ist ein aufrechter bis kriechender Zwergstrauch, der Wuchshöhen von bis zu 40 cm erreichen kann. Die Blätter sind immergrün und verkehrt eiförmig, am Rande etwas eingerollt, unten getüpfelt und blassgrün. Die Blütentraube ist endständig, die Blüten sind rötlichweiß gefärbt und weisen eine glockige Form auf. Die Farbe der Beeren ist leuchtend rot. Sie sind etwas kleiner als die Heidelbeeren. Die Blütezeit ist in den Monaten Mai, bzw. Juni, die Fruchtreife im Juli und August, im Gebirge kann sich die Sammelzeit bis in den Oktober ausdehnen.

Preiselbeeren wachsen im Unterwuchs trockener Wälder, vorzugsweise in Kieferwäldern, sie benötigen einen sandigen, kieseligen und humusreichen Boden und kommen auf Hoch- und in Zwischen-Mooren besonders im Gebirge vor.

Heilkräftige Pflanzenteile und ihre Verwendung

Heilkräftig sind die Beeren und die Blätter, die im Gegensatz zu den Heidelbeeren erst nach der Fruchtreife der Beeren gepflückt werden, da erst dann der Gehalt an Heilstoffen am größten ist. In großen Mengen wirken die Inhaltsstoffe der Blätter giftig. In kleinen Mengen ist der enthaltene Stoff Arbutin ein hervorragender Heilstoff bei chronischem Blasenkatarrh, sowie bei Entzündung des Nierenbeckens. Blätter und Beeren wurden mittlerweile von der Liste der offizinellen Heilpflanzen durch die Bärentraube verdrängt, da deren Gehalt an Arbutin ein höherer ist. Preiselbeerblätter-Tee ist aber bekömmlicher und wirkt auch positiv bei Gicht und Rheumatismus.

Die Früchte enthalten die Vitamine C B1, B2, B3 und Beta-Karotin (Vitamin A), sowie die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphat.

Aus den Beeren, die mit Zucker eingekocht sehr wohlschmeckend sind, werden Kompott und Marmelade zubereitet. Beide wirken erfrischend und appetitanregend und sind ein wirkungsvolles Mittel gegen Durchfall. In der Küche werden sie gerne als Beilage zu Wild- und Fleischgerichten verwendet.

Erwähnenswertes

Preiselbeeren werden auch in Kulturen angesetzt, aber mittlerweile durch die amerikanischen Moosbeeren – engl. Cranberry – eher verdrängt.

Quellen

  • Wikipedia, Stichwort Preiselbeeren
  • Richard Willfort, Gesundheit durch Heilkräuter, Rudolf Trauner Verlag Linz/D., 6. Auflage, 1964, S. 232 – 233