Architektonische Fachausdrücke

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Die Liste der architektonischen Fachausdrücke nennt Fachausdrücke, die im Salzburgwiki oft bei der Beschreibung von Kleindenkmälern, Kunstwerken, Kapellen und Kirchen vorkommen.

Die Fachausdrücke von A bis Z

A

  • Akanthusblatt: Bezeichnung für den Typus eines Ornaments, das die Gestalt der Blätter der gleichnamigen Pflanzengattung in stilisierter Form aufgreift
  • Apsis: im Grundriss halbkreisförmiger oder polygonaler Raumteil, der an einen Hauptraum anschließt und meist von einer Halbkuppel überwölbt wird
  • Architrav: ein auf einer Stützenreihe ruhender Horizontalbalken
  • Attribute: In der bildenden Kunst die charakteristische Beigabe einer Figur.

B

  • Bogen: Wird in der Architektur ein Bauelement zum Überbrücken von Öffnungen im Mauerwerk genannt.
    • Rundbogen (auch Kreisbogen): Ist die Bogenlinie kreisförmig und nimmt den kompletten Halbkreis (180 Grad) ein, das bedeutet, die untersten beiden Fugen liegen horizontal.
    • Schwibbogen: Ist ein Bogen, der zwei Gebäude spreizt.
    • Segmentbogen: Ist ein Kreisbogen, der keinen vollen Halbkreis beschreibt, sondern ein Kreissegment mit einem Winkel kleiner 180°.
    • Spitzbogen: Ist ein aus zwei Kreisen konstruierter Bogen mit Spitze, der in der Architektur als ein zentrales Element der Gotik gilt.

C

  • Chronogramm: Ist ein Satzteil, ein Satz, ein Sinnspruch oder eine Inschrift, meist ein Vers in lateinischer Sprache, in dem diejenigen Buchstaben, die auch als römische Zahlzeichen gelesen werden können (I, V, X, L, C, D, M), in ihrer Summe die Jahreszahl des Ereignisses angeben, auf das sich der Text bezieht. Siehe auch Chronogramm.

D

  • Dreinageltypus: Die Christusfigur an einem Kreuz ist durch drei Nägel an das Kreuz geschlagen.

E

  • Epithaph: Eine seit dem 14. Jahrhundert vorkommendes Gedächtnisdenkmal in Form einer Platte für einen Verstorbenen.

F

  • Faschen: Sind die gestalterisch abgesetzten Umrahmungen von Fassadenöffnungen in Gebäuden, üblicherweise um Fenster und Türen herum
  • Fasen: abgeschrägte Fläche
  • Fassung: Bezeichnet die farbliche Gestaltung einer Skulptur, eines Reliefs, eines Bildes oder einer anderen Oberfläche.
  • Fialen: schlanke, spitz auslaufende, flankierende Türmchen, die in der gotischen Architektur der Überhöhung von Wimpergen und Strebepfeilern dienten
  • Fresko: Ist eine Technik der Wandmalerei, bei der die zuvor in Wasser eingesumpften Pigmente auf den frischen Kalkputz aufgetragen werden.

G

  • Gewände: ist die schräg in das Mauerwerk geschnittene, seitliche Begrenzung eines Portals,
  • Giebelfeld: die dreieckige Giebelfläche, die durch ihre Größe und Frontalität hervorgehoben ist und mit figürlichem oder ornamentalem Dekor versehen sein kann
  • Glockendach: eine glockenförmig geschweifte Dachform eines Bauwerks

H

  • Historismus: in der Kunstgeschichte ein im 19. Jahrhundert verbreitetes und teilweise noch ins 20. Jahrhundert nachwirkendes Phänomen, das auf ältere Stilrichtungen zurückgriff und diese teilweise kombinierte. Siehe auch Historismus.
  • Hohlkehle: ist die negative (konkave) Ausrundung einer Kante

K

  • Krabben: gemeißelte, faltig verbogene Blätter, die als Schmuckelemente kreiert wurden
  • Kreuzgratgewölbe: eine Gewölbeform, die durch zwei sich rechtwinklig schneidende Tonnengewölbe entsteht
  • Kreuzrippengewölbe: ist ein Gewölbe, das durch selbsttragende Rippen (Kreuzrippen) gebildet und gehalten wird. Die Rippen kreuzen sich dabei wie die Diagonalen in einem Rechteck; sie leiten die Druck- und Schubkräfte des Gewölbes auf die Pfeiler ab

L

  • Laufender Hund: ein Fries, der an sich überschlagende Wellen erinnert
  • Lisene: eine schmale und leicht hervortretende vertikale Verstärkung der Wand
  • Lourdesgrotte: Mariengrotten, die Nachbildungen der Grotte von Massabielle bei Lourdes in Südfrankreich und Unserer lieben Frau von Lourdes darstellen. Siehe auch Lourdesgrotte im Bundesland Salzburg.

