Salzburg Foundation

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Die Salzburg Foundation ist ein private Verein, die sich für Kunst im öffentlichen Raum engagiert. Sie wurde 2001 gegründet.

Allgemeines

Zahlreiche Objekte der Kunst der Moderne in der Stadt Salzburg wurden von dieser Initiative aufgestellt. 2016 war Karl Gollegger Präsident und Walter Smerling als Künstlerischer Leiter der Salzburg Foundation.

2019: Salzburg Foundation bringt Antrag für den Krauthügel ein

Die Salzburg Foundation, die 2018 das Kunstwerk eines weiße Sterns des in Paris lebenden US-Amerikaners Paul Wallach in der Wiese des Krauthügels in Nonntal hatte aufbauen lassen, möchte es weitere zehn Jahre dort belassen. Diesem Ansinnen widerspricht der Naturschutz. Das Kunstwerk mit offiziellem Namen "Down to the Ground" liegt im Landschaftsschutzgebiet Leopoldskroner Weiher, wo jegliche neue Bauten, sei's nur Würstelstand, Garage oder Kunstwerk, untersagt sind. Nur kurzfristig und besonders begründet ist eine Ausnahme zulässig. Genau so hatte die Behörde den Aufbau der weißen Betonquader für fünf Monate erlaubt, und zwar als mittlerweile sechstes Projekt der Salzburg Foundation für temporäre Kunst auf dem Krauthügel. Diese Erlaubnis wurde sogar um ein Jahr bis September 2019 verlängert, damit der Stern in allen Jahreszeiten betrachtet werden kann.

In diesem zweiten Bescheid stehe ausdrücklich, dass eine weitere Verlängerung nicht möglich sein werde, erläutert Stadträtin Barbara Unterkofler (ÖVP). Sie selbst sei prinzipiell für das Kunstwerk, doch könne sie nicht gegen die Rechtslage entscheiden. Außerdem sei die Naturschutzbehörde weisungsfrei. Trotzdem habe sie versucht, einen Kompromiss zu ermöglichen - bisher vergeblich. Denn die für Naturschutz zuständigen Beamten hielten eine geringere Verlängerung als um zehn Jahre für ausgeschlossen, sagt Barbara Unterkofler. Und die Salzburg Foundation weigere sich, einen anderen Standort als den jetzigen zu akzeptieren - etwa neben dem Seniorenwohnhaus, in Freisaal oder sogar auf einer anderen Stelle des Krauthügels. Andere Ideen wären Donnenbergpark oder Lehener Park.

Eine Verlegung wäre hirnrissig, kritisiert Karl Gollegger, Präsident der Salzburg Foundation. Was sei das für ein Naturschutz, wenn man Betonblöcke abbaue, wegtransportiere und woanders temporär aufbaue? Und Paul Wallachs Stern habe "keine Fliege oder andere Insekten" zerstört. Walter Smerling ergänzt: "Wir zerstören mehr, wenn wir es woanders wieder aufbauen."

Die Salzburg Foundation hebt in ihrer Argumentation sogar hervor: "Von Anfang an hat der Künstler sich intensiv mit den geltenden Naturschutzbestimmungen auseinandergesetzt und sich strikt daran gehalten. Geschützte Areale mit Vorkommen von Wimpertierchen etwa wurden bei der Installation bewusst unberührt gelassen."

Der Antrag auf Verlängerung wurde am 25. Juli 2019 bei der Naturschutzbehörde eingebracht. Er stelle das Ansuchen, die Genehmigung dieses Kunstwerks im Landschaftsschutzgebiet um zehn Jahre zu verlängern, gemeinsam mit der Benediktiner-Erzabtei St. Peter als Grundeigentümer des Krauthügels, teilte der Präsident der Salzburg Foundation, Karl Gollegger, mit.

Damit wird der erste formelle Schritt gesetzt, sodass die Behörde der Stadt Salzburg in dieser brenzligen Frage am Zug ist. Diese hatte die erste fünfmonatige Genehmigung für das Kunstwerk im Landschaftsschutzgebiet bereits bis September 2019 erstreckt, dabei aber ein weiteres Verlängern ausdrücklich ausgeschlossen. Aber die Salzburg Foundation bleibt bei dem Wunsch: Der Stern möge noch zehn Jahre bleiben. Karl Gollegger als Präsident und Walter Smerling als Künstlerischer Leiter versichern: Man sei zu jeder Garantie bereit, den Stern 2029 abzubauen.

Aber wird es die Salzburg Foundation dann noch geben? Im Frühling 2019 hatte es geheißen, wenn sich bis Mai kein Financier für die ab 2020 geplante Salzburg-Biennale finde, werde der Verein aufgelöst. Gollegger und Smerling erwidern: Es gebe in der Festspielzeit noch Gespräche mit möglichen Geldgebern. Im Herbst 2019 werde entschieden. Doch der Stern-Abbau in zehn Jahren sei unabhängig davon zu garantieren.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), von den Salzburger Nachrichten darauf angesprochen, beteuerte, er sei formell in dieser Angelegenheit nicht zuständig. Doch gibt er zu bedenken: Mit einem Antrag könne das Verfahren eingeleitet werden, um den Wunsch nüchtern und sachlich zu prüfen. Als aussichtslos erachte er eine neuerliche Verlängerung allerdings nicht: Zunächst sei die allgemeine Begründung für die Unterschutzstellung des Krauthügels zu klären. Dann sei zu beurteilen, ob ein weiterer Verbleib des Kunstwerks dieser allgemeinen Begründung abträglich sei. Allerdings hält Haslauer fest: Weder für eine Behörde noch für die Politik sei es angenehm, wenn etwas temporär beantragt, dann freundlicherweise genehmigt und dann aufs Neue verlängert werden solle. Schon bisher "war die Behörde durchaus großzügig". Noch dazu lege eine so lange Frist wie zehn Jahre die Vermutung nahe, der Stern könnte auf Dauer bleiben. Und auch wenn es bei zehn Jahren bliebe: In der Zeit könnten keine anderen Kunstwerke temporär auf dem Krauthügel kommen.

Der Wunsch, den Stern zu belassen, hat eine eklatante Ursache, weshalb der Grundeigentümer, die Benediktiner-Erzabtei St. Peter, mit der Salzburg Foundation da einmütig ist. Anselm Kiefer habe in Aussicht gestellt, für die Stiftskirche ein neues Außenportal in Blei zu machen, schildert Erzabt Korbinian Birnbacher. So bekäme Salzburg ein drittes Werk des deutschen, in Paris und Österreich lebenden Künstlers - nach dem Kiefer-Haus am Max-Reinhardt-Platz und "Sprache der Vögel" im Chiemseehof.

Und sogar: Anselm Kiefer würde dieses Portal der bis dahin renovierten Stiftskirche schenken, sagt Erzabt Korbinian. Allerdings wolle Kiefer im Gegenzug einen anderen Künstler unterstützen. Da fiel die Wahl auf Paul Wallach und den Verbleib von dessen Stern. Dem zuzustimmen fällt dem Erzabt leicht: Dies sei ein großartiges Kunstwerk, für das es hohe Akzeptanz gebe. Er stimme in allen Argumenten mit der Salzburg Foundation überein.

Weblinks

Quellen