Bildstock Maria gloriosa und dolorosa in Nonntal

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Mater gloriosa (Maria mit Jesuskind)
Ansicht: Süd nach Nord
Karte
Mater dolorosa (Maria mit Leichnam Christi)
Ansicht: Nord nach Süd

Der Doppelbildstock Maria gloriosa und dolorosa in Nonntal im Salzburger Stadtteil Nonntal steht unter Denkmalschutz.

Bedeutung und Lage

Der Bildstock mit Doppelstatue steht an der Nonntaler Hauptstraße gegenüber dem Haus Nr. 36 auf dem Dr.-Josef-Klaus-Platz am Beginn der Fürstenallee. Genau dort verlief im Mittelalter die Grenze zwischen dem inneren Nonntal, damals zur Sicherung des ungestörten Handels und Marktwesens dem deutlich strengerem Stadtgericht Salzburg unterstand, und dem äußeren Nonntal, das nicht mehr Teil des besonders beschützten "Weichbildes" der Stadt war. Zumindest bis in die frühe Neuzeit stand wohl an allen Ausfallstraßen der Stadt und damit auch an diesem Ort als Zeichen des besonders geschützten Weichbildes der Stadt ein steinernes Kreuz, welches hier nicht nur christliches Zeichen sondern vor allem Zeichen des römisch-deutschen Kaisers war. Der Raum um das Kreuz bzw. den späteren Bildstock stand im Mittelalter zuerst im Besitz des Benediktinenstifts Nonnberg und später im Eigentum des Benediktiner-Erzstifts St. Peter.

Der Bildstock kann damit in der Stadt Salzburg als einziger bekannte Erinnerung an ein mittelalterliches Weichbild-Kreuz gesehen werden.

Geschichte

Der Bildstock zeigt Maria einerseits als Mater gloriosa mit dem Jesukind anderseits als Mater dolorosa oder Pietà. An diesem Stadtort stand im Mittelalter und der frühen Neuzeit ein sogenanntes Weichbildkreuz. Die wird auch aus den Inschriften am Sockel der Säule ersichtlich - 1735 errichtet und 1867 renoviert.

Beschreibung

Der Marien-Bildstock hat zwei Bildseiten und steht auf einer hohen Säule.

Auf der einen Seite ist die junge strahlende Mutter Maria, die "Mater gloriosa" dargestellt, die auf ihrem Schoß sitzend ihren Sohn Jesus hält, der im zarten Knabenalter dargestellt ist. Darunter steht die lateinische Inschrift: "S(ancta) Maria Mater Dei - ora pro nobis" (Heilige Maria Mutter Gottes, bete für uns).

Auf der anderen Seite ist eine trauernde Mutter, die "Mater dolorosa" zu sehen, die in ihrem Schoß den Leichnam von Jesus hält. Darunter steht in Latein die Inschrift: "Mater dolorosa - ora pro nobis" (Schmerzleidende Mutter, bete für uns).

Am Sockel der Säule südseitig steht die Inschrift: "Me erexit P.A. - 1735" (Mich hat errichtet P.A. - im Jahr 1735).
P.A. steht offensichtlich für Placidus (Mayrhofer) Abbas, dem Abt von St. Peter von 1704 bis 1741.

Am Sockel der Säule nordseitig steht die Inschrift: "Me renov. A.A. - 1807" (Mich hat renoviert A.A. - im Jahr 1867), sowie das Wappen von Stift St. Peter. A.A. steht für Albert (V. Eder) Abbas, Abt von St. Peter von 1857 bis 1876 (danach Erzbischof von Salzburg).

Das Bild der schmerzleidenden Mutter Gottes, die "Mater dolorosa" oder Pietà, ist seit dem 14. Jahrhundert ein häufiges Motiv, die wesentlich der Andacht dienen. Seit der Frühzeit des Christentums finden sich in der sakralen Kunst Darstellungen der Muttergottes mit dem neugeborenen Jesuskind. Gewand und Faltenwurf sind einfach und fließend gestaltet, stilistisch ist die Skulptur unstrittig der Barockzeit zuzuordnen, d. h. dem 18. Jahrhundert.

Die Besonderheit des Bildstockes besteht darin, dass die Doppelplastik, das Bild der Mutter mit dem Kind, als Doppel-Plastik (Rücken-an-Rücken-Skulptur) ausgeführt ist, wobei zwei unterschiedliche Ansichten gezeigt werden. Höchste Freude und tiefster Schmerz, Geburt und Sterben, Hoffnung und Mitleid werden als zwei Seiten des Lebens religiös und künstlerisch vereint. Gleichzeitig wird mit der Doppelstatue auf die beiden großen Feste des Christentums Weihnachten und Ostern verwiesen.

Bildergalerie

weitere Bilder

 Pieta in Nonntal – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen