Birnbachloch

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Birnbachloch
Birnbachloch, Familienausflugsziel
Birnbachloch, gesicherter Alpinsteig
Leoganger Steinberge, Weg zum Birnbachloch

Das Naturdenkmal Birnbachloch ist eine Felshöhle in den Leoganger Steinbergen, auf deren Grund eine starke Quelle entspringt.

Lage

Der Weg zum Naturdenkmal Birnbachloch ist ein gut gepflegter, teilweise als alpiner Steig ausgeführter und gesicherter Zugang, der durch den Ullachgraben in Leogang auf der Südseite des Birnhorn zur Quellhöhle hinaufführt. In einer Gehzeit von einer bis eineinhalb Stunden je nach Tempo erreichbar, ist das Birnbachloch auch für Familien mit Kleinkindern ein beliebtes und bewältigbares Ausflugsziel, wobei entsprechendes Schuhwerk zu empfehlen ist.

Am Ausgangs- und Endpunkt der Wanderung stehen ausreichende Parkplatzmöglichkeiten zur Verfügung. Am Beginn des Weges befinden sich auch einige Grillstellen mit im Schatten gelegenen Tischgruppen, die sich als Rast- und Essplätze für Familien und kleine Gruppen anbieten. Direkt unterhalb laden Schotterbänke und kleine Rinnsale zu Gestaltung und Spiel in und mit der Natur ein.

Naturdenkmal Birnbachloch

Die Quelle, die in allen Jahreszeiten fließt, entspringt laut Josef Lahnsteiner einem unterirdischen See, von dem die Sage zu berichten weiß, dass er nicht zu >ergründen< ist. „Gründst du mi, so schlünd i di“, soll als Antwort auf das Hineinwerfen von Steinen als dumpfer Ruf aus der Tiefe des Quellsees gekommen sein.

Auf der Homepage der Gemeinde Leogang findet sich folgende Beschreibung:

"Das Birnbachloch liegt einige hundert Meter östlich des Birnbachgletschers in 1 291 m Seehöhe. Es handelt sich um eine Karstquelle in einer großartigen, von latschenbewachsenen Kalkfelsen geprägten Umgebung. Der optische Eindruck des Birnbachloches wird bestimmt von einer ca. 20 m breiten „geräumigen" Eingangshalle, in deren Hintergrund der Birnbach entspringt und anschließend in anmutigen Kaskaden den Berg hinunterstürzt. Die Schüttung schwankt zwischen 5 Litern im Spätherbst und Winter und 300 Litern bei Schneeschmelze und Starkregen. Im Spätherbst und Winter kann man mehrere Meter tief in die Quellhöhle absteigen. In der geräumigen Kammer verschließt ein Siphon, der auf den Nebenaustritt eingespiegelt ist, die Höhle. Er vermittelt den Eindruck eines Sees, wie er auch in der Sage dargestellt wird: Lahnsteiner: „Im Inneren des Berges ist ein großer See, der immer Wasser abgibt und nicht ergründbar ist.“ Im Jahre 1930 kam es zu einem gewaltigen Einsturzbeben, wahrscheinlich ausgelöst durch einen Deckeneinsturz. Die Erschütterungen waren bis in 50 km Entfernung wahrnehmbar. Augenzeugen berichteten, dass die Quelle damals 14 Tage lang verschmutztes Wasser führte. Es dürfte sich im Inneren tatsächlich ein See und ein größeres Höhlensystem befinden, das vielleicht sogar Verbindung mit der großartigen Lamprechtsofenloch-Höhle hat. Auf Initiative von Anton und Hermann Mayrhofer wurde 1988 das Birnbachloch wegen seiner wissenschaftlichen Bedeutung, Eigenart und Schönheit zum Naturdenkmal erklärt."

Historischer Eisabbau

Vom Birnhorn (2 634 m ü. A.) gehen jährlich zahlreiche Lawinen ab. Der Schnee dieser Lawinen schmilzt im Sommer nicht komplett ab, sondern bildet einen kleinen „Gletscher“. Von 1884 bis ca. 1900 bauten die Münchner Eiswerke zur Versorgung der Münchner Eiskeller vom >Birnhornkees< jährlich bis zu 1 000 Waggons Eis ab. Das Eis wurde von ca. 100 meist einheimischen Arbeitern in großen Blöcken aus in den Gletscher gebohrten Schächten und Stollen in zwei bis 15 m Tiefe heraus gesprengt und auf einer hölzernen Rutsche, die durch den Ullachgraben etwa 1,6 km lang in das Tal führte, mit weithin hörbarem lauten Getöse zu Tal gebracht. Dort angekommen, wurden die Blöcke auf Pferdefuhrwerke verladen und schließlich mit der Bahn nach München transportiert, wo sie über den Sommer die Getränke- und Nahrungsvorräte der Wirtshäuser kühlten.

Bilder

 Birnbachloch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

  • Informationstafel am Weg zum Birnbachloch
  • Josef Lahnsteiner: „Mitterpinzgau“, Eigenverlag Hollersbach 1962
  • Textauszug aus www.leogang.at mit Genehmigung von Frau BGM Helga Hammerschmied