Schloss Stein an der Traun

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Artikel hat einen Salzburgbezug
Der Inhalt dieses Artikels hat einen Salzburgbezug, der mindestens eine der Salzburgwiki-Artikel-Richtlinien erfüllt.


Schloss Stein an der Traun um 1700
Planskizze von 1732 mit dem Grenzverlauf (rote Linie) zwischen dem Hochschloss und den übrigen Gebäuden.
Grenze durch die Hofmark Stein
Holzschnitt Stein an der Traun um 1560
Hochschloss (Obere Burg) - Stein an der Traun, Aufnahme 2013

Das Schloss Stein an der Traun befindet sich im bayrischen Landkreis Traunstein.

Beschreibung

Schloss Stein in Stein an der Traun in der Stadt Traunreut in Bayern gilt als die bedeutendste Höhlenburg Deutschlands. Das Hochschloss liegt im Rupertiwinkel, die anderen Gebäude im Chiemgau.

Die Anlage besteht aus drei Teilen. Das Hochschloss steht auf einer fast 50 Meter hohen Felswand aus Nagelfluh. Darunter befindet sich in der Felswand die Höhlenburg, die eine Verbindung ins Trauntal bildet. Das Unterschloss liegt am Fuße der Felswand im Tal der Traun.

Geschichte

Die Ursprünge des Hochschlosses sind nicht vollständig geklärt, möglicherweise reichen sie bis in römische oder keltische Zeit zurück (Funde). Im 12. Jahrhundert war Stein ein Rittersitz. Bernhard von Stein und seine Gemahlin Elisabeth sind um 1135 urkundlich erwähnt. Nach 1193 gelangte die Burg in den Besitz der Familie Törring.

Stein lag seit dem zweiten Vertrag von Erharting (1275) an der Grenze zwischen Bayern und Salzburg. Dabei wurde die Grenze so gezogen, dass die obere Burg auf Salzburger Territorium lag, während die untere Burg und die Höhlenburg auf herzoglich bayerischem Gebiet blieben.

Die Burg war Sitz der Hofmark Stein, ein Niedergerichtsbezirk, der urkundlich erstmals 1558 erscheint. Da die Landesgrenze auch das Hofmarksgebiet durchlief, lagen neben dem Hochschloss weitere 14 Anwesen in Buchberg, Höhenberg, Reit, Roitham und Zieglstadl auf salzburgischem Territorium. Es kam immer wieder zu Grenzstreitigkeiten, wie zahlreiche erhaltene Beschwerdeschreiben, Protokolle und „Widerreden“ belegen. Bayern zweifelte die mitten durch das Hofmarksgebiet laufende Landesgrenze nicht an. Doch die Pfleger des bayerischen Landgerichts Trostberg behaupteten seit dem 16. Jahrhundert die Hochgerichtsbarkeit nach dem Gewohnheitsrecht.

Johann Albrecht Graf von Törring verkaufte 1663 die Hofmark Stein an den Grafen Carl Fugger von Kirchberg. Danach kam die Hofmark durch Heirat in den Besitz der Freiherren von Lösch, welche die Anlage umbauten. Ab 1829 wechselte das Schloss mehrmals den Besitzer. 1845 erwarben die Herzöge von Leuchtenberg den Besitz, den sie teilweise im neugotischen Stil umbauten.

Hochschloss, Felsenburg und Unterschloss gehören heute der 1489 gegründeten Schlossbrauerei Stein. Eigentümer ist seit 1934 die Familie Wiskott. Das Unterschloss beherbergt seit 1948 ein Internat.

Mit Schloss Stein verbunden ist die bekannte Legende vom Raubritter Hainz von Stein, der Anfang des 13. Jahrhunderts auf der Burg gelebt haben soll.

Bildergalerie

Literatur

  • Schubert, Hans-Jürgen; Zeune, Joachim: Stein an der Traun in Geschichte und Gegenwart. Hg.: Verein Freunde der Burg Stein e. V.; Stein an der Traun 2006

Weblink

Quelle