M

  • Marmor: Ist ein Carbonatgestein, das in der Architektur weite Verwendung findet (Untersberger Marmor, Adneter Marmor).
  • Medaillon: ein rund oder oval gefasstes Schmuckfeld mit Malereien oder Reliefs

N

  • Nische: Bezeichnet eine Vertiefung in einer Wand, sie dienen entweder als Gestaltungsmerkmal, um eine Wandoberfläche optisch interessanter zu gestalten oder zum Aufstellen von Figuren oder von Kreuzen.

O

  • Oculus: kreisrundes oder ovales Fenster, das meist dekorativ über Portalen oder im Giebelbereich eingesetzt wird

P

  • Pfette: ein waagerechter Träger in der Dachkonstruktion (First-, Mittel und Fußpfette)
  • Plastik: Dreidimensionales, körperhaftes Objekt der bildenden Kunst, heute mit dem Begriff Skulptur synonym benutzt.
  • Plinthe: ist ein „Untersatz“ oder „Sockel“, der als Grundlage entweder eines ganzen Gebäudes oder eines anderen stehenden Teils dient
  • Portal: Ein großes repräsentatives Tor.

R

  • Restaurierung: Bezeichnet bei Kulturgütern die Wiederherstellung eines alten Zustandes, welcher oft im Laufe der Zeit verloren gegangen ist.
  • Renovierung: Bezeichnet die Maßnahmen zur Instandsetzung von Bauwerken.
  • Rocaille: muschelförmige Ornamente
  • Rustikus: das überstehende Material eines Natursteines innerhalb einer Mauer

S

  • Satteldach: besteht aus zwei entgegengesetzt geneigten Dachflächen, die an der höchsten, waagerechten Kante, dem Dachfirst, aufeinandertreffen
  • Schrot: Ecken eines Blockhauses, hier zeigen sich verschiedene Möglichkeiten wie z. B. Kopf- oder Schließschrot
  • Schwalbenschwanzverbindung: Ist eine Verbindung, bei der die Form der Feder entfernt an die gegabelte Form des Schwanzes einer Schwalbe erinnert (auch: Schließschrotverbindung genannt).
  • Schweizerhaus-Stil: Architektonische Richtung des Historismus (Gebäude im angeblichen Stil alpenländischer Bauernhäuser)
  • Sgraffito: Ist eine Dekorationstechnik zur Bearbeitung von Wandflächen. Nach der Auflage verschiedenfarbiger Putzschichten werden Teile der oberen Putzschicht abgekratzt und Teile der darunterliegenden Putzschicht freigelegt, sodass durch den Farbkontrast ein Bild entsteht.
  • Sturz: Die Abdeckung einer Maueröffnung, die entweder waagerecht oder mit waagerechter Untersicht ausgebildet (Tür- oder Fenstersturz) ist

T

  • Tonnengewölbe: Ein Gewölbe mit zwei gleich langen parallelen Widerlagern.

U

  • Urschhaken: Haken zur Befestigung der Dachrinnen

V

  • Viernageltypus: Die Christusfigur an einem Kreuz ist durch vier Nägel an das Kreuz geschlagen.
  • Volute: ist ein Ausdruck für eine Schneckenform (Spirale) in der künstlerischen Ornamentik, besonders in der Architektur
  • Vorkragen: herausragen, vorspringen;

W

  • Walmdach: Eine Dachform, die im Gegensatz zum Satteldach nicht nur auf der Traufseite, sondern auch auf der Giebelseite geneigte Dachflächen hat.
    • Pyramidendach: Sonderform mit vier gegeneinander geneigte gleiche Dachflächen über quadratischem Gebäudequerschnitt und in einer Spitze zusammenlaufen.
    • Zeltdach: Eine Dachform, die sich durch mehrere (mindestens drei) gegeneinander geneigte Dachflächen auszeichnet, die in einer Spitze (dem Firstpunkt) zusammenlaufen (Sonderform des Walmdaches).
  • Wandmalerei: Form der Malkunst, bei der das Bild auf eine Wand oder Decke aufgetragen wird.
  • Wimpergen: in der Architektur der Gotik eine giebelartige Bekrönung über Portalen und Fenstern (auch Ziergiebel genannt)

Quellen

  • Wikipedia-de
  • Wilfried Koch: Kleine Stilkunde der Baukunst, Bertelsmann Ratgeberverlag Reinhard Mohn, Gütersloh, 1969
Begriffserklärungslisten