Sonnenuhr (Zeugwartstöckl)

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Zeugwartstoeckl mit Sonnenuhr
Zeugwartstöckl mit Sonnenuhr
Die Sonnenuhr am Zeugwartstöckl befindet sich in der Salzburger Altstadt auf dem Haus Mozartplatz 7. Das Fresko wird von vier Fenstern mit Faschen aus Konglomerat umrahmt.

Allgemeines

Die Sonnenuhr wurde 1628 an der südwestlichen Wand des Zeugwartstöckls auf der Seite zum Mozartplatz hin angebracht. Das Zeugwartstöckl ist der noch bestehende Rest des Michaelstors. Schräg unter der Sonnenuhr befindet sich bis heute eine kleine Inschrifttafel mit Rollwerksrahmen, bezeichnet 1628, die an den Erbauer, Fürsterzbischof Paris Lodron erinnert.

1928 wurde die Sonnenuhr im Auftrag des Salzburger Stadtverschönerungsvereins durch den Historienmaler Scheel restauriert.

Aussehen

Die Uhr ist exakt an 47° 48’ N geografischer Breite und 13° 03’ O geografischer Länge als Wand-Sonnenuhr angebracht und zeigt die tatsächliche Ortszeit in Halbstundenintervallen als sichtbare Zeit-Markierungen an.

Die Sonnenuhr wurde im Barockstil als Fresko gestaltet und besitzt die Form einer Kartusche. Außen befinden sich in einem umgebenden mehrfach gebogenen Band links im Bild die römischen Ziffern IX bis XII und rechts I bis VII, darin die Tierkreiszeichen sowie ein Liniennetz. Eine schmiedeeiserne Stange zeigt Bei Sonne als Schatten die jeweilige Zeit an.

Eine schwarze Scheibe auf der schmiedeeisernen Stange lässt die Höhe des Sonnenstandes erkennen entsprechend der Jahreszeit erkennen, damit ist auch das jeweilige Tierkreiszeichen ablesbar.

In der Mitte des Fresko-Bildes ruht auf orangefarbenen Wolken auf einer goldenen Mondsichel sitzend eine Madonna mit dem kleinen Jesusknaben auf dem Schoß, welcher seine beiden Hände segnend erhoben hat. Maria trägt unter einem einen weiten blauem faltigen Umhang, der auch ihr Haar bedeckt, ein weinrotes Kleid. Das Jesuskind sitzt auf einer Windel und ist ansonsten unbekleidet. Links im Bild schweben neben der Madonna zwei Engel, von denen nur die Köpfe und die weißen Flügel sichtbar werden. Über der Maria findet sich im umlaufenden Band der Gebetsspruch:

Steh Uns bey in aller Noth - Hier in löben Und in tod (Steh uns bei in aller Not, hier im Leben und im Tod)

Zur Zeit der Errichtung der Sonnenuhr waren Taschenuhren noch nicht erfunden, nur Turmuhren und sehr selten erste Tischuhren waren bekannt. Sonnenuhren dienten daher vielerorts als einfache Uhren den Bewohnern bei sonnigem Wetter zur Orientierung von Tageszeit und genauer Stunde. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts besaß jeder Ort noch seine eigene "Uhrzeit", wobei die Sonne um 12 Uhr genau im Süden stand.

  • Ist die Zeit aktuell?
Das Bild, zu sehen im Salzburgwiki, wurde aufgenommen am 12. Oktober 2015 um 13:20 Uhr (MEZ, Sommerzeit)
  • Tierkreiszeichen Waage (24. September bis 23. Oktober)
  • Linie zwischen den Ziffern X und VI
  • die Kugel (Schatten) zeigt eine Zeit zwischen XII und I an

Die Sonnenuhr zeigt also auch heute die korrekte Zeit an.

Quellen