Franz Anton Freiherr von Rehlingen

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Franz Anton Freiherr von Rehlingen
Franz Anton Freiherr von Rehlingen
als Kommandeur des Ruperti-Ritterordens
Datei:Franz Anton Freiherr von Rehlingen von 1710-1713.png
Franz Anton Freiherr von Rehlingen von 1710-1713

Franz Anton Freiherr von Rehlingen-Haltenberg und Knöringen (* 16..; † 13. Oktober 1713 in Freiburg im Breisgau [Deutschland]) war hochfürstlich salzburgischer Stabsoffizier.

Leben

Franz Anton war Sohn des Salzburger Beamten und Oberstleutnants Johann Christof Freiherrn von Rehlingen-Haltenberg und Knöringen (* 1618; † 1693).

Gleich seinem Vater schlug er die Laufbahn eines Offiziers und Salzburger Beamten ein: 1700 Fähnrich in kurbayrischen Diensten, 1701 Ruperti-Ritterordensritter, 1703 Vizestallmeister, Hauptmann beim Salzburgischen Reichskontingent, 1709 Landmann und Kämmerer, 1710 Kommandeur des Rupertiordens, 1710 Hofkriegsrat, 1711 Oberstwachmeister.

Tod

Der spanische Erbfolgekrieg

Hauptartikel Das Salzburger Reichskontingent im Spanischen Erbfolgekrieg

Im spanischen Erbfolgekrieg (1700–1714), in dem unter anderem Kaiser und Reich gegen Frankreich kämpften, stand das Fürsterzbistum Salzburg natürlich auf der Seite des Kaisers. Bayern hingegen hatte sich auf die Seite der Franzosen geschlagen, und erst die vernichtende Niederlage, die das französisch-bayrische Heer in der Schlacht bei Hochstätt (1704) aus den Händen des Prinzen Eugen von Savoyen und des Herzogs von Marlborough empfing, ermöglichte es Fürsterzbischof Johann Ernest Grafen Thun, seinen reichsrechtlichen Pflichten auch wider den abgefallenen bayrischen Nachbarn nachzukommen. So gehörte zu den Reichstruppen von 1705 an ein Salzburger Regiment von 1 500 Mann. Es stand unter dem Kommando des Grafen Wolf Max von Überacker.

Eine der zehn Kompanien wurde von Franz Anton Freiherr von Rehlingen kommandiert. Er erhielt im Jahr 1711 den Rang eines Oberstwachtmeisters (entsprechend etwa dem eines heutigen Majors) und war damit der dritte Stabsoffizier und dritthöchste Offizier des Regiments.

Das Kriegsglück wechselte, und gegen Ende des Krieges gelang den Franzosen der Vormarsch auf die von den Reichstruppen gehaltene vorderösterreichische Festung Freiburg, zu dessen Besatzung das Salzburger Regiment gehörte.

Die Schlacht um Freiburg im Breisgau

Als sich die Belagerung Freiburgs einem kritischen Zeitpunkt näherte, unternahmen die kaiserlichen Besatzungstruppen am 14. Oktober 1713 einen großen Ausfall, um die feindlichen Schanzarbeiten zu zerstören. Aber auch der französische Marschall Villars hatte zur selben Zeit einen Überraschungsangriff eingeleitet, um sich der vorgerückten Stellungen der Reichstruppen, vor allem der Lünette und des 'Gedeckten Weges', im Sturm zu bemächtigen. So kam es unversehens zu einem erbitterten blutigen Gefecht, das ungefähr zwei Stunden dauerte. Die zahlenmäßig überlegenen französischen Truppen kamen bald in Vorteil und drangen an einigen Stellen in die Contrescarpe(die äußere Mauer des Hauptgrabens um eine Festung) ein. Der Hauptkampf tobte aber um die Lünette (ein selbständiges Festungswerk). Diese war in jener Stunde von 200 unter Rehlingens Befehl stehenden kaiserlichen (überwiegend nicht salzburgischen) Grenadieren besetzt. Der erste Angriff der französischen Grenadiere, von denen einige immerhin in das Werk eindringen konnten, wurde schließlich vollständig abgewiesen. Ein weiterer Sturmangriff zweier französischer Regimenter zerschellte an dem erbitterten Widerstand des kleinen Haufens. Endlich, als die dahinter liegende Contrescarpe schon in französischer Hand war, gelang es den Franzosen in der Dunkelheit, mit 150 Reitern in die Lünette einzudringen und zugleich mit der Infanterie die Brustwehr zu übersteigen. Plötzlich war die Lage der Verteidiger hoffnungslos. Gleichwohl lehnten sie die französische Aufforderung, sich zu ergeben, ab; Mann für Mann fielen sie, einzig ein Leutnant und sechs Mann konnten sich in die Festung durchschlagen. Zu den Gefallenen gehörte Oberstwachtmeister Franz Anton von Rehlingen. Die Franzosen hatten 2 000 Mann, die Reichstruppen 800 Mann an Toten und Verwundeten verloren.

Letzte Ruhe

Drei Tage später wurde zwecks Bergung und Bestattung der Gefallenen ein Waffenstillstand geschlossen. Unter den Toten fand man auch die vollkommen entkleidete Leiche des Oberstwachtmeisters von Rehlingen. Sie wurde in der Freiburger Augustinerkirche beigesetzt.

Im Jahr 1920 wurden beim Umbau des Chors der Augustinerkirche (später Museum der Stadt Freiburg) die Gebeine des Salzburger Offiziers gefunden. Ihm wurde an dieser Stelle eine Ehrentafel gesetzt.

Quellen