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Städtisches Brunnhaus

Das Städtische Brunnhaus diente in der Neuzeit lange zur Wasserversorgung der Stadt Salzburg.

Beschreibung

Weil die linke Altstadt Anfang des 16. Jahrhunderts - außer einigen Brunnen - keine Wasserversorgung mit sauberem Wasser hatte, wurde der ergiebige und nicht verunreinigte Grundwasserstrom nächst der Mönchsbergwand "am Gries" gefasst und darüber 1548 das Städtische Brunnhaus gegenüber der Bürgerspitalskirche St. Blasius errichtet. Dieses Schöpfwerk bewährte sich zuerst schlecht. Deshalb wurde 1555 ein Druckwerk nach dem Vorbild der Saline in Reichenhall eingebaut. Die Schöpfräder wurden durch das vorbeifließende Almkanalwasser angetrieben. Dieses Grundwasserhebewerk lieferte nun ausreichend Wasser. Es wurde in Holzrohren zu den Häusern entlang der Trabegasse bis zum Löchlplatz und weiter zum Rathaus geleitet. Nächst dem Brunnhaus wurde auch als Vorsorge gegen Feuergefahr etwa zwischen der heutigen Münzgasse und dem heutigen Sterngässchen eine langgestreckte "Brunnlacke" angelegt.

Später wurde das Wasser auch in Leitungen aus Holzrohren bis zum Michaelsplatz, ab 1662 zur Brunnstube nach Mülln und ab 1701 zum St. Johanns-Spital geleitet.

Beim Städtischen Brunnhaus waren die Schleifmühle (Kristallschleiferei, namensgebend für das Schleifertor), mehrere weitere Mühlen und nächstgelegen das Stieglbräuhaus und das Sternbräuhaus.

Das Grundwasser war stets von eingeschränkter Qualität, weil es trotz des Grundwasserstromes von der Riedenburg zur Salzach z. T. durch in der Altstadt befindliche Mistplätze der Gewerbe verunreinigt war. 1875 wurde das städtische Brunnhaus nach der Anlage der neuen Wasserversorgung aus Fürstenbrunn wegen der z. T. eingeschränkten Qualität des Grundwassers außer Betrieb genommen. Die Bomben des Zweiten Weltkrieges verschonten auch dieses stattliche Gebäude nicht. Letzte Reste des Gebäudes wurden in den ersten Nachkriegsjahren abgebrochen.

Quellen