Rehlingen

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Datei:Rehlingen 1665-neu.png
Wappen der Rehlinger von 1665 (Johann Siebmachers Wappen-Buch)

Das Geschlecht derer von Rehlingen war ein bayrisch-salzburgisches (und ist noch ein bayrisches) Adelsgeschlecht.

Allgemeines

Die Rehlingen gehörten zum bairischen Uradel. Ihr Stammsitz war das Schloss Scherneck bei Rehling. Rehling liegt nordöstlich von Augsburg orografisch rechts des Lechflusses [auf seinerzeit bairischem Stammesgebiet] im heutigen bayrischen Schwaben.

Mitglieder folgender Linien wurden in den Adelsstand der Hohen Salzburger Landschaft aufgenommen:

  • 1620: Freiherren von Rehlingen zu Goldenstein,
  • 1709: Freiherren von Rehlingen zu Knöringen,
  • 1728: Freiherren von Rehlingen zu Ainhofen.

Vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zum Jahr 1808, in dem schließlich auch die erstgenannte Linie ausstarb, gehörten die Freiherren von Rehlingen zum salzburgischen Beamtenadel.

Stammvater der verschiedenen Linien war Greinwald (um 1300), der drei Söhne hatte:

  • Ulrich (Linie Hainhofen, Künzighofen),
  • Konrad (Stammvater etlicher Linien, darunter der Linie zu Goldenstein) und
  • Peter (Linie Haltenberg[-Knöringen]).

Von diesen drei Söhnen stammen die nachgenannten drei Linien ab.

Linie von Dietenheim, „Schwarze Rehlingen“, Rehlingen zu Goldenstein

Ein Nachfahre Konrads war Hans von Rehlingen († 1552), Erbauer des Schlosses Radau bei Augsburg; verheiratet mit Anna Dietenhaimer, der letzten ihres Geschlechts.

Sie hatten den Sohn Heinrich (* 1509; † 1575). Dieser war Stadtpfleger von Augsburg, verheiratet mit Helena von Hörwart († 1570). Aus dieser Ehe gingen, soweit für Salzburg von Belang, die Kinder Friedrich I. († 16. Mai 1609) und Anna († Dezember 1593) hervor. Anna heiratete 1568 Hieronymus Meitting zu Radeck, den fürstlichen Stadtrichter von Salzburg, dann Pfleger von Plain und Stauffenegg, aus dessen Besitz Radeck – wohl für verschiedene Darlehen – an seinen Schwager Friedrich kam.

Im Jahr 1665 erhob Kaiser Leopold I. die Brüder Ludwig Franz, Ferdinand Gottlieb, Johann Paris und Karl Heinrich von Rehlingen zum Goldenstein, Radegg und Mühlheim in den Reichsfreiherrenstand mit Wappenvermehrung und mit dem Prädikat „Wohlgeboren“.

Ferdinand Gottlieb Freiherr von Rehlingen

Ferdinand Gottlieb von Rehlingen (* 1614; † 12. Februar 1674) wurde hochfürstlich-salzburgischer Beamter: 1645 Pfleger von Lichtenberg, Rat und Vizestallmeister, Pfleger von Kropfsberg, 1646 wieder von Lichtenberg, 1661 Oberstsilberkämmerer, 1662 Vizestallmeister und geheimer Rat, 1665 Kämmerer.

Er war verheiratet mit Ursula Maria von Mabon (* 1621,† 1675). Sie hatten folgende Kinder:

  • Maria Ursula (* 1646; † 1711), verheiratet mit Wolf Ernst Freiherrn von Uiberacker, Pfleger von Werfen.
  • Ferdinand Paris (* 28. Dezember 1647 oder 1649 in Saalfelden; † 19. Jänner 1699), der durch Heirat die Schlösser Bürglstein und Elsenheim in der Stadt Salzburg in den Familienbesitz brachte.
  • Maria Katharina, verheiratet mit Ludwig Freiherrn von Widerspacher zu Grabenstatt.
  • Raimund Franz (* 1659; † 25. Dezember 1704) studierte 1682 in Turin (Italien|Savoyen-Piemont). 1690 Kämmerer, 1699 Vizestallmeister, 1703 Oberstsilberkämmerer. 1704 Landschaftsverordneter. Er stiftete 1704 das Fideikomiss Elsenheim (wozu auch das Imhofstöckl am Mozartplatz, der Ritzerbogen und Gartenau gehörten). Er heiratete 1699 Maria Regina Theresia, Tochter des Johann Rudolf Freiherrn von Plaz und der Maria Johanna Jocher von Eggersberg und Höch († 1756). Der Ehe entsprossen fünf Kinder, die alle in zartem Alter starben.

Ludwig Franz Freiherr von Rehlingen

Ludwig Franz Freiherr von Rehlingen (* 1619; † 4. August 1684) wurde wie sein älterer Bruder hochfürstlich-salzburgischer Beamter: 1644 wirklicher Hofrat, Landschaftsmitverordneter und Generalsteuereinnehmer, 1657 geheimer Rat, 1665 Kämmerer. Er war zweimal verheiratet: 1649 mit Anna Maria Grimming von Niederrain (* 1631; † 1651); 1657 mit Maria Ursula von Plaz (* 1637; † 1680).

Er hatte die Kinder

Dieser zweiten Ehe entstammten sieben Kinder, darunter:

Johann Paris Freiherr von Rehlingen

Johann Paris Freiherr von Rehlingen, von Radeck, zu Ranten und Thurnegg (* 1624; † 1693) wurde wie seine älteren Brüder hochfürstlich-salzburgischer Beamter: 1652 Pfleger und Hauptmann von Fohnsdorf (Steiermark), 1653 hochfürstlicher Rat, 1668 geheimer Rat, 1669 Verwalter der Pfleg Moosham. Er erhielt bei der väterlichen Erbteilung Radeck, das er 1670 ganz neu baute, aber 1685 an den Domherrn Franz Anton Grafen Königsegg verkaufte. Er heiratete 1652 Maria Susanna Teufl von Pichl.

Sie hatten die Kinder

  • Johann Raimund der in Italien und Frankreich studierte und 1693 alle väterlichen Lehen erhielt, sowie
  • Johann Friedrich Ernst, Kanonikus des Schneeherrenstiftes, Dr. theol. (Collegium Germanicum, Rom), 1688 Konsistorialrat, Pfarrer von Strassgang (heute Graz, Steiermark) und 1692 Archidiakon für die Untersteiermark.

Die Familiengruft in St. Peter

Die Häupter der Linie zu Goldenstein sind in der Stiftskirche St. Peter begraben.

  • Friedrich I. von Rehlingen († 1609)
    • Friedrich II. von Rehlingen (* 1581/82; † 1632)
      • Ferdinand Gottlieb (* 1614; † 1674)
        • Ferdinand Paris (* 1647 oder 1649; † 1699)
    • Raimund Franz (* 1659; † 1704)
  • Johann Josef (* 1704; † 1773)
    • Georg Johann Josef (* 1740; † 1807) [3]

Rehlingen-Haltenberg und Knöringen

Am 24. Mai 1709 erhielten Raimund Dionys und Franz Anton Johann Freiherren von Rehlingen zu Haltenberg die salzburgische Landmannschaft.

Franz Anton Johann Freiherr von Rehlingen war verheiratet mit Magdalena Renz von Sauldorf. Sie hatten den Sohn Johann Christof (* 1618).

Johann Christof Freiherr von Rehlingen (* 1618; † September 1693 in Radstadt), leistete in Spanien und in den Niederlanden Kriegsdienst, wodurch sein in Schwaben angelegtes Vermögen ziemlich geschwächt wurde; den Rest legte er in dem von seinem Schwiegervater erkauften Gut Knöringen bei Burgau (Schwaben) an. „In Ansehung seines guten Verstandes und seiner Kriegsexperienz" wurde er 1668 salzburgischer Kämmerer und Oberstleutnant, 1670 Pfleger von Radstadt, Er war verheiratet mit Isabella Maria, der Tochter des Heinrich Freiherrn von Knöringen und der Franziska Freiin von Weiden († 1. März 1695 in Gastein). Sie hatten die Kinder

Der bereits genannte Raimund Dionys (* 7. Dezember 1674 in Radstadt; † 8. März 1734 in Laufen), Sohn des Johann Christof Freiherrn von Rehlingen und der Isabella Maria, geborene Freiin von Knöringen, stand in hochfürstlich-salzburgischen Diensten: 1704 Pfleger von Tittmoning, 1708 von Laufen, wo er den Haidenthalerhof besaß. Seit 23. Oktober 1704 war er verheiratet mit Maria Violanta Genoveva Freiin von Lichtenau (* 1682 Neuötting; † 5. September 1731 in Laufen als Letzter ihres Stammes). Sie hatten drei Söhne, von denen zwei im Krieg umkamen, und vier Töchter:

