Ingrid Tröger-Gordon

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Ingrid Tröger-Gordon ist Leiterin der Magistratsabteilung 02 – Kultur, Bildung und Wissen.

Porträt

(2004)

Vor ihrem Bürofenster hat Ingrid Tröger-Gordon die Museumsbaustelle am Mozartplatz. „Salzburg ist nicht nur Fassade“ steht dort als Werbebotschaft. Auch die Kultur-Chefin der Stadt Salzburg zeigt sich als eine, die hinter die Fassaden schaut, die nicht an der Oberfläche bleiben will.

Es ist ein Trend der Zeit, dass so viel die Form zählt, nicht der Inhalt“, sagt die 45-Jährige. Sich gut zu verkaufen, werde immer wichtiger. „Mir ist das nicht wichtig, ich brauche das nicht.“ Tröger-Gordon zieht lieber im Hintergrund die Fäden.

Ich wollte im Theater nicht auf der Bühne stehen, sondern hinter den Kulissen arbeiten“, erzählt die gebürtige Steirerin. Auch die politische Bühne reizt sie nicht, „ich bin ein sachorientierter Mensch“.

Die Germanistin war Dramaturgin am Kleinen Theater in Salzburg, als der damalige SPÖ-Vizebürgermeister Herbert Fartacek sie 1990 in die Stadt holte. Zwei Jahre arbeitete Tröger-Gordon bei dem späteren SPÖ-Dissidenten als Kulturreferentin. Bald darauf war sie Abteilungsleiterin der Kultur- und Schulverwaltung der Stadt.

Für Aufsehen sorgte die Kultur-Chefin durch ihren negativen Amtsbericht zur europäischen Kulturhauptstadt 2009. Bürgermeister Heinz Schaden fühlte sich dadurch bestätigt und erteilte der Bewerbung endgültig eine Absage.

Wenn genug Geld da wäre und wir das Mozartjahr 2006 nicht hätten, würden wir die Bewerbung für die Kulturhauptstadt machen“, sagt Tröger-Gordon. Die Kulturhauptstadt drei Jahre nach dem Mozartjahr mache wenig Sinn, auch die Nachhaltigkeit dieses Projekts stellt sie in Frage. „Salzburg hat Kulturkompetenz, die Stadt spielt in einer anderen Liga.

Ihren Kritikern sagt Tröger-Gordon: „Ich bin keine Traumtänzerin. Als Kultur-Chefin hätte ich auch einfach sagen können, machen wir die Kulturhauptstadt, egal ob Geld da ist oder nicht.“ Sie fände es unfair, wenn für so ein Event Geld in die Hand genommen würde, die Stadt aber auf der anderen Seite bei den heimischen Kulturinstitutionen seit Jahren auf der Bremse stehe.

Die Verbundenheit mit dem Theater ist geblieben, einen „Theatermenschen“ hat sie auch geheiratet. Claus Tröger und sie haben sich in der gemeinsamen Zeit Ende der Achtziger-Jahre am Kleinen Theater kennen gelernt. Heute arbeitet ihr Mann als freier Regisseur in Österreich, Südtirol, Deutschland.

Tröger-Gordon setzt für ihre Zukunft auf keinen Regieplan. „Ich baue mir mein Leben nicht so, dass ich weiß, was ich in zwei Jahren tue.“ Das lasse sie auf sich zukommen.

Quellen

SN, Lokalausgabe, 29.05.2004: „Bin keine Traumtänzerin“ (Daniele Pabinger)

Zeitfolge
Vorgänger

Heinz Klier

Leiterin der Magistratsabteilung
02 – Kultur, Bildung und Wissen

seit 1993/1994
Nachfolger