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Exit 7 ist eine Notschlafstelle der Caritas Salzburg für obdachlose Minderjährige zwischen 12 und 18 Jahren in der Stadt Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Jugendnotschlafstelle Exit 7 wurde 1999 eingerichtet. Im ersten Jahr verzeichnete die Statistik 928 Nächtigungen, 2004 bereits 1.280, im Jahr 2008 lag die Zahl bei 2.022. Nach Ansicht der Sozialarbeiter dürfte sich die Zahl der in Not geratenen Minderjährigen nur wenig erhöht haben – doch deren Probleme hätten sich verschärft. Das zeige sich an der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer: Diese stieg von knapp 15 Nächten 1999 auf fast 29 Nächte 2009. Der Anteil der Mädchen ist dabei kontinuierlich gestiegen – der Großteil der Gäste ist aber weiterhin männlich.

Die Notschlafstelle hat 365 Tage im Jahr von 18 Uhr bis 10 Uhr am Folgetag geöffnet. Sie wird von Josephine Stainer geleitet.

Vorgestellt

Sie tragen keine Lumpen, sind nicht abgemagert oder ausgemergelt, sie stinken nicht nach Gosse und meistens betteln sie keine Passanten an. Dennoch gibt es sie auch in der Festspielstadt – jene Kinder und Jugendlichen, die zu Hause hinausgeworfen wurden, die oft jede Nacht woanders verbringen und ihre Tage meist auf der Straße.

Wie viele es sind, ist unklar, die Grenzen zwischen "echter Obdachlosigkeit" und dem Vagabundieren zwischen provisorischen Unterkünften verschwimmen. Die Zahl derer, die für "konventionelle" Wohngemeinschaften ungeeignet sind, die überall wieder "hinausfliegen", dürfte aber im dreistelligen Bereich liegen.

Die Jugendnotschlafstelle Exit 7 in der Salzburger Siezenheimer Straße nimmt solche Fälle auf – sechs Betten plus vier Notbetten stehen hier, und sind immer öfter voll belegt. Doch Exit 7 hat nur zwischen 18 Uhr abends und 10 Uhr vormittags geöffnet. "Am Morgen müssen wir die Kinder vor die Tür setzen, egal wie das Wetter ist oder ob sie krank sind", sagt Leiterin Josephine Stainer.

Zudem gilt eine maximale Aufenthaltsdauer von 14 Nächten hintereinander – für oft erst 12-Jährige, die nirgendwo mehr hinkönnen, freilich keine Langzeitperspektive.

Nun suchen Jugendamt, Stadt und Caritas nach einem Standort für ein Projekt, dessen Planung seit Langem fertig in der Schublade liegt: Ein Haus für ausgestoßene Kinder und Jugendliche soll es sein, wo diese den Tag verbringen können, in einem angeschlossenen Café oder in Workshops Gelegenheitsarbeiten verrichten und dabei auch etwas Taschengeld verdienen – Taschengeld, welches sich die Minderjährigen sonst oft auf weniger nachvollziehbaren Wegen besorgen würden, wie Stainer anmerkt.

Auch Leonhard Thun-Hohenstein, Leiter der Jugendpsychiatrie an der Christian-Doppler-Klinik, hält ein derartiges Haus für nötig. Er hat Konzept und groben Finanzplan parallel zu den Bemühungen der Caritas bereits fertiggestellt.

Ernste Zweifel an der Notwendigkeit des Projekts äußert niemand. Doch die Frage des Standorts ist extrem heikel – über den aktuellen Stand der Suche ist offiziell wenig zu erfahren. Jugendwohlfahrt wie Caritas betonen, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen sei, lediglich einige Optionen in Augenschein genommen worden seien.

Bei der Caritas sind die Schwierigkeiten noch gut in Erinnerung, welche vor fast genau zehn Jahren auftraten, als Exit 7 in der Siezenheimer Straße seine Pforten öffnen sollte: Damals hagelte es Anrainerproteste, die Angst vor einem "Punkerhaus", Lärm und Kriminalität ging um. Bedenken, die sich heute freilich weitgehend zerstreut haben.

Wichtig ist den Initiatoren, dass das Projekt nicht in Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen stehe. In Salzburg gibt es durchaus Wohngemeinschaften für schwer erziehbare Jugendliche. Aber: Dort müssen Hausregeln eingehalten, Anweisungen befolgt, Zeitvorgaben beachtet werden. "Dinge, die manche Kinder, die schon sehr weit weg von der Gesellschaft sind, einfach nicht einhalten können", sagt Stainer.

Adresse

Siezenheimer Straße 7
5020 Salzburg
Telefon: 06 62 - 43 97 28
E-Mail: exit7ping@caritas-salzburgpong.at

Quellen

  • Salzburger Nachrichten (Christian Resch)
  • Caritas Salzburg

Weblinks