Sklavenkette

Aus Salzburgwiki
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1979 wurde bei Bauarbeiten im Bereich der Großglockner Hochalpenstraße eine Eisenkette mit Halsschellen aufgefunden, die als Sklavenkette identifiziert werden konnte.

Fundstelle

Wie aus den Fundberichten Österreichs des Jahres 1979 zu ersehen ist, wurde in diesem Jahr bei Bauarbeiten an der Großglockner Hochalpenstraße eine Eisenkette gefunden. Die Fundstelle liegt an der Nordseite der Trasse in rund 2 050 m ü. A..

Beschreibung

Die geschmiedete Eisenkette, die zum Fundzeitpunkt in mehrere Teile zerbrochen, jedoch vom Material her sehr gut erhalten war, weist in regelmäßigen Abständen Halsschellen auf. Aufgrund ihrer Länge und der Anzahl der Halsschellen ist davon auszugehen, dass sie für den Transport von zehn Gefangenen ausgelegt war.

Zeitstellung

Aufgrund des guten Erhaltungszustandes und weil die archäologische Erforschung hochalpiner Wege zum damaligen Zeitpunkt noch weniger weit fortgeschritten war als heute, ordnete man den Fund zunächst in das 16. oder 17. Jahrhundert ein. Erst ein Vergleich mit Funden gleichartiger Sklavenketten in spätkeltischen Städten wie beispielsweise Manching bei Ingolstadt, führte zur Datierung in das 2. oder 1. Jahrhundert v. Chr.

Zusammenhänge

Passfunde im Bundesland Salzburg oder Funde wie diese Sklavenkette oder des Scheibenförmigen Eisenbarren vom Bürgkogel bei Kaprun, der exakt 20 römische Pfund wiegt, verweisen auf intensive Handelskontakte zwischen Nord und Süd und die damit verbundene Begehung der Passwege über die Hohen Tauern in spätkeltischer Zeit.

Quellen

  • Fritz Moosleitner, Die Tauernregion in ur- und frühgeschichtlicher Zeit, in Mineral & Erz in den Hohen Tauern, S. 109, Hrsg. Naturhistorisches Museum, Wien, 1994