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Hedwig Kainberger

René-Marcic-Preis 2016 für Dr. Hedwig Kainberger, im Bild von links: Klemens Renoldner Festredner, Hedwig Kainberger Preisträgerin, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Dr. Max Dasch, Herausgeber Salzburger Nachrichten

Dr. Hedwig Kainberger (* 1963 in Salzburg) ist Journalistin bei den Salzburger Nachrichten.

Inhaltsverzeichnis

Schule, Studium, Wissenschaft

Hedwig Kainberger absolvierte folgenden Bildungsweg und wissenschaftlichen Werdegang:

  • Wirtschaftskundliches Realgymnasium in Salzburg, Matura mit Auszeichnung 1981;
  • Abiturientenlehrgang der Handelsakademie I in Salzburg, Abschluss 1982;
  • Wirtschaftsuniversität Wien, Betriebswirtschaftslehre, Freifächer Arbeitsrecht und Steuerrecht, Diplomarbeit über „Rechtmäßigkeit und Rechtswidrigkeit des Arbeitskampfes im Zivilrecht“, Sponsion 1988;
  • Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien, Post-Graduate-Lehrgang für Kulturelles Management, Abschluss 1990;
  • Universität Innsbruck, Dissertationsstudium Finanzwissenschaft, Dissertation in Kunstökonomie über „Erklärung und Rechtfertigung von Subventionen für die Salzburger Festspiele“, Promotion 1997;
  • Harvard Universität, Summerschool 2000, Politische Philosophie und US-amerikanische Außenpolitik;
  • Oxford University, Alfred-Geiringer-Stipendium, Jänner bis März 2003, Abschlussarbeit über „Korruption in EU-Kandidatenländern“.

Sie befasste sich auch mit der Finanzgeschichte der Salzburger Festspiele, von den Anfängen bis zum Festspielfondsgesetz 1950, „Ohne Geld kein Festspiel“, publiziert von der International Salzburg Association 2005.

Beruf

In den Sommern 1985 bis 1991 arbeitete Kainberger für die Salzburger Festspiele – erst Pressebüro, dann Künstlerisches Betriebsbüro/Dramaturgie, zuständig für Konzertprogrammhefte.

Seit August 1989 ist Hedwig Kainberger bei den Salzburger Nachrichten angestellt. Von 1989 bis 1997 war sie in der Wirtschaftsredaktion der Salzburger Nachrichten beschäftigt, Schwerpunkte waren Tourismus und Steuerrecht. Zwischen 1997 und 2002 war sie EU-Korrespondentin in Brüssel, berichtete über alle EU-Institutionen, über EU-Gipfel, Österreich-St.ionen, EU-Erweiterung, Grundrechte-Konvent und Euro-Einführung.

Von 2002 bis 2003 war sie in der SN-Redaktion Wien tätig und weiterhin zuständig für EU (Verfassungskonvent, EU-Gipfel, etc.) und Osterweiterung.

Seit 2003 ist Hedwig Kainberger wieder in Salzburg beheimatet und leitet das Ressort Kultur der Salzburger Nachrichten.

Preise, Stipendien

  • 1997: Wissenschaftspreis des Landes Salzburg für die Dissertation.
  • 1998: 'Dr.-Reinhard-Galler-Preis' der Österreichischen Hoteliervereinigung und des Österreichischen Verkehrsbüros „für hervorragende publizistische Leistungen zum Thema Freizeit- und Tourismuswirtschaft“.
  • 2003: erste 'Alfred-Geiringer'-Stipendiatin, Fellowship für die Universität Oxford, ausgeschrieben und zuerkannt von der APA und der Reuters Foundation.
  • 2015: Bank Austria Kunstpreis für Kulturjournalismus.
Begründung der Jury: "Frau Kainberger verfügt nicht nur über die exzellenten Kenntnisse, Vermittlungsansätze und journalistischen Fähigkeiten, die eine herausragende Kunstkritikerin und Kulturjournalistin in einer klassischen Definition ausmachen, sie beweist sich überdies in ihrer wichtigen Rolle als Watchdog der wirtschaftlichen und politischen Vorgänge im Zusammenhang mit öffentlichen Kulturbetrieben. Ob Salzburger Festspiele oder Österreichische Bundestheater, Kainberger hat auch im vergangenen Jahr bewiesen, dass in der Kulturberichterstattung, nicht immer nur Kritik an einzelnen Personen angebracht ist, sondern vor allem an Strukturen und an Vorgängen, die mit einer modernen Good Governance auf Gemeinde-, Landes- oder Bundesebene nur schwer in Einklang zu bringen ist."
  • 2016 Journalistin des Jahres 2015, Kultur (Platz 1), verliehen am 11. Februar 2016 von der Zeitschrift "Der österreichische Journalist"
  • 2016 René-Marcic-Preis des Landes Salzburg

René-Marcic-Preis 2016

Der mit 6.100 Euro dotierte René-Marcic-Preis 2016 ging an Hedwig Kainberger. Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer überreichte ihr am Montag, 28. November, den Preis in der Salzburger Residenz. Die Laudatio hielt Klemens Renoldner, der Direktor des Stefan Zweig Centre Salzburg.

