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Friaul-Julisch Venetien

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Friaul-Julisch Venetien ist die nordöstlichste der 20 italienischen Regionen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Im Norden grenzt die Region an Südtirol und Österreich (Kärnten, im Osten an Slowenien, im Süden an das Adriatische Meer und im Westen an Venetien (Hauptstadt Venedig). Sie besteht aus den beiden historischen Teilen Friaul (im Norden) und Julisch Venetien (entlang der Adria).

Allgemeines

Rund 2,3 mal so viele Einwohner wie Salzburg hat es, also rund 1,34 Millionen. Und mit Triest eine eigentlich noch österreichische Hauptstadt. Triest war von 1382 bis 1918 habsburgisch-österreichisch, also über fünf Jahrhunderte. Die langen Einfahrtsstraßen werden von Palazzi im Wiener Ringstraßenstil dominiert. Dann ist da noch die heimliche Hauptstadt, Udine. Über viele Jahrhunderte hinweg war sie es ja auch. Das erste friulanische Parlament fand Platz auf dem Burgberg in Udine.

Salzburgbezüge

Das Erzbistum Salzburg hatte Besitz in Friaul, so den Ort Noncello (Naunzel) oder San Odorico. 1212 wurden die friaulischen Besitzungen zur Beilegung eines Streites an den Patriarchen von Aquilea abgetreten.

Im historischen Handel spielten Orte im Friaul eine Rolle für Salzburg. Die kleine Grenzstadt, im Friaul gelegen, aber lange Zeit unter venezianischer Herrschaft, Venzone (deutsch Peuschelsdorf), erlangte bescheidenen Reichtum auch durch die Händler von Salzburg. In Venzone war Zoll zu leisten, bevor es weiter nach Venedig gehen konnte. Auch verdiente man gut am Niederlagerecht.

Nur wenige Kilometer südlich von Venzone, dort, wo sich die Täler in die Tiefebene vom Friaul ergießen, liegt die Stadt Gemona, (deutsch Glemaun). Am alten Dom, der leider bei den beiden Erdbeben 1976 (Mai und September) völlig zerstört wurde, befand sich ein Bildnis vom Hl. Rupert mit seinem Salzfass (die heutige Abbildung am Dom ist eine Nachbildung). Wohl brachte man aus dem Salzburger Raum Salz bis nach Gemona und nahm am Rückweg allerlei Spezereien, Gewürze und Wein mit. Salzburger Händler hatten in Gemona Räume zur Lagerung angemietet.

Auch Wein wurde gerne nach Salzburg gehandelt. So ist uns aus dem Jahr 1385 ein Sendbrief des Christof Pruner als Aufgeber von Gemona an den Salzburger Georg Aiglen wegen eines Weintransportes bekannt.

 
Spilimbergo, Spengenberg, im Friaul, früher hatten die Salzburger Erzbischöfe in diesem Gebiet Besitzungen; hier im Bild der "Palazzo Dipinto", der "bemalte Palast" der Spengenberger

Und auch sonst gab es noch Beziehungen mit dem Friaul: auf der Handelsstraße zwischen Treviso (Venezien) und Pordenone (Friaul) lag das Gut Naunzel (Italienisch Noncello), das durch eine Schenkung von Kaiser Heinrich III. den Salzburger Erzbischöfen gehörte, mit der Pfarre St. Rupert. Und reiste man von Pordenone weiter in Richtung Gemona, kam man durch Spilimbergo, dem Spengenberg (bekannt für seinen herrlichen Dom und die Mosaikenschule): auch dort musste man Zoll bezahlen - nach der Größe der Frachtstücke, gemessen wurde mit der so genannten Spengenberger Elle.

Personen im Friaul Julisch-Venetien-Bezug

Sonstiges

  • Das Grödiger Fischspezialitätengeschäft Walter Grüll Fischhandel von Walter Grüll bezieht zwei Mal die Woche frische Ware aus Marano Lagunare, einem der wichtigsten Fischerhäfen der Adria in der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien.
  • Die geografische Abkürzung für die geografische Angabe der Höhe über dem Meeresspiegel, m ü. A. (Meter über Adria) wird im Hafenbecken von Triest am Molo Sartorio bestimmt.
  • Der Donau-Alpen-Adria-Radpilgerweg führt von Passau in Bayern bis auf die Wallfahrtsinsel San Barbana in der Lagune von Grado.
  • Der Schriftsteller und Maler Günther Schatzdorfer lebte und arbeitete in Duino.

Siehe auch

Weiterführend

Für Informationen zu Friaul-Julisch Venetien, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Quellen