Orthoptera

Aus Salzburgwiki
(Weitergeleitet von Heuschrecke)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Heupferd, Copyright Lerch, NPV Hohe Tauern
Gut getarntes Heupferd im Ferleitental
Alpine Gebirgsschrecke bei der Paarung
Decticus verrucivorus
Pholidoptera aptera
Gryllus campestris
Tettrix subulata
Miramella alpina
Chorthippus montanus

Die Orthoptera, Heuschrecken, sind eine auch in Salzburg beheimatete Ordnung der Insekten (Insecta).

Allgemeines

Sie kommen weltweit in allen terrestrischen Lebensräumen mit rund 28 000 verschiedenen Arten vor. Kennzeichnendes Merkmal der Heuschrecken ist das meist ausgeprägte Sprungvermögen, das durch die vergrößerten Hinterbeine und die verdickten, kräftigen Hinterschenkel ermöglicht wird. Viele Heuschrecken tragen auch Flügel, wobei die Vorderflügel meist schmal und versteift sind, die Hinterflügel im Flug aber flächig ausgebreitet und in Ruhestellung in Falten an den Körper gelegt sind. Das Flugvermögen ist aber meist schwach und unterstützt hauptsächlich den Sprung. Bei vielen Heuschrecken sind die Flügel sekundär auch reduziert oder völlig verloren gegangen. Die vorherrschende Färbung der Heuschrecken, zumindest in unseren Breiten, ist in Braun- und Grüntönen gehalten, mit denen sie in ihrer Umgebung im Allgemeinen sehr gut getarnt sind. Nur wenige Heuschrecken besitzen bunte Hinterflügel, wie die Blauflügelige Oedipoda caerulescens (Ödlandschrecke) oder die Psophos stridulus(Schnarrschrecke). Orthoptera ernähren sich hauptsächlich pflanzlich, es gibt aber auch räuberische Arten. Die Entwicklung der Heuschrecken ist unvollständig. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die bis auf die Größe und die fehlenden Flügel den erwachsenen Tieren bereits recht ähnlich sehen. Nach mehreren Häutungen entwickeln sich schließlich die adulten Tiere, ohne dass ein eigenes Puppenstadium wie bei den höher entwickelten Insekten eingeschaltet wäre.

Nach der Länge der Fühler unterteilt man die Orthoptera in zwei große Gruppen, die Ensifera (Langfühlerschrecken), deren Fühler meist länger als der Körper sind und die Caelifera (Kurzfühlerschrecken), bei denen die Fühler deutlich kürzer als der Körper sind.

Kenntnisstand der Gruppe in Salzburg

In Salzburg sind die Heuschrecken relativ artenarm. Bis jetzt sind nur 58 Arten nachgewiesen (Illich et al. 2010, Kurz & Kurz 2020). Etwa 2/5 davon entfallen auf die Ensifera, die bevorzugt in laubwerfenden Gehölzen, aber auch in der Erde (Grillen, Gryllotalpa gryllotalpa (Maulwurfsgrillen) oder sogar in Höhlen leben. Den Rest bilden die Caelifera, die offene Lebensräume, wie vor allem magere Wiesen, Matten im Hochgebirge oder auch Felsbiotope besiedeln. Die Erforschung der Heuschrecken in Salzburg ist vor allem durch die Arbeiten von Illich und anderen weit fortgeschritten. Die entsprechenden Kartierungsdaten sind im Detail allerdings nicht öffentlich zugänglich und können auf den Verbreitungskarten im Naturkundlichen Informationssystem (Kurz & Kurz 2020) daher auch zur Zeit nicht dargestellt werden.

Die Bandbreite reicht vom Heupferd mit einer Flügelspannweite von fast zehn Zentimetern bis zur kleinen Dornschrecke – sie ist nur wenige Millimeter groß. Die Heuschrecken bereichern als Tiere des Nationalparks auch die Fauna des Nationalparks Hohe Tauern.

lateinischer Name
Ensifera
Familie Tettigoniidae (Laubheuschrecken)
Phaneroptera falcata
Leptophyes albovittata
Leptophyes boscii
Barbitistes serricauda
Isophya brevicauda
Meconema thalassinum
Meconema meridionale
Conocephalus fuscus
Conocephalus dorsalis
Tettigonia viridissima
Tettigonia cantans
Decticus verrucivorus
Platycleis albopunctata
Metrioptera brachyptera
Metrioptera saussuriana
Metrioptera roeselii
Pholidoptera aptera
Pholidoptera griseoaptera
Anonconotus italoaustriacus
Tachycines asynamorus
Troglophilus cavicola
Familie Gryllidae (Grillen)
Myrmecophilus acervorum
Gryllus campestris
Achaeta domesticus
Familie Gryllotalpidae (Maulwurfsgrillen)
Gryllotalpa gryllotalpa
Caelifera
Familie Tettrigidae (Dornschrecken)
Tetrix subulata
Tetrix undulata
Tetrix bipunctata
Tetrix tenuicornis
Familie Catantopidae
Anacridium aegyptium
Podisma pedestris
Melanoplus frigidus
Miramella alpina
Miramella carinthiaca
Familie Acrididae (Feldheuschrecken)
Mecostethus parapleurus
Stethophyma grossum
Psophos stridulus
Oedipoda caerulescens
Chyrsochraon dispar
Euthystira brachyptera
Omocestus viridulus
Omocestus rufipes
Omocestus haemorrhoidalis
Stenobothrus lineatus
Stenobothrus rubicundulus
Aeropus sibiricus
Gomphocerus rufus
Myrmeleotettix maxulatus
Stauroderis scalaris
Chorthippus apricarius
Chorthippus pullus
Chorthippus mollis
Chorthippus brunneus
Chorthippus biguttulus
Chorthippus albomarginatus
Chorthippus dorsatus
Chorthippus parallelus
Chorthippus montanus

Salzburgwiki-Artikel

Literatur

Das Haus der Natur hat im November 2010 eine Monographie mit dem Titel „Die Heuschrecken Salzburgs“ herausgegeben, die sich mit diesen Tieren und ihren in Salzburg vorkommenden Arten näher beschäftigt. Es ist dies der erste Band der „Salzburger Natur-Monographien“, der von Inge Illich vom Haus der Natur und ihrem Team präsentiert wurde.

Weitere Literatur siehe Bibliographie der Salzburger Heuschreckenfauna.

Weiterführende Informationen

Projekt: Fauna und Flora von Salzburg Bibliographie der Salzburger Heuschreckenfauna

Bilder

 Orthoptera – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

  • Salzburger Nachrichten vom 23. November 2010, Lokalteil, S. 17
  • Illich, I., S. Werner, H. Wittmann & R. Lindner 2010. Die Heuschrecken Salzburgs. Salzburger Natur-Monographien 1. Verlag Haus der Natur, Salzburg: 254 pp.
  • Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2020. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 17 August 2020].
Über das Fauna und Flora Projekt im Salzburgwiki

Das Salzburgwiki:Projekt Fauna und Flora möchte eine Übersicht über alle Pflanzen-, Pilz- und Tierarten des Landes Salzburg erstellen. Wer eine Art beschreiben will, kann sich die hier hinterlegte Formatvorlage kopieren und für einen neuen Artikel verwenden. Im Abschnitt "Material und Methoden" wird erklärt, wann deutsche und wann lateinische Namen als Artikelnamen verwendet werden sollen.