Küstenland

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Kartenausschnitt Monarchie 1885
Das (österreichische) Küstenland war ein im Jahr 1849 gebildetes österreichisches Kronland, das heute zwischen Slowenien, Kroatien und Italien aufgeteilt ist.

Geschichte

Das Küstenland hatte eine Größe von etwa 8 000 km² und rund 900 000 Einwohner (1910). Die Hauptstadt war Triest (italienisch Trieste, slowenisch Trst); sie hatte als größter See- und Handelshafen der Donaumonarchie enorme wirtschaftliche Bedeutung für diese. Von den Einwohnern des Küstenlandes waren fast die Hälfte Italiener, ein Viertel Slowenen, ein Fünftel Kroaten und fünf Prozent Deutsche.[1]

Entstehung und Gliederung

Das Küstenland (lateinisch/italienisch Litorale) wurde aus den habsburgischen Territorien

  • Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca[2],
  • Markgrafschaft Istrien[3] und
  • (Freie) Stadt Triest[4]

gebildet.

Alle drei Gebiete unterstanden gemeinsam dem kaiserlichen Statthalter in Triest, hatten aber jeweils eine eigene Selbstverwaltung.

Nach der 1867 erfolgten Umbildung des Kaisertums Österreich zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie gehörte das Küstenland zur österreichischen Reichshälfte.

Görz und Gradisca

Die Grafschaft Görz und Gradisca bestand hauptsächlich aus dem Einzugsgebiet des Flusses Isonzo – slowenisch: Soča –, das im Ersten Weltkrieg Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen italienischen und den verbündeten österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen war.

In ethnischer Hinsicht wurde die nördlich gelegene Grafschaft Görz und Gradisca im Norden und Osten hauptsächlich von Slowenen, im Süden von Italienern bewohnt.

Hauptstadt war Görz (italienisch Gorizia, slowenisch Gorica).

Triest

Triest, hauptsächlich von Italienern bewohnt, war der Haupthafen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. In kultureller Hinsicht ist es insbesondere mit den Namen der Schriftsteller Italo Svevo (* 1861; † 1928) und James Joyce (* 1882; † 1941) verbunden.

Istrien

In ethnischer Hinsicht wurde die südlich von Triest gelegene Markgrafschaft Istrien an den Küsten und auf den Inseln von Italienern, im Binnenland vor allem von Kroaten (im Norden von Slowenen) bewohnt.

Zur österreichisch-ungarischen Zeit war Pola – kroatisch: Pula – die größte Stadt Istriens und der Hauptkriegshafen der Monarchie.

Aufteilung

Nach dem Ersten Weltkrieg, der mit Niederlage und Zerfall der Österreichisch-Ungarischen Monarchie endete, fiel das Küstenland zur Gänze der Siegermacht Italien zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg aber wurden – aufgrund der Kriteriums der überwiegenden Nationalität – die Gebiete östlich und südlich der Städte Triest und Görz abgetrennt. Der bei Italien verbliebene Teil bildet jetzt mit Friaul (Provinz Udine) die autonome Region Friuli-Venezia Giulia (deutsch: Friaul-Julisch Venetien).

Somit gehören heute

  • zu Italien: Julisch Venetien[5] mit ua. den Städten Triest (Touristenattraktion: Schloss Miramare), Duino, Monfalcone, Görz und Gradisca,
  • zu Slowenien als „Primorska“:[6]
    • der Großteil des Isonzotals (auf der slowenischen Seite: Sočatal) – einer der landschaftlich berühmtesten Teile Sloweniens –, an das sich die liebliche Weinlandschaft Brdo anschließt (die auf italienischer Seite Collio heißt), sowie
    • die weitere Umgebung Triests bis zur Stadt Piran auf der Halbinsel Istrien,
  • zu Kroatien fast die gesamte Halbinsel Istrien mit den bekannten Städten Pula (italienisch: Pola) und Opatja (italienisch: Abbazia).

Im Küstenland begegneten einander die drei bodenständigen Kulturen (italienisch, slowenisch und kroatisch) sowie, etwas flüchtiger, auch die österreichisch-deutsche. Das Zeitalter des Nationalismus überlebten Sprachminderheiten auf der jeweils anderen Seite der Grenze und natürlich auch Ortsnamen mit „doppelter Nationalität“: Die italienischen Städte Gorizia und Gradisca d'Isonzo haben z. B. Namen slawischer Wurzel: Gorica bedeutet „Kleiner Ort“, Gradisca „Befestigung“.

Salzburgbezug

Triest

Allein die Stadt Triest brachte eine stattliche Anzahl von Persönlichkeiten mit Salzburgbezug hervor:

Görz

Auch die Salzburgbezüge der Stadt Görz sind erwähnenswert:

Quellen und Fußnoten

  1. Vgl. den Wikipedia-Artikel „Österreichisches Küstenland“.
  2. Vgl. den Wikipedia-Artikel „Grafschaft Görz“.
  3. Vgl. den Wikipedia-Artikel „Istrien“.
  4. Vgl. den Wikipedia-Artikel „Triest“.
  5. Zur Namensgeschichte vgl. den Wikipedia-Artikel „Venezia Giulia“ (italienisch); der Name „Venezia Giulia“ wurde im Jahr 1863 geprägt, um der österreichischen Sichtweise des Gebietes als Küstenland Österreichs eine spezifisch italienische entgegenzusetzen und die Behauptung der „natürlichen“ Zusammengehörigkeit mit dem Venetien, das bereits zu Italien gehörte, herauszustellen. Eine analoge Neubenennung war später der Name „Julische Krain“ (vgl. nur den Wikipedia-Artikel „Furlanija - Julijska krajina“ („Friaul-Julisch-Venetien“, slowenisch).
  6. Vgl. den Wikipedia-Artikel „Slowenien“.