Scheidhalde

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Im prähistorischen Kupfererzbergbau entstand eine Scheidhalde durch das Zerkleinern der abgebauten Roherzbrocken und das Scheiden des erzhaltigen vom tauben Gestein.

Beschreibung

Prähistorische Scheidhalden befinden sich in unmittelbarer Umgebung der Furchenpingen oder der Stollenmundlöcher. Das Zerkleinern und Scheiden gehörte nach der Abbautätigkeit, die im prähistorischen Kupfererzbergbau in der alten obertägigen Technik mittels Furchenpingen und später durch untertägiges Feuersetzen erfolgte, zur Aufbereitung des gewonnenen Materials. Prähistorische Scheidhalden sind aus dem Bergbaugebiet Mühlbach am Hochkönig - Bischofshofen und Viehhofen im Glemmtal bekannt.

Handscheidung

Zur Zeit der älteren Technik, diese wandte man bis ca. 1800 vor Christus an, erfolgte das Scheiden durch die sog. Handscheidung. Auf Unterlagsplatten, die aus großen, in der Salzach aufgelesenen Geschiebeblöcken mit einem Durchmesser von rund 20 bis 40 cm und einer Höhe von rund 15 cm bestanden, auf denen man eine etwa faustgroße Delle angebracht hat, zerkleinerte man an Ort und Stelle mit etwa faustgroßen, kugelförmigen Klopfsteinen die abgebauten Roherzbrocken. Das so gewonnene Material war in der jüngeren und wohl auch in der älteren Technik idealerweise walnuss- bis haselnussgroß. Gleichzeitig wurde das wertlose Nebengestein (schiefriges Nebengestein und Quarz) vom Roherz getrennt und blieb auf der Halde zurück. Zur Zeit der jüngeren Technik wurde ebenfalls per Hand geschieden, die Auswahl der Unterlagsplatten erfolgte jedoch nicht mehr so sorgfältig wie vorher.

Quelle