Johann Franz Raimund (* 26. Februar 1707 in Tittmoning; † 20. August 1770 in der Stadt Salzburg) trat gleich seinem Vater in hochfürstlich-salzburgischen Dienste (1731 Kämmerer, 1731 Hofrat, 1732 Pfleger von Stauffenegg, 1733 von Lofer, 1737 von Kaprun, 1752 Landschaftsverordneter, 1753 Hofkammerdirektor, 1756 Vizehofmarschall, 1762 Hofkammervizepräsident). Er war zweimal verheiratet: 1. mit Maria Franziska Sibilla Freiin von Reichlin-Meldegg-Fellheim († 28. April 1756 in Saalfelden) und 2. mit Maria Franziska Freiin von Frauenhofen († 29. April 1770). Aus der ersten Ehe hatte er drei Töchter:

Johann Franz Raimund war damit der Letzte dieser Linie. Die Töchter Sybilla und Franziska verkaufen Schloss Neudegg in Nonntal 1772 dem Johann Heilmayer.

Franz Anton Freiherr von Rehlingen-Haltenberg und Knöringen

(als Kommandeur des Ruperti-Ritterordens);
gefallen 1713 bei der Verteidigung von Freiburg im Breisgau

Rehlingen zu Hainhofen

Diese Linie war und ist im Bayrischen Schwaben ansässig.

Einzelne Vertreter

Ferdinand Freiherr von Rehlingen zu Hainhofen (* 1619; † 30. Juli 1687) hatte mit seiner Gemahlin Franziska Emanuela Kyrus von Horberg zwei Söhne:

  • Andreas Rudolf (* 1662; † 13. August 1704 in der Schlacht bei Höchstädt), verheiratet mit Maria Franziska Isabella Freiin von Rehlingen zu Knöringen;
  • Marx Anton (* 1663; † 16. Februar 1746), verheiratet mit Maria Elisabeta Freiin von Rehlingen zu Horgau.

Rehlingen auf Horgau und Radau

  • Raimund Karl von Rehlingen auf Horgau († 1692), 1681 hochfürstlich-salzburgischer Rat und Truchsess, der letzte der Horgauer Linie, seit 22. Jänner 1685 in St. Veit im Pongau verheiratet mit Maria Barbara Gräfin von Schernberg, der Tochter von Konrad Graf von Schernberg und Witwe von Franz Willibald von Motzl, die nach seinem Tod am 27. Jänner 1693 Rudolf Emmeram Gold von Lampoting heiratete.
  • Siegmund Karl von Rehlingen auf Horgau, 1687 hochfürstlich-salzburgischer Rat und Truchsess.

Julius Heinrich Freiherr von Rehlingen-Radau (* 27. August 1662 Augsburg; † 19. Juni 1732), 1724 bis 1732 Fürstpropst von Berchtesgaden. Ein Sohn des Augsburger Ratsherrn Franz Freiherrn von Rehlingen († 11. September 1675) und der Maria Rosina zu Brunn und Burghausen.[4]

Salzburger Erbe

Nach dem Aussterben der Goldensteiner Linie ging der Rehlingensche Salzburger Besitz auf die Hainhofener Linie, und zwar auf Franz Joseph Freiherrn von Rehlingen zu Hainhofen, über. Dieser veräußerte das Gut Ursprung im Jahr 1820 an seine Brüder Ferdinand und Johann Nepomuk, der es im Jahr 1823 an den Bräuer Sigmund Hofmann verkaufte.[5]

Damit verschwindet die Familie Rehlingen aus den Salzburger Annalen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. siehe Ennstalwiki → enns:Raimund Freiherr von Rehlingen
  2. Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im EnnstalWiki, einem Schwesternwiki des Salzburgwikis
  3. Auch: Joseph Georg Freiherr von Rehlingen, Herr zu Goldenstein auf Ursprung und Schloss Elsenheim, Vice-Oberststallmeister und [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|Hofkammerrat]] (1779 und danach, vgl. den Salzburger Hofkalender für 1779, S. 32.).
  4. Vgl. den Wikipedia-Artikel „Julius Heinrich von Rehlingen-Radau“, [1]
  5. Ludwig Pezolt, Das Schloß Ursprung bei Salzburg und seine Besitzer. Ein Beitrag zur Geschichte der salzburgischen Schlösser, in: MGSLK 51, 1911, S. 53 ff, hier: S.  69 f