Der kleine Grenzverkehr

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Der kleine Grenzverkehr ist ein Roman von Erich Kästner. Er erschien erstmals 1938 unter dem Titel "Georg und die Zwischenfälle".

Inhalt

Der Berliner Schriftsteller Georg Rentmeister möchte sich im August 1937 mit seinem Freund Karl in Salzburg treffen, um mit ihm die Salzburger Festspiele zu besuchen. Die Devisenbestimmungen zwischen Deutschland und Österreich lassen zu dieser Zeit nur die Einfuhr von zehn Reichsmark monatlich zu. Da bei 30 Tagen 33,3333333 Pfennige pro Tag zu wenig zum Leben sind, beantragt Georg bei der Devisenstelle eine größere Summe. Diese wird ihm jedoch bis zu seiner Abreise nicht bewilligt, und Georg beschließt, den kleinen Grenzverkehr zu nutzen: er mietet sich im Hotel Axelmannstein in Bad Reichenhall ein und pendelt von nun an täglich mit dem Bus nach Salzburg.

Seine zehn Reichsmark gibt Georg bereits am ersten Tag für Mozartkugeln, Ansichtskarten und Brezeln aus und ist daher nun auf das Geld seines Freundes Karl angewiesen, der in London wohnt und für den die strengen Devisenbestimmungen nicht gelten. Als Karl am nächsten Tag aufgrund eines Missverständnisses nicht zur Verabredung erscheint, kommt Georg in Bedrängnis, denn er kann seinen bereits ausgetrunkenen Kaffee nicht bezahlen. Er bittet das in der Nähe sitzende Fräulein Konstanze um Hilfe. Georg verliebt sich sofort in die junge Dame, die sich ihm als Stubenmädchen einer gräflichen Familie vorstellt. Die gräfliche Familie sei zurzeit auf Reisen und habe das Haus samt Personal während der Festspiele an reiche Amerikaner vermietet.

Konstanze und Georg verbringen ihre freie Zeit gemeinsam und Georg macht Konstanze alsbald einen Heiratsantrag, den sie glücklich annimmt. Doch dann teilt ihm Karl mit, dass er Konstanze am Vorabend im Casino mit einem anderen Mann gesehen habe. Beide hätten einander mit Herr Graf und Komtesse angeredet. Georg zieht sich enttäuscht ins Hotel zurück, wo bereits der andere Mann auf ihn wartet, der sich ihm schließlich als Konstanzes Bruder vorstellt und das Missverständnis aufklärt. Konstanze sei gar kein Stubenmädchen, sondern eine Adlige. Die gesamte Familie übernehme zurzeit die Rolle der Dienstboten einer amerikanischen Millionärsfamilie, die in ihrem Hause logiere. Der alte Graf, ein Amateurschriftsteller, habe sich diese Situationskomödie ausgedacht, um Ideen für sein neuestes Stück zu sammeln.

Georg wird ebenfalls in das Schloss und zur Teilnahme am Theaterstück eingeladen, um den nichtsahnenden Grafen und Vater Konstanzes vorzuführen. Als die amerikanische Familie die heimliche Liaison Georgs und Konstanzes aufdeckt, ist der alte Graf gezwungen, Konstanze zu „entlassen“, um nicht aus der Rolle zu fallen. Der vermeintlich empörte Georg entführt seine Konstanze; erst zwei Tage später kehren sie beide gemeinsam ins Schloss zurück und feiern mit der Familie die glückliche Verlobung. Die amerikanischen Millionäre klären unterdessen den verdutzten Grafen darüber auf, dass sie die ganze Zeit von der Komödie gewusst hätten. Als Georg schließlich wieder in Berlin ankommt, hat er eine Devisenbewilligung für die Sommerreise nach Salzburg in der Post.[1]

Hintergrund

Erich Kästner wurde 1933 von den Nationalsozialisten mit Publikationsverbot in Deutschland belegt, durfte aber aufgrund der Erfolge seiner Übersetzungen im Ausland weiterhin veröffentlichen. Da er unter Beobachtung stand, veröffentlichte er vor allem Unterhaltungsliteratur. Das Buch schrieb er im Sommer 1937, als Deutschland und Österreich noch getrennt waren, bei seiner Veröffentlichung war Österreich bereits Teil des Deutschen Reiches.

Die Geschichte beruht auf Kästners eigenen Erfahrungen mit dem kleinen Grenzverkehr. 1937 traf er sich in Salzburg mit seinem nach London emigrierten Freund und Illustrator Walter Trier bei den Salzburger Festspielen. Wie die Hauptfigur des Romans Georg Rentmeister mietete er sich zu dieser Zeit in Bad Reichenhall ein und fuhr täglich nach Salzburg und war auf das Geld von Trier angewiesen. Das Buch wurde ein großer Publikumserfolg.

1942 erhielt Kästner eine Sondergenehmigung von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels unter dem Pseudonym „Berthold Bürger“ das Drehbuch für den Jubiläumsfilm zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen der UFA zu schreiben, und er schrieb daraufhin das Drehbuch zu Münchhausen. Nach diesem Erfolg verfasste Kästner auch ein Drehbuch für den kleinen Grenzverkehr, das 1942 verfilmt wurde. Ebenso schrieb Kästner das Drehbuch für die zweite Verfilmung, die unter dem Namen "Salzburger Geschichten" 1956 entstand.

Verfilmungen

  • Der kleine Grenzverkehr (1943), Regie: Hans Deppe (mit Willy Fritsch und Hertha Feiler)
  • Salzburger Geschichten (1956), Regie: Kurt Hoffmann (mit Marianne Koch und Paul Hubschmid)

Quelle

Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Der kleine Grenzverkehr"

Fußnoten