Haslauer: Beitrag zur intellektuellen und kulturellen Vielfalt des Landes

"Die Verleihung des René-Marcic-Preises an Hedwig Kainberger stellt eine Würdigung ihrer Arbeit als Kulturjournalistin dar, die vielfältig, kritisch, teilweise auch provokant, immer aber von einem umfassenden humanistischen Wissen getragen ist, die ohne weitere Erörterung die Zulässigkeit auch anderer Meinungen anerkennt. Insofern trägt die Preisträgerin in herausragender Weise zur intellektuellen und kulturellen Vielfalt unseres Landes bei", so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Aus der Jurybegründung

In der Jurybegründung heißt es unter anderem: "Mit Hedwig Kainberger, der Leiterin des Kulturressorts der Salzburger Nachrichten, schlägt die Jury eine Journalistin für den René-Marcic-Preis vor, die den Grundgedanken dieser Auszeichnung auf eine geradezu idealtypische Weise verkörpert. Im Beschluss der Landesregierung aus dem Jahre 1978 wird als Voraussetzung für die Preiswürdigkeit nämlich nicht nur angeführt, dass es um hervorragende publizistische Leistungen zu gehen hat, sondern dass die journalistische Arbeit 'von hoher humanistischer Bildung getragen' sein soll. Hedwig Kainbergers Artikel, Reportagen, Interviews und Sonderpublikationen zeichnen sich durch ein derart umfassendes historisches Wissen und ein täglich gelebtes journalistisches Verantwortungsgefühl aus, dass ihre Arbeit der hoch angetragenen Forderung sehr wohl entspricht. Zu ihren besonderen Tugenden zählt, dass sie so weit über das klassische Terrain der Kunst- und Kulturberichterstattung hinaus tätig ist. Die Themen der Kunst und Kultur pflegt sie nicht einfach in einer feuilletonistischen Schutzzone, sondern sie stellt sie durch ihre Recherchen und durch ihr hartnäckiges Erkenntnisinteresse in den scharfen Wind der wirtschaftlichen und politischen Realität. Genau dieses umfassende Verständnis von Kulturjournalismus führt dazu, dass sie alle gesellschaftlichen Entwicklungen wahrnimmt und für die Leser der,Salzburger Nachrichten' in klarer Sprache und Gliederung aufbereitet."

Renoldner: Begeisterungsfähigkeit, Enthusiasmus und Vergnügen

Klemens Renoldner würdigte eingangs seiner Laudatio die Begeisterungsfähigkeit, den Enthusiasmus sowie das Vergnügen der Preisträgerin für ein Thema, an dem sie sich gerade abarbeitet. "Ihre – dem Beruf geschuldete – Bereitwilligkeit, das Eigene mit anderen zu teilen, demzufolge dieses in so und so viele schmale Zeitungs-Zeilen zu quetschen, ist in hohem Maße ausgeprägt. Es ist dabei irrelevant, ob es sich nun um eine amerikanisch-kühn-vereinfachende These über die Anfänge der Renaissance in Florenz oder eine Aufführung einer unbekannten Barock-Oper in Paris handelt, ob es um eine Ausstellung im Victoria and Albert Museum in London geht, oder ob sie, was sie in den vergangenen Jahren mit einiger Hingabe wagt, im aktuellen kulturpolitischen Streit Tag für Tag angriffslustig in Stellung geht. In diesen Koordinaten sehe ich ihre journalistische Arbeit."

"Wer mit Frau Kainberger ins Gespräch kommt, kann sich darauf verlassen, von ihrer Dynamik angesteckt zu werden, nämlich: von einer unzynischen Weise die Welt anzusehen. Man kann über ihre Kenntnisse auf verschiedenen Terrains verblüfft sein, über ihre nach unterschiedlichen Richtungen strebenden Interessen staunen. Und man wird von ihrem enormen Faible für Geschichte, insbesondere für die europäische Kulturgeschichte fasziniert sein, die Selbstverständlichkeit, mit der sie von Salzburg hinaus in die weite Welt denkt und bisweilen in diese hinein geht – aber immer wieder zurückkommt. Wir nennen das: unangestrengte Weltläufigkeit."

Eine Sicherheit im Urteil, so Renoldner weiter, könne nur besitzen, wer über Jahre mit der Materie vertraut ist. "Das alles können wir bei der heutigen Preisträgerin voraussetzen, ja noch mehr, widmet sie sich sogar sprachkritischen und sprach- und dialektphilosophischen, und zudem sehr witzigen, Glossen, und schaut dem Salzburger Volk also tatsächlich direkt aufs Maul."

"Was mir am meisten an Hedwig Kainberger imponiert, ist, dass sie bei aller unser Erfahrung mit dem Lauf der Welt nicht von 'Enttäuscht-sein', salopp 'Frust' genannt, gesteuert wird, über das, was uns nicht möglich ist. Sie hält die Fahne des Feuilletons, des seriösen Gesprächs über die Kunst hoch, gegen alle Widrigkeiten", schloss der Laudator.

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Quellen