Travel und Ticket­cen­ter GmbH & Co KG

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Geschlossen
geschlossen  Der hier beschriebene Betrieb oder die Einrichtung existiert in dieser Form nicht mehr. Dieser Beitrag beschreibt die Geschichte.

Das Travel und Ticket­cen­ter GmbH & Co KG , besser bekannt unter dem Namen Kartenbüro Polzer, war ein Salzburger Traditionsunternehmen, das Eintrittskarten zu allen Arten von Veranstaltungen in Salzburg sowie auf der ganzen Welt angeboten hatte.

Geschichte

Das von Herrn Polzer in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gegründete Kartenbüro wurden im Jahr 2000 verkauft. Am 30. Juni 2016 wurde bekannt, dass das Unternehmen die Insolvenz anmelden musste. Eigentümer und Geschäftsführer war zu diesem Zeitpunkt Wilhelm Prommegger. Betroffen vom Konkurs waren elf Mitarbeiter. Betroffene Gläubiger: 53, Passiva: rd. EUR 1,323.000,- und Aktiva: rd. EUR 732.000,-

Wie der Meldung des KSV1870 zu entnehmen ist, liegen die Ursachen der Insolvenz vor allem in Umsatzrückgängen und erhöhten Werbeaufwendungen. Durch die mit 1. Mai 2016 eingetretene Erhöhung der Umsatzsteuer von 10 % auf 13 % verschärfte sich die finanzielle Anspannung. Das Unternehmen war der größte Kunde des Salzburger Festspielfonds mit einem gesamten Umsatzvolumen von rd. EUR 19,6 Mio. in den Jahren 2000 bis 2016, an welchen auch Förderbeiträge bezahlt wurden. Im Frühjahr 2016 zeichnete sich bereits das schlechte Ergebnis für das Jahr 2015 ab. Das Unternehmen führte Gespräche mit mehreren Interessenten über den Verkauf der rd. 140 000 Kundendaten. Allerdings konnte kein Käufer gefunden werden. Da es nunmehr vom Salzburger Festspielfonds keine Karten mehr erhält, dadurch ihre Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden nicht mehr nachkommen konnte, sah es sich zur Konkursantragstellung gezwungen.

Die Insolvenz des Ticketbüros Polzer hat Folgen für rund 900 Käufer von Karten für die am 22. Juli 2016 beginnenden Salzburger Festspiele. Diese haben Karten für Opern, Schauspiele oder Konzerte im Gesamtwert von rund 600.000 Euro reserviert und bezahlt, aber nicht mehr ausgefolgt bekommen. "Diese Karten stammen aus einem Kontingent, dass das Ticketbüro wie in den Jahren zuvor von den Festspielen bezogen hat”, erklärte der als Masseverwalter eingesetzte Salzburger Rechtsanwalt Helmut Hüttinger. “Die Karten wurden immer erst übermittelt, nachdem das Unternehmen eine Bankgarantie über die Gesamtsumme vorgelegt hat.” Als das Ticketbüro im Mai 2016 keine Bankgarantie mehr abgeben wollte, seien die Festspiele vor wenigen Tagen vom Vertrag zurückgetreten und hätten keine Karten mehr ausgeliefert. Tickets im Wert von bis zu 400.000 Euro

Zugleich würden die Festspiele vor der Situation stehen, dass die für das Polzer-Kontingent reservierten Karten im eigenen Vertrieb fehlen. “Da geht es um vermeintlich schon verkaufte Tickets im Wert von noch einmal 300.000 bis 400.000 Euro. Für die müssen die Festspiele relativ knapp kurz vor der Festival-Eröffnung noch Käufer finden.

Die Leitung der Salzburger Festspiele bot dann den Geschädigten an, dass sie die Karten zum Nettopreis kaufen könnten, ohne den etwa 30 bis 40 prozentigen Kartenbüroaufschlag von Travel und Ticket­cen­ter GmbH & Co KG.[1]

Konkurseröffnung

Travel und Ticket­cen­ter GmbH & Co.KG sowie über das Vermögen der unbeschränkt haftenden Gesellschafterin Travel und Ticket­cen­ter GmbH
beide: 5020 Salzburg, Residenzplatz 3

Betrugsermittlungen gegen den Geschäftsführer

Die Insolvenz hatte gegen Ende Juli 2016 zu Ermittlungen gegen den Geschäftsführer der Firma geführt. Es geht um die Frage, warum Karten für Veranstaltungen der Salzburger Festspiele im Gegenwert von rund 60.000 Euro an insgesamt rund 900 Kunden verkauft, aber nicht ausgefolgt wurden, erklärte am 25. Juli 2016 ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg.

Zunächst erstattete eine Privatperson Anzeige gegen den Geschäftsführer des Salzburger Ticketbüros. Diese Person habe einen Schaden von 8.000 Euro geltend gemacht, weil sie die Karten bezahlt, aber nicht bekommen habe, erklärte Staatsanwaltschaftssprecher Robert Holzleitner. Diesbezüglich gebe es eine Ermittlungsanordnung an das Landeskriminalamt beziehungsweise an die Landespolizeidirektion Salzburg.[2]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Salzburger Nachrichten, 8. Juli 2016
  2. Salzburger Nachrichten online abgefragt am 26. Juli 2016