Johann Hoffmann

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Johann „Jacky“ Hoffmann (* 16. August 1928 in Wiener Neustadt; 15. September 2019 in Salzburg) war Stadt- und langjähriger Gemeinderat (SPÖ) der Stadt Salzburg sowie Sportfunktionär.

Leben

Funktionen

Johann „Jacky“ Hoffmann war von 1962 bis 1988 Präsident des ASK Salzburg.

Dem Salzburger Gemeinderat gehörte der Eisenbahner von 1967? bis 1990? an. Stadtrat war er vom 27. November 1987 bis zum 12. Dezember 1989.

Porträt

Da liegt er schon wieder im Spitalbett von St. Barbara in Vigaun, im Körper um ein weiteres Stück Titan, eine Kugel und eine Schüssel aus Keramik reicher. Auf dem Nachtkästchen türmen sich Lehrbücher und Skripten. Die zweite Hüftoperation binnen eines Jahres soll das Studium der Rechtswissenschaften doch nicht ungebührlich lange unterbrechen. Auch wenn der 73-jährige „cand. iur.“ keinen allzu großen Wert darauf legt, sich einmal mit dem Doktor-Titel schmücken zu dürfen: „Was soll ich damit anfangen? Je länger ich an der Uni sein kann, desto lieber ist es mir.“

Wer ist dieser spätberufene Genießer der Studenten-Herrlichkeit? Johann Hoffmann heißt er, am Grafenweg in Salzburg-Liefering wohnt er, doch damit können nur wenige etwas anfangen. Erst bei „Jacky“ fällt der Groschen. Da wissen plötzlich Tausende Salzburger, wer das ist: Viele Jahre Gemeinderat, dann Stadtrat von Salzburg, aufrechter Sozialdemokrat, leidenschaftlicher Fußballspieler, nimmermüder Funktionär und eingefleischter Maxglaner.

Warum nicht „Johnny“, was naheliegend wäre, sondern „Jacky?“ Der Patient erzählt vom braungebrannten Kind armer Leute aus der Baracke Nr. 14 des „Kriegsspitals“ in Wiener Neustadt. Einmal zu Ostern veranstalten die Kinderfreunde im Lager eine Theateraufführung, in der die Darsteller weiße Kostüme tragen. Diese Gewänder werden dann verschenkt. Eines davon bekommt der Hoffmann-Bub und schlüpft hinein. Brauner Kopf, weißes Gwandl, braune Beine. Fortan ist der Hansi der „Tscheggerl“, der „Gscheckerte“. In Salzburg erfolgt dann die Amerikanisierung. „Jacky“ geht den US-Besatzungssoldaten leichter von den Lippen.

Die Eisenbahner-Karriere des späteren Leiters des Ermittlungsdienstes Salzburg-Hauptbahnhof beginnt noch in Wiener Neustadt. Am 1. August 1942 wird der 14-jährige ins Zentralbüro des Bahnhofs seiner Heimatstadt zitiert. „Was, du bist nicht bei der HJ?“ Zurück ins Lager. Fünf Tage später die zweite Vorladung: „Da war auf einmal ein HJ-Ausweis da!“

In Salzburg findet die Familie Hoffmann in einem Haus am Glanweg Unterschlupf. Nach einem kurzen Gastspiel beim 1. SSK 1919 landet der pfeilschnelle Rechtsaußen im August 1946 beim ATSV Maxglan, dem er – abgesehen von der Saison 1954/55 als Vertragsamateur von Austria Salzburg – treu bleibt. In der Turnerriege sticht ihm eine Johanna Radwanovsky aus der Moserstraße ins Auge.

Noch 1946 erhält der ATSV an der Innsbrucker Bundesstraße ein Gelände im Ausmaß von 40.000 qm zur Errichtung eines Sportplatzes zugewiesen. Die Errichtung der Anlage verschlingt Millionen, „da haben wir uns einen Campingplatz einfallen lassen und laufend Heimatabende veranstaltet, um die Schulden abzahlen zu können.“ 1962 hängt der Stürmer die Fußballschuhe an den Nagel und übernimmt das Präsidentenamt.

Beruflich schuftet der Eisenbahner nebenbei als Ausfahrer und Rechnungsleger. Da ist kaum Zeit zu schlafen, geschweige denn an ein Studium zu denken oder den Schmerz in den Hüften zu spüren, der ihm schon in die Wiege gelegt worden ist. Erst als ihn 1990 der ärztliche Befehl aus dem Rathaus weist, kann sich der Pensionist um seine Gesundheit kümmern und seinem Hobby nachgehen.

Der Senior ebnet 1991 mit der Studienberechtigungsprüfung seinen Weg an die Juridische. Jetzt steckt er mitten im zweiten Studienabschnitt. Kennt die Bürgerrechte im Codex Theresianus, schreibt eine Hausarbeit zum „Bosman-Urteil“.

Was ihn am meisten geärgert hat in seinem politischen Leben? „Da hat einmal ein Genosse kritisiert, dass ich eine Krawatte trage. Dem habe ich deutlich gesagt: Ja, was glaubst du denn, wofür wir jahrzehntelang gekämpft haben? Wohl dafür, dass es den arbeitenden Menschen einmal besser geht!“

Es wird Zeit, sich zu verabschieden, gute Genesung zu wünschen und einer Dame Platz zu machen. 1946 war sie Jungturnerin des ATSV Maxglan. Seit 51 Jahren heißt sie Johanna Hoffmann.

Ehrungen

Der ASK Salzburg ernannte Jacky Hoffmann zu seinem Ehrenpräsidenten.

Er war Träger des Goldenen Verdienstzeichens und des Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich, des Silbernen Verdienstzeichens des Landes Salzburg und der Viktor-Adler-Plakette.

Quellen