Dieter Brell

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Oberst Dieter Brell (* 1940 in Graz, Steiermark) ist ein ehemaliger Kommandant der Anton-Wallner-Kaserne in Saalfelden am Steinernen Meer.

Leben

Der gebürtige Grazer Dieter Brell ist seit Ende der 1960er Jahre in Saalfelden am Steinernen Meer ansässig. Er war im Zuge mehrerer UNO-Missionen in internationalen Krisenregionen tätig. So 1974, während der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Griechen und Türken, in Zypern. 1985/86 kommandierte er für 12 Monate die österreichischen Soldaten am Golan. Er erntete für seine korrekte Arbeit allgemeine Anerkennung.

Am 1. Juli 1998 wurde Dieter Brell, seit 1994 stellvertretender Kasernenchef, neuer Kommandant der Jägerschule. Ab Herbst 1998 richtete er an der Jägerschule ein internationales Alpin-Ausbildungszentrum ein. Im April 1999 betraten Brell und sein Kader militärisches Neuland: Erstmals rückten Frauen in die Wallnerkaserne ein, um zu Unteroffizierinnen ausgebildet zu werden.

Im September 2000 wurde Brell in den Ruhestand versetzt und 2001 von Landeshauptmann Franz Schausberger mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Salzburg ausgezeichnet.

Vorgestellt

Dieter Brell ist mit Leib und Seele Soldat. Die Uniform keine Verkleidung. Der Beruf spürbar Berufung und nicht Tarnkappe eines zivilen Rohrkrepierers. Bei näherer Betrachtung der Brellschen Biographie macht das klare soldatische Bekenntnis zunächst stutzig. Immerhin zerstörte der Zweite Weltkrieg die Familie. Eine Distanz des Sohnes zu allem Militärischen schiene verständlich, denn der Vater, einst Arzt in Graz, fiel 1945. Klein-Dieter war damals 5 Jahre alt. "Ich hab nicht wirklich verstanden was da an Schrecklichem geschah", erinnert sich Brell.

Bereits mit 10 Jahren exerzierte er der Umwelt vor, was Selbstdisziplin ist. Er pendelte als Gymnasiast zwischen Lienz und dem damaligen Wohnort Bad Mitterndorf hin und her. Ein ganzes Schuljahr lang. 1951 zog die Familie, Dieter Brell mit Mutter und Bruder, nach Graz. 1952 nach Wien. 1958 maturierte er im Realgymnasium Kandlgasse im VII. Bezirk.

Später, Anfangs der 1960er, focht es den frischgebackenen Militär-Akademiker nicht an, daß er mit seiner Philosophie so ganz und gar neben dem Zeitgeist lag. Während Europas Jugend alle Normen und Autoritäten in Frage stellte, unterwarf er sich freiwillig militärischen Hierarchien. Noch heute steht Brell zu seiner Überzeugung, die da lautet: "Junge Menschen brauchen eine führende Hand."

Erste Verwendung als Ausbildner im Dienstrang eines Leutnants fand Dieter Brell 22-jährig in der Kaserne St. Johann in Tirol. Weitere Stationen: Landeck, Schwaz, Kufstein, Glasenbach.

1966 gab es erste Kontakte zur Jägerschule Saalfelden. 1967 lernte er seine Frau Rosmarie, eine gebürtige Unkenerin, kennen. Bei einem Ball der Lehrerschaft. Die Tanzschule Moll hatte Jungmaturanten als "Tanzfeuerwehr" angefordert. Brell rückte als Kommandant einer 15-köpfigen "Freiwilligen-Abteilung" an.

In der Wallnerkaserne durchlief Brell während der Jahre zehn verschiedene Funktionen. In der Ausbildung, im Stab, u. a. im "Vorschriften- und Versuchsstab". Er wirkte aktiv an der Entwicklung des Sturmgewehrs 1977 (STG 77) mit. Aufbauend auf die "Spannocchi-Doktrin" und das Konzept der Raumverteidigung, entwickelte Brell einen Verteidigungsplan für den Pinzgau.

1974, als sich Türken und Griechen in Zypern die Köpfe einschlugen, war Dieter Brell als Kompanie-Kommandant im Dienste der UNO vor Ort. "Drei Kameraden sind damals gefallen. Es waren schlimme Tage." 1981 hielt sich Brell für ein Jahr in der Krisenregion Naher Osten auf. Als stellvertretender Kommandant des "Ausbatt", also der österreichischen UNO-Soldaten am Golan. 1985 und 1986 kehrte Brell auf die Golan-Höhen zurück. Als Kommandant des gesamten österreichischen UNO-Kontingents.

Quellen

  • Salzburger Nachrichten (Heinz Bayer)