Palmbuschen

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Palmbuschenbestandteile im Flachgau
Palmbuschen

Die Palmbuschen werden am Palmsonntag von einem Priester, meist in der Kirche oder auf dem Platz davor, geweiht und anschließend von Kindern und Jugendlichen bei der Palmprozession mitgetragen. Auf dem Land liefert die beteiligte Dorfjugend die von Nachbarn bestellten Buschen ab und erhält dafür ein kleines Salär. Es gehört zum Palmbuschen-Brauch, dass die Buschen vor dem Morgengrauen des Karfreitags mitten auf Felder und Gärten aufgesteckt werden, um ein gutes Anwachsen der Wiesen und Pflanzen zu erlangen. Die Bräuche mit den besonders schön gezierten Palmbuschen sind im Land Salzburg eine beliebte Tradition.

Die Bestandteile

Die Bestandteile für die Palmbuschen sind regional etwas unterschiedlich, im Flachgau finden dazu bis zu 10 verschiedene Materalien Verwendung.

Es sind dies: Haselnussstrauch, Stechpalme, Eibe, Wintergrün (Efeu), Kranewitt (Wacholder), Weidenpalmkätzchen, Seben, Zeder, Eichenlaub. Dazu eine dünne Weidengerte zum Binden und ein Haselnußstab zum Tragen.

Das "Palmtragen" ist am Land für Buben eine sehr gute Einkunftsquelle, weshalb sie stets sehr danach trachten, für möglichst viele Bauern die Aufgabe des Palmbuschentragens übernehmen zu können. Nicht selten werden dazu bis zu 10 Palmbuschen (und oft sogar mehr) zu einem dicken Bund vereinigt. Die Beschaffung der dazu nötigen Materalien und das Palmbinden stellt besonders bei einer größeren Zahl von Palmbuschen eine sehr aufwendige Aufgabe dar.

Viele Bauern stellen nach der Weihe am Palmsonntag je einen Buschen auf den Dachboden, auf die Felder und in den Herrgottswinkel, aber auch der Hausgarten stellt für "Nichtbauern" einen passenden Aufstellungsort dar.

Salzburger Palmbuschen

Hinterseer und Faistenauer Palmbuschen

Die Palmbuschen der Flachgauer Gemeinden Faistenau und Hintersee werden üblicherweise aus sieben Planzen gebunden: Palmmudl,[1] Buchsbaum, Eibengras, Kranewitt (Wacholder), Zeder, Schradler (Stechpalme) und Sefeu (Sebenbaum = Stink-Wacholder). Diese werden mit einer, von einer Bachweide abgeschnittenen, gewässerten und dann halbierten Gerte[2] zu einem Buschen gebunden und auf einen Haselnußstecken gesteckt. Zur Verzierung kommen lange Hobelscharten, die bunt gefärbt wurden, zum Einsatz, manchmal auch zu Büscheln gebundene bunte Papierstreifen oder Krepp. Diese nennt man Floderer, weil sie auf den Feldern bei Wind flattern sollen. Die geweihten Palmbuschen werden am Morgen des Karfreitages, noch vor Sonnenaufgang, auf die Felder gesteckt.

Bildergalerie

Weblink

Fußnoten

  1. Zu Palmmudl siehe: A. v. Bucher's sämmtliche Werke, gesammelt und herausgegeben von Joseph von Klessing, 5. Band. Verlag von E. A. Fleischmann, München 1820, S 103. Zu Anton von Bucher, Wikipedia: [1], aufgerufen am 31. März 2016.
  2. Die Weiderngerte muss über Nacht gewässert werden.

Quellen