Michaela Kardeis

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Dr. iur. Michaela Kardeis, geb. Pfeifenberger (* 5. März 1972 in Salzburg), ist Polizeibeamtin und ehemalige Generaldirektorin für öffentliche Sicherheit; sie gehörte damit, für kurze Zeit, zu den höchsten Beamten Österreichs.

Leben

Kardeis besuchte die Volksschule Elsbethen und das Wirtschaftskundliche Bundesrealgymnasium Salzburg-Nonntal, an dem sie im Jahr 1990 mit ausgezeichnetem Erfolg maturierte. Danach widmete sie sich an der Universität Salzburg dem Studium der Rechtswissenschaften (1995 Mag. iur., 1996 Dr. iur.). Ihre Dissertation verfasste sie bereits über ein polizeiliches Thema: „Hausdurchsuchungen zum Zweck der Strafrechtspflege und der Gefahrenabwehr nach § 39 SPG“.

Beginn ihrer beruflichen Tätigkeit im Amt der Salzburger Landesregierung

Schon mit 22 Jahren wollte sie zur Polizei, aber dort sagte man ihr am Telefon, sie sei zu jung, und außerdem eine Frau. So begann sie im März 1996 ihre Berufslaufbahn im Salzburger Landesdienst. Zunächst war sie im Amt der Salzburger Landesregierung im Büro für Frauenfragen und Gleichbehandlung tätig, wo ihre erste Vorgesetzte, Romana Rotschopf, sie beeindruckte. Im Mai 1997 wechselte sie in das Gewerbe- und Baurechtsamt der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung. Im Oktober 1999 gelangte sie in die Präsidialabteilung des Amtes der Landesregierung, wo sie im Referat 0/92 (Rechtsangelegenheiten der Präsidialabteilung) mit Tätigkeiten für den Landeshauptmann betraut war. Die Motorradfahrerin, die (Stand 2002) „noch nie einen Strafzettel bekommen“ hat, war auch als Fahrprüferin und rechtskundige Sachverständige für Lenkerprüfungen tätig.

Kardeis geht nach Wien

Im April 2000 holte sie der frischgebackene Innenminister Dr. Ernst Strasser – auch er eine prägende Führungspersönlichkeit – in sein Kabinett. Hier war sie zunächst für die Bereiche Zivildienst, Asyl- und Fremdenrecht sowie Legistik verantwortlich. Mit Oktober 2000 wurde ihr die Zuständigkeit für die Angelegenheiten der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit – Gendarmerie, Polizei, Staatsschutz, Kriminalitätsbekämpfung und Verkehrssicherheit – übertragen. Der damalige Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Dr. Erik Buxbaum schätzte sie als „sehr harte, aber verlässliche Gesprächspartnerin“. Sie sei „immer für uns und unsere Probleme da gewesen und hat es sogar geschafft, uns öfter das Gefühl zu geben, wir hätten für eine Sache noch fünf Minuten Zeit, obwohl es für den Bundesminister schon fertig hätte sein sollen“.

Im November 2001 wurde die 29-jährige Ministersekretärin – obwohl ohne Polizei- und Führungserfahrung – zur Polizeidirektorin der Bundespolizeidirektion Schwechat ernannt, einer kleinen, aber – durch ihre Zuständigkeit für den internationalen Flughafen – heiklen Bundespolizeibehörde mit knapp 500 Bediensteten. Kein Jahr später erhielt sie im August 2002 die vorläufige Betrauung mit der Leitung der Präsidialabteilung der Bundespolizeidirektion Wien, im Jänner 2003 wurde sie definitiv mit der Leitung der Abteilung betraut und überdies zur Polizeivizepräsidentin der Bundespolizeidirektion Wien bestellt.

Nachdem sie sich seit Längerem in ihrer Freizeit mit Themen wie Systemischem Management, Strategieplanung und Gesundheitsförderung beschäftigt, dazu auch ein Zertifikat einer deutschen Hochschule erworben und weitere Ausbildungen auf den Gebieten Controlling, Prävention und Gesundheitsförderung – vor allem im betrieblichen Bereich –, Stressmanagement, Burnoutvermeidung und Gesundheitszirkelmoderation absolviert hatte, wechselte sie zu Anfang des Jahres 2017 in das Bundesministerium für Inneres. Hier war sie in der Generaldirektion für öffentliche Sicherheit als Fachexpertin für Trendmonitoring, gesellschaftliche Entwicklung, Führungskräfte-Entwicklung und gesundheitsförderliches Führen tätig und betreute unter anderem die Initiative „Gemeinsam sicher in Österreich“.

In weiteren Funktionen war Kardeis früher Mitglied der dienstrechtlichen Berufungskommission beim Bundeskanzleramt sowie (von 2003 bis 2005) Mitglied des Österreich-Konvents.

Vom 1. September 2017 bis zum 31. März 2019 war sie Generaldirektorin für die öffentliche Sicherheit und damit höchste Beamtin im Bundesministerium für Inneres.

Im März 2019 wurde ihr die Stelle einer Verbindungsbeamtin des Innenministeriums in den USA zugesprochen. Die gebürtige Lungauerin hatte bereits in der Vergangenheit keinen Hehl aus ihrem Wunsch nach einem Wechsel über den großen Teich gemacht.[1] Mit 1. April 2019 trat sie die Ausbildung für diesen Posten an, später folgt die Übersiedlung nach Washington D.C.[2]

Privat

Als Hobbys nannte die Karl-May-Leserin: Schwimmen, Skifahren, Eislaufen, Rollerbladen, Musik (Gitarre, Hackbrett); als Lebensmotto(s): Wo ein Wille, da ein Weg! Love it, change it, or leave it!

Quellen

Einzelnachweise