Pfarrhofjägerkapelle

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Die Pfarrhofjägerkapelle 1997
Detailansicht des restaurierten Tafelbilds

Die Pfarrhofjägerkapelle ist eine Wegkapelle in St. Wolfgang am Wolfgangsee im Salzkammergut in Oberösterreich.

Allgemeines

Auf den Zufahrtswegen in den Markt St. Wolfgang, bei den Ortseingängen zum Burgfried, standen Marterln, Bildstöcke, gotische Steinkreuze und Kapellen. Viele Andachtsstätten waren dem Heiligen Wolfgang geweiht, erzählten aber auch von Unglücksfällen, Krankheit, Not und Elend mit der frommen Bitte um Hilfe und Trost. Viele dieser Kleinbilddenkmäler fielen aufgrund baulicher Veränderungen dem Zeitgeist zum Opfer. Doch einige dieser kunstgeschichtlich wertvollen Andachtsstätten blieben erhalten. Die Singularbürgerschaft und später der "Verschönerungsverein St.Wolfgang" waren einst die Pfleger zur Erhaltung alten Kulturgutes im Ort.

Die Jagdkapelle der Herrschaftlichen Jägersleute Hans und Anna Traußnitzer, dem Pfarrhofjäger von St. Wolfgang ist eine Wegkapelle und steht neu errichtet an der Kreuzung Stern Allee und Schafbergbahnhofstraße.

Ein sehr seltenes Stifterbild, ein holzgerahmtes Tafelbild des Hanns Traußnitz Hoff Jäger bei St. Wolfgang und Ursula Traußnitzerin Anno 1653 ist hinter einem geschmiedeten Steckgitter mit Einweihungskranz zu sehen. Restauriert wurde das Tafelbild laut Inschrift am oberen bogenförmigen Rand: Herr Leopold Eisel und seine Hausfrau, zu St. Wolfgang Maria Eiselin haben dieses Bild restaurieren lassen anno 1810.

Dieses beachtenswerte Tafelbild überstand alle Kriegswirren von ältesten Zeiten bis in die Gegenwart unversehrt. Der schwarz gold gefasste Rahmen des Bildes mit Inschrift der Stifter ist ein Beispiel frühbarocken Typus. Das nachweislich um 1810 restaurierte Tafelbild zeigt in der himmlischen Zone die Krönung Mariens.

Die irdische Zone zeigt links im Bild den übergroßen Patron, den Heiligen Bischof Wolfgang, in vollem Ornat mit den Attributen Kirche und Stab. Darunter knieend die Stifter Hans Traußnitzer in alter, zeitgenössischer Tracht mit Bundhose und Spitzenkragen, die Traußnitzerin mit einer Halskrause und Hut. Rechts im Bild ist nochmals die Darstellung des auch urkundlich nachweisbaren Hoff Jägers, in voller Jagdausrüstung mit dem umgehängten Jagdhorn und der Armbrust zu seinen Füßen zu sehen. Neben dem Jäger der als Zeichen des hl. Hubertus steht ein mächtiger Hirsch mit dem Kreuz im Geweih. Die Wälder des Wolfganglandes waren in diesen Zeiten sehr wildreich. Den Wandel, dem die Jagd seit 1653 unterworfen ist, erkennt man am Besten an der Besoldung des Jägers mit 20 fl nebst Wohnung und Verpflegung im Pfarrhof, wie auch Abschussprämien für einen Bären, Wolf oder Luchs von einem Gulden.

Bereits urkundlich in der Pfarrchronik von St. Wolfgang erwähnt, wurde dieses volkskundliche Kleinod christlich-bäuerlicher Gläubigkeit nach der Restaurierung wieder ein Ort der stillen Betrachtung vorbeikommenden Wanderer.

Quelle

  • Adele Sungler

Verfasser