Mülln

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Blick von der Wallfahrtsbasilika Maria Plain auf den Salzburger Stadtteil Mülln und das nördliche Ende des Mönchsbergs, für Details Bild anklicken
Der Salzburger Stadtteil Mülln
Salzburg Sattler-Panorama Mülln
Müllner Bräu und Kirche
Mülln ist ein Stadtteil von Salzburg im Norden der Altstadt.

Geschichte

Mülln ist aus einem Mühlendorf hervorgegangen. Mülln wird erstmals 790 als "ad molendina" - bei den Mühlen - genannt. Die Mühlen wurden zuerst mit dem Überwasser eines Moores und später durch einen Arm des Almkanals gespeist. Spätestens seit dem 12. Jahrhundert haben die Gegend und der Siedlungskern am Nordfuß des Mönchsberges den Namen Mülln.

Mülln ist die wohl älteste Vorstadt der historischen Stadt Salzburg.

Im 14. Jahrhundert sicherten folgende Tore die Stadt in diesem Teil:

1605 wurde dann noch das Klausentor im Süden von Mülln gegen die Altstadt erbaut.

Die Pfarrkirche

Müllner Kirche bei Nacht
Müllner Kirche
Hauptartikel: Stadtpfarrkirche Unserer Lieben Frau Mariae Himmelfahrt

Eine erste Kapelle in Mülln wurde 1148 erstmals erwähnt. Erzbischof Gebhard hatte damals den baufällig gewordenen Altar der Marienkapelle erneuern lassen. Mülln wurde als vermutlich älteste Salzburger Vorstadt bald als Vorbefestigung der Stadt militärisch stark gesichert und mit Mauern und starken Wehrtürmen versehen. Auch die Kirche, damals vermutlich an der Müllner Hauptstraße gelegen, wurde mit einbezogen.

Fürsterzbischof Johann II. von Reisberg begann für eine nun deutlich gewachsene Kirchengemeinde im Jahr 1439 mit dem Neubau der Kirche in Form einer gotischen Saalkirche, die in ihrer Grundsubstanz bis heute erhalten ist. Diese Kirche wurde kurz nach 1460 Pfarrkirche, die aber später immer mehr verfiel. Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau erneuerte die Kirche, baute sie um und übergab sie den Augustiner-Eremiten als neue Klosterkirche. 1674 bekam die Kirche ihren barocken Zwiebelhelm und den straßenseitigen Vorbau, hinter dem sich nun das geräumige Stiegenhaus mit seinen Malereien und seiner Dreifaltigkeitskapelle verbirgt. Turm und Vorhaus wurden von Baumeister Sebastian Stumpfegger, der auch als Mitarbeiter von Fischer von Erlach arbeitete, errichtet. 1833 wurde die Kirche den Benediktinern der Benediktinerabtei Michaelbeuern übergeben. Bekannt ist in der Kirche der Hochaltar mit seiner Gnadenmadonna, die um 1460 entstanden ist.

Inneres Mülln

Der historische Ortskern Mülln liegt am nördlichsten Ausläufer des Mönchsberges unter der landschaftlich dominanten Müllner Pfarrkirche mit seiner schmucken Friedhofskapelle und bildet den nördlichen Eckpfeiler der mittelalterlichen Bebauung des Salzburger Altstadtgebietes. Der Kern von Mülln war im Mittelalter weitgehend ungeschützt, erst um 1600 wurden dort zur militärischen Sicherung niedrige Wehrmauern errichtet.

Leprosenhaus

Hauptartikel: Leprosenhaus

Das Leprosenhaus mit seiner Leprosenhauskirche ist als "Sundersiechenhaus" erstmals schon im 13. Jahrhundert erwähnt. Der bestehende viergeschossige Bau stammt aus dem 18. Jahrhundert und besitzt einen fast quadratischen Grundriss. Die Leprosenhauskirche ist ein eher schlichter Saalbau, der den Heiligen Hieronymus und Antonius geweiht ist.

Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern

Hauptartikel: Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern

Das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern wurde 1862/1863 erbaut, die zugehörige Kirche 1885. Die Figur des hl. Michael (vor 1720 geschaffen) – im Garten des Mutterhauses aufgestellt – zierte einst den Michaelsbrunnen am "St. Michaelsplatz", dem heutigen Mozartplatz. Die Statue des hl. Nepomuk wurde von Josef Anton Pfaffinger geschaffen und stand ursprünglich am altstadtseitigen Portal der Stadtbrücke (heute Staatsbrücke).

Müllner Hauptstraße

Hauptartikel: Müllner Hauptstraße

Die Müllner Hauptstraße hat ihren mittelalterlichen Vorstadtcharakter weitgehend bewahrt. Bemerkenswert ist an der Gabelung zum Bärengässchen der dortige Bärenwirt, der im Kern aus dem 15./16. Jahrhundert stammt. Auch das Gasthaus Krimpelstätter (Nr. 31) ist als "Weißes Schwanenwirtshaus" ein im Kern mittelalterlicher Bau. Die Häuser Nr. 11 und 13 sind Handwerkshäuser des 17. Jahrhunderts. Nr. 14 und Nr. 17 besitzen je ein spätgotisches Portal. An der Straße steht heute der Delphinbrunnen.

