Bürger der Stadt Laufen

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Wappen der Stadt Laufen

Bürger der Stadt Laufen war man früher nicht automatisch.

Voraussetzungen

  • persönliche Freiheit-Nachweis, keiner anderen Herrschaft untertan zu sein
  • Nachweis der ehelichen Geburt
  • Entrichtung einer Aufnahmegebühr und zusätzlicher einmaliger Abgaben
  • Leistungen eines Bürgereids gegenüber Landesherrn und Stadtobrigkeit

Bürgersöhne hatten Anspruch auf das Bürgerrecht, mussten sich aber ebenso bewerben. Sie zahlten aber eine geringere Aufnahmegebühr, die zusätzlichen Abgaben waren aber gleich. Der Nachweis von Haus- und Grundbesitz in der Stadt war nicht zwingend erforderlich, jedoch waren geordnete finanzielle Verhältnisse nachzuweisen. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts war die Ablegung des katholischen Glaubensbekenntnisses vor dem Ortsgeistlichen Pflicht. Alle Zuziehenden mussten ihre eheliche Geburt nachweisen, entweder durch schriftliche Aussagen der Obrigkeit ihres Geburtsortes oder durch Zeugen, die ihre eheliche Geburt belegen konnten.

Die Aufnahme als Bürger war bei Einheirat erleichtert, das bedeutet, wenn der Bewerber eine Bürgerswitwe oder Bürgerstochter heiratete, um deren Versorgung sicherzustellen. Wurde ein freigewordenes Handwerk oder Gewerbe übernommen, gab es ebenfalls Erleichterungen. In Zeiten von Fachkräftemangel konnte einem Bewerber das Bürgerrecht geschenkt werden, das heißt, er musste keine Aufnahmegebühr zahlen, sondern nur die Abgaben an den Stadtschreiber entrichten. So ist z. B. dem aus München gebürtigen Maler Hieronymus Ölgast 1548 das Burgerrecht nachgesehen und geschenkt wordn, da es zu dieser Zeit in Laufen keinen Maler gab.

Mit der Verleihung des Bürgerrechts konnten auch gewisse Auflagen verbunden sein, so, dass z. B. ein Lediger innerhalb eines Jahres heiraten musste, oder dass kein anderes Gewerbe als dem angegebenen nachgegangen werden darf.

Kein Interesse bestand an der Aufnahme mittelloser Personen oder sozialer Randgruppen, die für die Stadt eventuell eine Last darstellen hätten können.

Aufnahmegebühren

Die Aufnahmegebühren richteten sich nach den finanziellen Verhältnissen des Aufnahmewerbers aber auch nach dem Geldbedarf der Stadt, sie für die Stadt eine bedeutende Einnahmequelle darstellte. Im 16. Jahrhundert schwankte die Gebühr zwischen einem und 28 Gulden, wobei der Mittelwert sich bei fünf bis sechs Gulden befand, später dann bei zwölf bis 15 Gulden.

Einige Beispiele

Erst 1796 wurde eine Ordnung festgelegt, die die Zahlungen genau regelte. Je nach Qualität ihres Gewerbes wurden drei Klassen aufgestellt, von denen jede Klasse wieder drei oder vier Unterabteilungen hatte.

  • Gebühren der 1. Klasse:30 bis 60 Gulden
  • Gebühren der 2. Klasse:15 bis 24 Gulden
  • Gebühren der 3. Klasse:5 bis 12 Gulden

Bürgersöhne, die ein Gewerbe in der Stadt erlangten, waren von der Zahlungbefreit und mussten nur sechs Gulden "Titel-Zustandsgeld" entrichten.

Zusätzliche Gebühren

1535 wurden die zusätzlichen Gebühren festgelegt. Dem Richter, Bürgermeister, Stadtschreiber und den Stadtkämmerern wurden 24 Pfennige gezahlt, die Besiegelung kostete nochmals 12 Pfennige für den Bürgermeister und einem Stadtkämmerer.

Pflichten der Bürger

Mit der Verleihung des Bürgerrechts waren auch Pflichten verbunden.

  • Entrichtung von Steuern
  • Besitz einer "Wehr"
  • Leistung von Wachdiensten
  • Mithilfe bei der Instandhaltung der Befestigungsanlagen
  • Bereitschaft, öffentliche Ämter zu übernehmen.

Bürgerbuch der Stadt Laufen

Das Bürgerbuch verzeichnete ab 1499 fast lückenlos die Namen der aufgenommenen Bürger. Ab 1522 wurden auch fast regelmäßig deren Berufe und die Aufnahmegebühren verzeichnet. Aber auch über abwandernde Bürger finden sich darin Aufzeichnungen.

Quelle

  • Hans Roth: Entwicklung der Stadt vom Spätmittelalter bis 1816, in: Heinz Dopsch, Hans Roth (Hrsg.): Laufen und Oberndorf - 1 250 Jahre Geschichte, Wirtschaft und Kultur an beiden Ufern der Salzach, Laufen und Oberndorf, 1998, S. 135 bis 137