Tassilokelch

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Tassilokelch
Salzbergwerk Altaussee: neue Schaustelle 2019 „Das Glück der Kunst“; hier die Geschichte des Tassilokelches.

Der sogenannte Tassilokelch ist ein Kunstwerk aus dem frühen Mittelalter, das Salzburg entstanden ist.

Geschichte

Es wurde vom Agilolfinger Bayernherzog Tassilo III. und seiner Gattin Liutpirc dem Benediktinerstift Kremsmünster (Oberösterreich) gestiftet. Da die Inschrift am Fuß die Hochzeit Tassilos voraussetzt, kommt nur eine Entstehung nach 768/769 in Frage. Die in manchen Quelle genannte Jahreszahl 777 als mögliches Entstehungsjahr dürfte auf ältere Erkenntnisse zurückzuführen sein[1]

Bei diesem Kelch handelt es sich um den ältesten erhaltenen und bedeutendsten Abendmahlskelch des frühen Mittelalters im bayerisch-österreichischen Raum. Der Tassilokelch ist etwa 25 cm hoch und wiegt drei Kilo. Er besteht aus vergoldetem Kupfer, Silber und Niello, das mit figuralen und ornamentalen Motiven bedeckt ist. Aufgelötete Silbermedaillons zeigen u. a. Christus mit den Initialen IS (Jesus Salvator) und am Fuß des Kelches Johannes den Täufer. Der Kelch – ursprünglich höchstwahrscheinlich Hochzeitsbecher – wurde als Stifterbecher am Stiftertag den Gästen des Abtes von Kremsmünster gereicht.

Die Vermutung einer Entstehung in einer Salzburger Goldschmiede-Werkstatt hatte 1951 Günther Haseloff in seinem Buch Der Tassilokelch, München, 1951, in einer ornamentgeschichtlichen Arbeit untermauert.

Während des Zweiter Weltkrieg war der Kelch im Salzbergwerk Altaussee[2][3] bombensicher verwahrt worden.

Noch heute kann man diesen Kelch im Museum von Stift Kremsmünster bewundern.

Quellen

Anmerkungen

  1. z. B. in der angeführten Buch-Quelle "Virgil von Salzburg", 1985
  2. siehe Ennstalwiki → enns:Salzbergwerk Altaussee
  3. Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im Ennstalwiki, einem Schwesternwiki des Salzburgwikis