Autograph Stille Nacht von Joseph Mohr

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Autograph Stille Nacht von Joseph Mohr

Das Autograph Stille Nacht von Joseph Mohr wurde erst 1995 aufgefunden. Dieses Autograph von Joseph Mohr - datiert auf die Zeit um 1823 - stellt somit das älteste Dokument der Entstehungsgeschichte des Weihnachtsliedes Stille Nacht, Heilige Nacht dar. Es ist im Besitz des Salzburger Museumsvereines und befindet sich im Salzburg Museum.

Bedeutung

Dieses Notenblatt ist das einzige erhaltene Stille-Nacht-Autograph aus der Hand Mohrs. Auf dem hier gezeigten einzigartigen Dokument hatte Mohr beide Gesangsstimmen, die Gitarrenbegleitung und den Text aller sechs Strophen notiert. Orgelbegleitung zum Lied wäre passend, dennoch ist das Musikstück für zwei Solostimmen mit Gitarrenbegleitung geschrieben.

In der Kombination aus der Vertonung eines deutschen Textes, der Begleitung durch eine Gitarre mit einer einprägsamen Melodie entstand ein Werk, das ganz dem Hirtenbrief von 1782 entsprechend der Erbaulichkeit und Erweckung religiöser Gefühle diente. Es ist vorstellbar, dass das Lied nicht im Rahmen der liturgischen Handlung, sondern im Anschluss an die Mette direkt vor der Oberndorfer Krippe aufgeführt wurde. Daraus könnte sich die Verwendung des volkstümlichen, eher der Wirtshausmusik nahe stehenden Instruments der Gitarre erklären. Auch wäre ein gemeinsamer Vortrag des Hilfspriesters und des Organisten während der Messe schon wegen der Distanz von Altar und Orgel nur schwer möglich.

Nach genauer wissenschaftlicher Untersuchung von Papier und Tinte, Notenschrift und Schreibductus (im Vergleich mit datierten handschriftlichen Aufzeichnungen Mohrs in Pfarrmatriken) ergaben sich ausser der Datierung auf die Zeit um 1823 folgende Erkenntnisse:

1) Die Textverfassung erfolgte bereits 1816 durch Joseph Mohr während seiner Zeit als Coadjutor in Mariapfarr, aus dem auch sein Vater stammte. Auf dem Autograph befindet sich links unten außer der Jahresangabe auch der Hinweis „ manu propria“ - abgekürzt als „mpia“, Abkürzung für manu propria - also „aus eigener Hand“ geschrieben.

2) Durch den Hinweis rechts oben „Melodie von Fr. Xav. Gruber“ sind auch die letzten Zweifel an der Komposition durch Franz Xaver Gruber beseitigt. Auf Grund der großen Musikalität hätte man die Komposition auch Mohr zuschreiben können.

Diese zwei Erkenntnisse haben Bedeutung für Oberndorf und Mariapfarr. Für Oberndorf wurde bestätigt, dass die bisher manchmal angezweifelte Komposition eindeutig durch F. X. Gruber erfolgt ist. Für Mariapfarr ergab sich als historische Wahrheit, dass der Text in Mariapfarr und nicht in Oberndorf (wie im Mohr-Glasfenster der Stille-Nacht-Kapelle angegeben ) entstanden ist.

Literatur

  • "Kunstwerk des Monats" vom Salzburg Museum, 8. Jahrgang, Blatt 92 vom Dezember 1995
  • "Kunstwerk des Monats" vom Salzburg Museum, 15. Jahrgang Blatt 175 vom November 2002

Quellen