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Niederlage

Als Niederlage bezeichnete man Häuser an Orten mit Marktrecht, in den durchreisende Kaufleute ihre mitgebrachte Ware auspackten und der Bürgerschaft drei Tage lang zum Kauf anbieten mussten. Erst dann konnten sie weiter ziehen.

Seit dem Mittelalter war Handel nur den Bürgern der Städte und Märkte vorbehalten. An allen anderen Orten, die außerhalb dieser zum Handel berechtigten Orte lagen, war Handel somit unter Strafe verboten.

Inhaltsverzeichnis

Niederlagerecht

Das Niederlagerecht war natürlich auch eine einträgliche Sache für den jeweiligen Markt bzw. Stadt, denn für dieses Recht mussten die Kaufleute auch Abgaben bezahlen. Und konnte man den Markt bzw. die Stadt nicht umgehen, weil sie beispielsweise am einzigen Furt des Flusses weit und breit lag oder an einem Pass, war dies ein noch größerer Vorteil für diese Niederlagen.

Nur auf so genannten befreiten Jahrmärkten und Kirchtagen am Land durfte man Handel für die Dauer dieser Jahrmärkte oder Kirchtage treiben. Aber weder der direkte Einkauf beim ländlichen Produzenten noch der Handel außerhalb der bezeichneten Märkte waren weder dem inländischen Verbraucher noch dem in- und ausländischen Händler erlaubt.

Salzburg hat das Lötschenrecht, das Niederlagerecht von Kaiser Friedrich III. 1481 in einem "Freybrief" verliehen bekommen.

In der Stadt Salzburg

In der Stadt Salzburg gab es mehrere Niederlagen. Eines befand sich in den Häusern der Getreidegasse Nr. 18 bis 22 zusammen mit dem Haus Nr. 17 in Griesgasse (Durchgang Gasthaus zum wilden Mann). Noch heute kann man die Jahreszahl 1286 dort lesen. Zunächst war im Haus Nr. 18 eine Mühle am Almkanal untergebracht gewesen. Um das Jahr 1509 erhielt dann das Haus den Namen Niederleghaus. Das der Stadt gehörende Haus war nun für die Eisen- und Stahlniederlage bestimmt, die 1487 gegründet wurde. Unter dem Turm, der sich als Teil der Stadtmauer in einem dieser Häuser befand, entstand ein Weinkeller und eine Weinniederlage, eine Weinlötschen.

Siehe auch

Quellen