Tauernhaus Bürg

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Das Tauernhaus Bürg vom Weg entlang des Speicher Klammsees fotografiert
Tauernhaus Bürg im Kaprunertal, von der Straße Richtung Talschluss aufgenommen

Das Gut Bürg liegt am südöstlichen Abhang des Bürgkogels im Kapruner Tal südlich des Gemeindezentrums von Kaprun und erfüllte einst die Funktion eines Tauernhauses.

Einführung

Der Tauernweg zwischen dem Osttiroler Kalser Tal und dem Pinzgauer Stubachtal und Kapruner Tal, erlangte seiner Beschwerlichkeit wegen nie eine überregionale Bedeutung, war jedoch seit dem Mittelalter für den lokalen Verkehr von Interesse. Im Stubachtal scheint es kein Tauernhaus gegeben zu haben, weil vermutlich die Abzweigung über das Kapruner Törl in das Kapruner Tal und weiter nach Zell am See häufiger begangen wurde. Im Kapruner Tal hingegen gab es bis in das 17. Jahrhundert mit Bürg und dem Tauernhaus Rain zwei Tauernhäuser.

Geschichte

Das Gut Bürg im Kapruner Tal, dessen Bauernhaus nicht mehr bewohnt, dessen Wirtschaftsgebäude aber heute noch landwirtschaftlich genutzt wird, war ursprünglich eine Schwaige. Sie diente am Kapruner Zugang zum Kalser Tauern bis in das 17. Jahrhundert als Tauernhaus. Bereits in sehr frühen Quellen lassen sich die Kapruner Güter Bürg und Rain als Tauernhäuser nachweisen. Es stand ihnen eine jährliche Provision von ja acht Metzen Getreide aus dem Getreidekasten in Zell am See zu. Über die damit verbundenen Verpflichtungen findet sich aus dem Mittelalter kein Hinweis. Eine andere Erklärung des Deputates als die einer Tauernhausprovision ist aus heutiger Sicht aber nicht vorstellbar.

In einer Waldbeschreibung aus 1529 der Pfleggerichte Lichtenberg (Schloss Lichtenberg) und Kaprun (Burg Kaprun) werden die Verpflichtungen ausdrücklich angesprochen. Es heißt dort: … „den guettern Pürg und Rain in Kaprun jehrlich etlich metzen roggen und habern, daß sye den weg sollen Pflegen und auf die durchziehenden Leuth ihr aufsehen haben; aber es ist kain gemaine strassen und zeucht selten der Ende jemand hin und wider“. Hier geht die auf den lokalen Verkehr begrenzte Frequenz dieses Tauernweges hervor, wobei es möglich scheint, dass er vor dem Ausbau der anderen Tauernwege größere Bedeutung hatte. Im 17. Jahrhundert wurde die Provision gänzlich eingestellt, da dieser Tauernweg offensichtlich keinerlei Bedeutung mehr hatte. Die fehlende Wichtigkeit kam auch dadurch zum Ausdruck, dass der Kals-Stubach-Kapruner Tauernweg im Jahr 1873 nicht unter die Salzburger Landestauernwege aufgenommen worden ist.

Bilder

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Quelle