Klausenspital

Hauptartikel: Klausenspital

Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein erbaute 16951697 hier ein Militärkrankenhaus. Während die Hohe Salzburger Landschaft sich für die Liegenschaft kümmerte, wurde die medizinische Versorgung und die Verpflegung aus Mitteln des jeweiligen Soldes der Soldaten bestritten. In den napoleonischen Kriegen wurde neben dem Klausenspital in Anbetracht der vielen Verwundeten 1809 auch das Theatinerkloster als Truppenspital verwendet. 1813 wurde das Klausenspital dann zu einer Kaserne umgewandelt. Seit dem Ersten Weltkrieg wird das Gebäude vor dem Klausentor nicht mehr als Kaserne genutzt. Trotzdem ist es bis heute vielfach unter diesem Namen bekannt.

Müllner Steg

Müllner Steg
Hauptartikel: Müllner Steg

Am 11. Mai 1669 wurde der Steg zunächst als provisorischer hölzerner Steg errichtet. Damals wurde auch die Steinstiege zum Kai hinunter angelegt. Der folgende dauerhafte Steg mit zwei steinernen Pfeilern wurde am 15. August 1878 unter dem damaligen Namen Franz-Carl-Gehbrücke eröffnet. Sie war nach dem Vater von Kaiser Franz Joseph I. benannt und wurde vom Erzherzog-Franz-Carl-Gehbrücken-Verein erbaut. Ähnlich wie beim Makartsteg und beim Mozartsteg befand sich neben dem Steg ein Mauteinnehmerhäuschen, wo die Brückenbenützer eine Brückenmaut zu entrichten hatten. Die Brücke wurde 1944 durch Bomben zerstört und danach wieder errichtet. Die heutige Brücke wurde anstelle der baufällig gewordenen älteren Brücke 2000 errichtet.

Mülln, Mönchsbergweg zur Müllner Schanze

Müllner Schanze

Hauptartikel: Müllner Schanze

Am Rand des alten Stadtteiles gegen den Mönchsberg befindet sich die Müllner Schanze, ein altes Wehrbauwerk aus dem Dreißigjährigen Krieg, das unter Leitung des Dombaumeisters Santino Solari schrittweise errichtet und verstärkt wurde.

Müllner Hügel

Hauptartikel: Müllner Hügel

Der Müllner Hügel ist eine kleine Erhebung, über die die Müllner Hauptstraße vom Klausentor kommend nach Mülln verläuft.

Äußeres Mülln

Dieser Siedlungsraum liegt außerhalb des historischen Ortskerns zwischen der Chirurgie West der Landeskrankenanstalten, der Aiglhofstraße und der Augustinergasse.

Volksschule Mülln

Hauptartikel: Volksschule Mülln

Die Ursprünge der Schule dürften bereits in die frühere Neuzeit zurückreichen und in der damaligen Klosterschule Mülln zu finden sein, neben der sich schon bald vermutlich eine Stadtschule entwickelte. Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems erließ jedenfalls bereits 1613 eine Schulordnung, in der unter den "bestätigten deutschen Schulen" auch Mülln erwähnt ist. In diesen Schulen wurden neben dem Trivium (Lesen, Rechnen, Schreiben) religiöse Inhalte vermittelt. 1632 musste der Prior von Mülln ermahnt werden, die Kinderlehre, die elf Jahre nicht abgehalten worden war, fortan alle Sonntage wieder durchzuführen. Neben der Schule in Mülln bestand in diesem Vorstadtraum noch eine Soldatenschule im Johannes-Schlössl auf dem Mönchsberg. 1812 wurde die Schule Mülln zweiklassig und 1871 dreiklassig. 1871 wurde auch der Turnunterricht eingeführt. Das heutige Schulgebäude wurde 1897 eingeweiht. Es war nach Plänen der Stadtgemeinde Salzburg (Architekt Franz Drobny) errichtet worden.

Der Aiglhof

Hauptartikel Aiglhof
Chir. West
Blick auf die Chir. West und das Spitalsgelände vom Mönchsberg

Erstmals taucht der Name des altes Hofes im 14. Jahrhundert auf, als die Herrn von Kuchl das Lehen 1377 samt den umgebenden Gründen an Paul Köllerer (Köllrer) verkauften. Paul Köllerer seinerseits schenkte den Hof seiner Tochter anlässlich deren Vermählung mit Georg Aigl, der einer alten Salzburger Patrizierfamilie entstammt. 1511 erwarb Pachaimer, der damalige Hofkanzler, den Hof, der im Zuge der Bauernkriege im Jahr 1525 schwer beschädigt wurde. 1588 kaufte die bekannte Familie Thenn diesen Hof und 1592 Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. 1596 übernimmt dessen Münzmeister Christoph Geizkofler den Besitz, im Jahr 1600 dann der Dompropst Michael von Wolkenstein.

Seit 1604 steht der Hof bis heute ständig im Eigentum der Benediktiner-Erzabtei St. Peter. 1796 bis 1799 ließ dabei Abt Dominikus Hagenauer den Aiglhof erneuern und erweitern. Er ließ dabei auch die dortige Schlosskapelle mit dem Altarblatt von Martin Johann Schmidt (Kremser Schmidt) erbauen, welches die Begegnung Christi mit dem ungläubigen Thomas darstellt.

Der Spitalsbezirk St. Johanns

Stiftsmühle Mülln
S-Bahnhaltestelle Mülln mit Eisenbahnbrücke über die Salzach
Hauptartikel: St. Johanns-Spital

Im Stadtteil Mülln befindet sich auch das Landeskrankenhaus Salzburg, das den Hauptteil der medizinischen Versorgung der Stadt Salzburg und ihrem Umland sicherstellt.

Bauten

Bildergalerie

weitere Bilder

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Quellen


Salzburger Stadtteile und Landschaftsräume in der Stadt Salzburg